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Zurückhaltung gefordert

CSD Stuttgart droht mit Parade-Verbot für "sexuelle Freizügigkeit"

Der Stuttgarter Pride soll sauberer werden: Eine Jury will darüber wachen, ob ein CSD-Wagen zu freizügig für den gemeinen Schwaben ist. Am Ende droht den Unkeuschen ein Bann fürs nächste Jahr.


Diesen Jungs, die 2013 am Schwaben-CSD teilnahmen, drohen dieses Jahr Punktabzüge (Bild: Thorsten Mohr / flickr)

Beim Stuttgarter CSD soll eine fünfköpfige Jury darüber wachen, ob die Pride-Teilnehmer bei der Polit-Parade am kommenden Samstag zu freizügig sind. Auf der CSD-Website wird damit gedroht, dass "Auffälligkeiten", die von politischen Botschaften ablenken, dokumentiert und an die CSD-Führung übermittelt werden würden.

Bei "Auffälligkeiten" soll es zunächst ein Gespräch geben und CSD-Mitglieder sollen über Konsequenzen für das Folgejahr entscheiden. "Denkbar wäre ein verpflichtendes Einreichen von Plänen für die Ausgestaltung der betreffenden Gruppe und eine Freigabe durch das CSD-Orgateam im Vorfeld der Demonstration. Auch ein befristeter Ausschluss von der CSD-Polit-Parade ist möglich", heißt es.

Besonders deutlich machte Jury-Mitglied Chris Fleischhauer, der als Lotto-Fee bekannt geworden ist, seine Ablehnung von "sexueller Freizügigkeit" auf CSDs. In den "Stuttgarter Nachrichten" kündigte er an, dass es bei zu viel nackter Haut Minuspunkte geben werde. "Es handelt sich um eine Polit-Parade, also um eine Demonstration, die als solche bei der Stadt angemeldet ist", so begründete Fleischhauer seine Drohung.

Er warnte auch davor, dass ein Zurücktreten der politischen Botschaft teuer werden könnte: Wenn der CSD ein Faschingsumzug wäre, müssten die Veranstalter für Kosten wie die Straßenreinigung selbst aufkommen, so Fleichhauer.


Chris Fleischhauer, die erste "männliche Lottofee", macht sich Sorgen um nackte Haut bei der CSD-Parade

Der 35-Jährige hatte bereits zuvor gegen zu stimulierende CSD-Teilnehmer Stimmung gemacht: 2015 sagte er, es sei nicht hilfreich, "wenn Trucks durch die Städte ziehen, auf denen halbnackte Typen stehen, die freudig mit dem Hintern wackeln". Angesichts dieser Paraden müsse man sich nicht wundern, "wenn es beim Thema Homo-Ehe nur stockend vorangeht" (queer.de berichtete).

Hauptaufgabe der Stuttgarter CSD-Jury ist es, die besten Wagen in den Kategorien politische Botschaft, Kreativität und Umsetzung zu prämieren. Sie soll aber ausdrücklich auch ein Auge auf die Umsetzung der Teilnahmevorschriften offen halten, etwa was die Einhaltung von Werberichtlinien betrifft oder die Frage, welche Artikel verteilt oder geworfen werden dürfen.

Alter Streit neu aufgewärmt

In den vergangenen Jahrzehnten hatte es immer wieder Streit darum gegeben, wie angepasst sich Schwule und Lesben auf Demonstrationen verhalten sollten. Manche waren der Auffassung, dass CSD-Demonstrationen so unauffällig wie möglich sein sollten, um die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft nicht zu erzürnen; andere argumentierten, dass man sich gerade auf dem CSD nicht verstellen solle und man es außerdem mit nackter Haut einfacher in die Nachrichten schaffe, in denen auch die politischen Botschaft transportiert werden würden.

2009 gab es etwa in Köln Auseinandersetzung um Benimmregeln, zu denen der CSD-Veranstalter alle Teilnehmer verpflichten wollte. In der sogenannten "CSD-Charta" hieß es etwa, dass die Teilnehmer "Taktgefühl" bei ihrem äußeren Erscheinungsbild und beim Verhalten beweisen müssten (queer.de berichtete). Am Ende waren aber trotzdem Fetischgruppen und leicht bekleidete Teilnehmer auf den Wagen dabei (queer.de berichtete). In den Folgejahren stellten die Veranstalter keine Benimmregeln mehr auf.

