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  • 09. Juni 2005, noch kein Kommentar

Beim Eurovision Song Contest waren sie erfolglos, dafür schafften mit dem zweiten Album "Krynology" nun den Chart-Entry.

Von Jan Gebauer

Man mag seinen Ohren nicht trauen, wenn man die Scheibe "Krynology" von Global Kryner auflegt. Da wird gejodelt, posaunt aber auch gerockt und geswingt. Pop meets Volkmusik – das Eurovisionspublikum war davon weniger angetan. Im Halbfinale mit dem Lied "Y Asi" gestartet, musste Österreich wie schon im letzten Jahr eine herbe Niederlage einstecken: 30 Punkte, Platz 21. Im Gesamtergebnis rangiert die Gruppe damit auf Position 35 bei 39 gestarteten Ländern. Doch wie sagt man so schön: Jetzt erst recht! Mit "Krynology" will man trotzdem den Siegeszug in den Charts antreten und überraschenderweise enterte das Album letzte Woche immerhin ganz unten auf Platz 100 die deutschen Bestenlisten. In ihrer Heimat Österreich sieht es für das Sextett schon weitaus besser aus, denn dort rangieren sie derzeit auf Platz zwei. "Da unten" scheint man auf das skurrile Gebräu aus schunkeliger oberkrainer Volksmusik, Jazz und Pop total anzuspringen.

Die CD enthält hauptsächlich Cover-Versionen, wobei das Gefälle zwischen gelungen und daneben recht groß ist. Während Britney Spears' "Oops, I Did It Again" und "Toxic" sowie Donna Summers "Hot Stuff" witzig daherkommen, ist "I Can't Stand The Rain" von Ann Peebles (zuvor gut gecovert von Eruption oder Tina Turner) der musikalische Supergau. Viel besser: Das mit Akkordeon, Klarinette, Trompete, Gitarre und Bassposaune aufgepeppte "Rock Me Amadeus" von Falco – irgendwo zwischen Hysterie und Wahnwitz. Natürlich ist auch der Eurovisionstitel enthalten, der als Latin-Pop-Nummer durchaus gefällig ist, aber dank dem sehr eindringlichen Jodeln schon beim Contest sehr gewöhnungsbedürftig war. Nichtsdestotrotz hat das Sextett mit Anne Marie Höller eine Sängerin, "die eine schöne Soulstimme besitzt und sich fröhlich-sinnlich auf der Bühne bewegt" ("Die Welt"). Dazu trägt sie natürlich ein hübsches Dirndl. Vielleicht löst das ja auch bei unseren Trannys einen neuen Trend aus?

Fazit: Originell, aber nicht immer geschmackssicher.

Zum Antesten: "Rock Me Amadeus", "Oops, I Did It Again", "Hot Stuff"

9. Juni 2005