Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?29339

Schwere Vorwürfe

Schwuler Fußballer: DFB beurlaubte Schiedsrichter wegen Homosexualität

Der Amateur-Fußballer Tony Quindt erhebt schwere Vorwürfe gegen den Deutschen Fußballbund: Demnach soll der Dachverband einen erfahrenen Schiedsrichter abgesägt haben, weil er Männer liebt.


Tony Quindt bei einem Fußballturnier in Paris (Bild: Facebook / Tony Quindt)

Der schwule Amateur-Fußballer Tony Quindt hat in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit "Spox" behauptet, der Deutsche Fußballbund habe seinen Informationen zufolge einen Schiedsrichter mit über 30 Jahren Erfahrung wegen dessen Homosexualität beurlaubt.

Als Begründung habe der DFB angegeben, wegen der sexuellen Orientierung des Amateur-Referees bestünde die Gefahr, "dass er Spieler aufgrund der Attraktivität bevorteilen könne". Quindt erklärte: "Da war ich sprachlos, das ist ein klassisches Beispiel für Doppelmoral." Einerseits wolle sich der Dachverband gegen Homophobie einsetzen, andererseits werde "in so einem konkreten Fall" so gehandelt.

Quindt hatte sich bereits vor acht Jahren als schwul geoutet: 2010 stellte er sich in einer Kurz-Dokumentation vor (queer.de berichtete). Seither gilt der heute 32-jährige Kreisliga-Spieler aus Schleswig-Holstein als Ansprechpartner auch für Profifußballer.

Quindt: Schwule Fußballer haben Angst vor Coming-out

In dem Interview erklärte Quindt auch, dass sich Profis bislang aus Angst nicht outen wollten: "Ich habe von zwei Fußballern gehört, die sich ausgetauscht haben und überlegen, es zu tun, aber nur in einer Gruppe mit mehreren Spielern. Zu zweit trauen sie sich nicht." Sie befürchteten, dass die "Fokussierung auf sie sehr hoch wäre". Schwule Spieler hätten es nur leichter, wenn sie sich in mehreren Clubs nicht mehr verstecken würden. Grund: "Wenn [bei einem Spiel] in beiden Mannschaften ein homosexueller Spieler aufläuft, kann keine der beiden Fangruppen homophobe Gesänge anstimmen." Derzeit versteckten aber schwule Fußballer ihre sexuelle Orientierung, zu Not mit Frauen aus Modelagenturen, die sie als ihre Freundinnen ausgeben würden.

Der Deutsche Fußballbund hat in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit immer wieder betont, dass er homosexuelle Fußballer bei einem Coming-out unterstützen würde. Im März machte der Dachverband den ehemaligen Nationalspieler Thomas Hitzlsperger zum "Botschafter für Vielfalt" (queer.de berichtete). Der Profi hatte sich kurz nach seinem Karriereende im Januar 2014 als erster deutscher Profispieler als schwul geoutet (queer.de berichtete). Bislang hat es aber noch kein Spieler gewagt, sich während seiner aktiven Laufbahn zu outen. (cw)



#1 DiskriminierendAnonym
  • 25.07.2017, 15:11h
  • Soll es abgesägt oder abgesagt heißen?
    Jedenfalls finde ich das unmöglich.
    Es geht niemand was an, wen dieser Schiedsrichter liebt.
    Er soll ja erfahren sein in seinem Beruf - also wo ist das Problem?
    Gibt es keines, nur der DFB kann anscheinend nicht hinter diesen Schiedsrichter stehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Homonklin44Profil
  • 25.07.2017, 16:43hTauroa Point
  • Die Begründung ist ja mal wieder typisch aus der Perspektive Vorurteil durch Ahnungslose. Als würde ein Fußballprofi sich Spieler nach Attrtaktivitätswerten aussuchen, wo deren sportliche Talente zählen.

    Schade, dass man im Sport doch häufiger mit so stupiden Ansichten konfrontiert wird. Einige haben vielleicht Ahnung vom Sport, aber von sonst anscheinend nicht viel.

