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"Ich und R"

ARD dreht Gesellschaftssatire über Rudolph Moshammer

Das verrückte Leben des 2005 ermordeten Modemachers wird Thema eines Fernsehfilmes, der im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll.


Der Film- und Theaterschauspieler Thomas Schmauser wird Rudolph Moshammer darstellen (Bild: BR / Dominik Elstner)

Am Montag haben in der Nähe von Prag die Dreharbeiten zu einer Gesellschaftssatire über Rudolph Moshammer begonnen. Der Arbeitstitel des Fernsehfilms lautet "Ich und R". Autor und Regisseur Alexander Adolph ("Tatort: Der tiefe Schlaf") erzählt darin eine fiktive Geschichte, angelehnt an das Leben des Modemachers, einer der schillerndsten Figuren der Münchner Schickeria. Die Gesellschaftssatire handelt laut ARD "von einer ungewöhnlichen Freundschaft und davon, was Geld aus Leuten macht".

In der Rolle des Rudolph Moshammer ist Thomas Schmauser ("Bamberger Reiter. Ein Frankenkrimi") zu sehen, seine Mutter Else wird von Schauspielveteranin Hannelore Elsner ("Alles inklusive") gespielt. In weiteren Rollen tritt neben Lena Urzendowsky als Evi auch Robert Stadlober ("Sommersturm") in einer Doppelrolle auf. Die Ausstrahlung der Produktion ist für 2018 im Rahmen des Film-Mittwoch im Ersten geplant.

Moshammer zwischen Mutter Else und Fußpflegerin Evi

Die Story: Im München der Achtzigerjahre Jahre ist Rudolph Moshammer der prominenteste Modemacher. Das reicht aber seinen stillen Teilhabern und Finanziers nicht mehr aus. Sie wollen, dass der Laden in der Maximiliansstraße auch den Hoch- und Geldadel, die Reichsten der Reichen als Kunden gewinnt. Deshalb sucht Moshammer – zum Entsetzen seiner Mutter Else – für den Verkauf eine junge, verführerische Frau. Er findet die auf den ersten Blick nicht besonders auffallende und ungeschickte Evi, eine junge Fußpflegerin aus Augsburg. Aus ihr, so erklärt der Modemacher, werde er eine aufregende Frau machen. Und tatsächlich: Mit Evis Hilfe gewinnt Moshammer Herzen und Geldbörsen der wahrhaft Reichen – wäre da nicht seine Mutter, die im Hintergrund Intrigen schmiedet.

Direktlink | Unvergessen: 2001 kämpfte der echte Moshammer unter Buh-Rufen in der ARD darum, Deutschland beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Die Zeit war noch nicht reif: Am Ende konnte sich Michelle mit "Wer Liebe lebt" durchsetzen

Im wirklichen Leben war Rudolph Moshammer in der Nacht zum 14. Januar 2005 in seinem Doppelhaus im Münchner Vorort Grünwald im Alter von 64 Jahren vom damals 25-jährigen Iraker Herisch A. mit einem Kabel erdrosselt worden (queer.de berichtete). Nach Aussagen des hoch verschuldeten Täters hatte ihn Moshammer nahe dem Münchner Hauptbahnhof angesprochen und ihm 2000 Euro Lohn für sexuelle Dienstleistungen in Aussicht gestellt. Im Haus Moshammers sei es zwischen den beiden zum Streit um die Bezahlung gekommen und die Situation sei eskaliert. Der Verdächtige wurde zehn Monate nach der Tat wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Der Bund lesbischer und schwuler JournalistInnen (BLSJ) kritisierte damals die Medienberichterstattung um den Moshammer-Mord, weil andauernd über Ermittlungen im "Homosexuellen-Milieu" berichtet worden war (queer.de berichtete). (cw)



#1 giliatt 2Anonym
  • 28.07.2017, 02:26h
  • Mosi und sein hässlicher Dackel Dasy ernten eigentlich nur ein mitleidiges Kopfaschütteln..

    Dass er (heimlich) schwul war und von einem Münchener Bahnhofs-Stricher mit östlichem Migrationshintergrund ermordet wurde, macht ihn nicht zu einer Ikone der Schwulenbewegung.

    Peinlich war sein Auftritt als Bewerber beim ESC. Überaus peinlich, nämlich zum Fremdschämen.

    Die in seinem Laden veräusserten Klamotten waren von der Bussi-Bussi-Society hochgeschwätztzer Billig-Ramsch und keineswegs selbstgeschneidert.

    Trotzdem war Moshammer in all seiner Lächerlichkeit eine liebenswerte Person.
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#2 Martin EdenAnonym
  • 28.07.2017, 13:53h
  • Antwort auf #1 von giliatt 2
  • Für seinen - gar nicht "hässlichen" - Taschenhund hatte er immer Reserve dabei, da desöfteren einer in der Tasche einging. Das werfe ich ihm vor und sonst nichts.

    Ihr Schwulsein verheimlichen auch heute noch viele Prominente. Es geht halt darum, seine jeweilige Klientel zu erhalten. So Selbstbewusst wie Roland Emmerich gehen leider nicht alle Promis damit um.

    Seine Auftritt beim ESC-Vorentscheid war schrill bis grotesk aber peinlich? Nachdem wir mit sogenannten seriösen Beiträgen seit vielen Jahren auf dem letzten oder vorletzten Platz landen glaube ich kaum, dass es etwas ausgemacht hätte, wenn Mosi für Deutschland in's Rennen gegangen wäre.

    Es trifft zu, dass sein Laden bloß schöner Schein war und er keinen Fadel in eine Nadel bekam. Aber wieviele Täuschungen gibt es denn im Geschäftsleben? Hier kam mal eine auf, das ist aber schon die Ausnahme. Ich bin mir sicher, dass viele Modeschöpfer die Entwürfe ihrer Couturiere einreichen.

    Mit Ihnen stimme ich überein, dass Moshammer etwas magnetisches an sich hatte. Er war ein schriller Vogel im positiven Sinn. Umgebracht wurde er übrigens nicht von einem Stricher. Er hat den Iraker nur zufällig angesprochen. Da erhebt sich mir die Frage, warum er nicht einen der Dutzenden in München buchbaren Escorts genommen hat. Für ihn war es wohl ein Kick, südländisch aussehende Heteros mit hohen Gagen anzulocken und genau das wurde ihm - leider - zum Verhältnis.
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