Der Stuttgarter CSD steht dieses Jahr unter dem Motto "Perspektivwechsel". Schirmfrau ist Gabriele Arnold, die Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Wöchentliche Umfrage

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    Ergebnis der Umfrage vom 24.07.2017 bis 31.07.2017


#1 Moment_MalAnonym
#2 Shafiq Firas KhouriAnonym
  • 24.07.2017, 16:08h
  • Jetzt wo es die Homo-Ehe gibt ist Schluß mit dem Lotterleben!

    Benimmregeln
    Mutti um Erlaubnis fragen
    Keine Nackedeis mehr

    Millionen Hetis lachen sich kaputt. Da habe Ihr sie, Eure Rechte, ihr unterdrückte Minderheit! Viel Spaß damit!
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#3 Rosa SoliAnonym
  • 24.07.2017, 16:14h
  • Die effeminierte Lotto-Tunte will anderen Schwuppen vorschreiben, dass sie ihre Homosexualität nicht so dolle zur Schau tragen sollen.
    Das ist Realsatire! *lol*
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#4 Sven KlugeAnonym
  • 24.07.2017, 16:33h
  • Igitt. Wo bin ich hier gelandet? In der WhatsApp-Gruppe der AFD?

    Zu Beitrag 1: Schwabe ist gein Geburtszustand, so wie Deutschsein auch nicht. Es ist ein Kulturmerkmal. Oder gibt es eine »schwäbische Rassen«, die besondere Mermale aufweist?

    Zu Beitrag 3: Homosexualität und Effemination können zusammentreffen, müssen aber nicht. Das eine hat mit dem anderen zunächst wenig zu tun. Wer einem Mann effeminiertes Verhalten vorwirft, gilt als unreifer Rüpel.

    Lediglich Beitrag 2 hat einen interessanten Aspekt aufgeworfen. Dafür meinen herzlichen Dank, wie ich mich auch für den bemerkenswerten und ausgewogenen Artikel bei der Redaktion bedanken möchte.
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#5 tn29Anonym
#6 OutAndProud
  • 24.07.2017, 17:00h
  • Wenn man sich eine Prälatin als Schirmherrin holt ist Keuschheit angesagt, Freunde der Sonne.

    Man darf es sich mit den Leuten aus der Kirche die es "gut" mit uns meinen nicht verscherzten.

    Ab Oktober kommt dann "Kein Sex vor der Ehe"

    Willkommen mitten im Jahr 2017.
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#7 SanottheProfil
  • 24.07.2017, 17:03hRhüffel-Ostend
  • Jetzt drehen sie völlig durch.

    "Perspektivwechsel" direkt zurück um mindestens 5 Jahrzehnte. Züchtig und unauffällig haben sie zu sein, die Schwuchteln:

    "Schwule wollen nicht schwul sein, sondern so spießig und kitschig leben wie der Durchschnittsbürger. Schwule fordern vom Schwulen, ein Ästhet zu sein. Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie, noch spießiger zu werden, um ihr Schuldgefühl abzutragen mit einem Übermaß an bürgerlichen Tugenden. Ihre politische Passivität und ihr konservatives Verhalten sind der Dank dafür, dass sie nicht totgeschlagen werden."

    Prof. Martin Dannecker im Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt." (1971)

    Diese Form von Selbstzensur sollte zu einem groß angelegten Boykott führen.
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#8 TimonAnonym
  • 24.07.2017, 17:06h
  • In Baden-Württemberg sind sogar die LGBT erzkonservative Spießer, die andere bevormunden wollen.

    Wie wäre es, wenn alle den Stuttgarter CSD boykottieren und die Organisatoren ganz alleine, aber sehr züchtig durch die Straßen ziehen?!
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#9 VorsichtSatireAnonym
  • 24.07.2017, 17:13h
  • Kann man nicht das "-sexuell" aus "Homosexuell" auch mal weglassen?

    "Homo" klingt so menschlich, als "Homo sapiens" sogar weise. Und so viel cleaner als das böse S-Wort.

    Ihr seid alle Menschen - das gestehen wir euch inzwischen doch fast zu - jetzt gebt euch doch mal damit zufrieden. Jetzt dürft ihr auch noch heiraten - und nun wollt ihr auch noch Sex?

    Das könnt ihr von uns nun wirklich nicht erwarten.
    Seid züchtig, keusch und mehret euch um Gottes willen nicht.

    Achso, geht ja mit eurem komischen Sex eh' nicht.
    Aber egal. Wir finden das eee-kel-haft und wollen das nicht sehen!
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#10 OutAndProud
  • 24.07.2017, 17:16h
  • Man kann die Verantwortlichen in Stuttgart wirklich nur noch als "Onkel Tom Schwule" bezeichnen, bzw, beschimpfen.

    Und die Lottofee ist "Onkel Tom" himself.
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