    Ob da einer mit Bi-Anwandlungen allzu neidisch war? Der junge Sportler hier hat nun ja doch hohe Attraktivitätswerte zu bieten.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SebiAnonym
  • 25.07.2017, 17:18h
  • Wie bitte?

    Wir brauchen endlich ein besseres Antidiskriminierungsgesetz, das solche Homophobie verhindert...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AttraktivitaetAnonym
  • 25.07.2017, 18:47h
  • Antwort auf #2 von Homonklin44
  • Das betrifft/betraf ja nicht nur den Sport; ich kann mich mal an einen Artikel erinnern, in dem jemand gesagt hatte, dass z.B. Geheimnistraeger, bzw. ganz allg. Fuehrungspersonen, nicht schwul sein duerften, da sie sonst evtl. leichter durch feindliche Agenten/Wirtschaftsspione "becirct" werden koennten; so was selten daemliches! Als wenn das nur ein Problem von Schwulen waere.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TheDadProfil
  • 25.07.2017, 19:43hHannover
  • ""Als Begründung habe der DFB angegeben, wegen der sexuellen Orientierung des Amateur-Referees bestünde die Gefahr, "dass er Spieler aufgrund der Attraktivität bevorteilen könne".""..

    Ach ?
    Besteht dieses Vorurteil dann auch gegen die erste Schiedsrichterin der 1.Fußballbundesliga ?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 WoodpeckerAnonym
#7 qwertzuiopüAnonym
  • 25.07.2017, 22:10h
  • Also ich weiß nich...
    Dass der DFB das tatsächlich offiziell so formuliert haben soll, kann ich gar nicht glauben iwie.

    Wenn es wahr ist, ist das natürlich ein Skandal.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Homonklin44Profil
  • 25.07.2017, 23:07hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von Attraktivitaet
  • Stimmt, daran kann ich mich auch erinnern. Diese Idee gilt dann für Menschen überhaupt, mit Ausnahme vielleicht von Aromantiker*innen und Leuten, die niemand jemals attraktiv finden, es nicht können.
    Dann müsste man in der Konsequenz sämtliche Berufssparten im Personal und Anwerbebereich oder Casting, Rekrutierung ect. durch Maschinen ersetzen.

    Man will Schwule einfach darauf reduzieren, ständig nur an potenzielle Wunschpartner zu denken, und sich inhaltlich nicht auf ihren Beruf konzentrieren zu können. Darin schwingt die Niederschätzung mit.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 OutAndProud
  • 26.07.2017, 01:47h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Nein, Frauen haben in der DFB Wahrnehmung keine Sexualität und erst recht keinen Schwanz (ok, die zweite Annahme hat der DFB jetzt weniger exklusiv gepachtet)

    Daher können sie auch nicht schwanzgesteuert pfeifen.

    Und im Zweifel geht der DFB Mann eh davon aus das Frauen im Fußball lesbisch sind.

    Ist doch nun wirklich nicht so schwer zu verstehen, oder ?

    Von Fussi keine Ahnung wah ?

    Ach ja, Mist, du kommst ja aus Hannover -;)
  • Antworten » | Direktlink »
#10 andreAnonym
  • 26.07.2017, 08:11h
  • Wenns vom DFB kommt, gibts sicherlich auch eine Quelle, wo man selbst nachschauen kann, dann gibts das auch schriftlich, denn das wäre "dicker Toback" und das muß man schon belegen. Namen kann man darin unkenntlich machen. Das ist nicht neu. In dem SPOX-Interview steht auch keine. Alles Andere ist für mich Geschwätz. Was nichts daran ändert, daß es schlimm wäre, wenn es so ist. So halte ich das eben immer. Mit, nicht belegbaren, Behauptungen, begibt sich Herr Quindt auch auf "gefährliches Glatteis". Aber immerhin stehts unter "Boulevard". Klatsch und Tratsch.
  • Antworten » | Direktlink »