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Safer Sex durch Therapie

Studie: 16.889 Fälle von Bareback-Sex und keine HIV-Übertragung

HIV-Positive, die sich in einer erfolgreichen Behandlung befinden, können laut einer groß angelegten Studie das Virus selbst bei kondomlosem Sex nicht auf ihren negativen Partner übertragen.


HIV-Positive, deren Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze liegt, können das Virus praktisch nicht auf ihren Partner übertragen (Bild: Man's Art)

Die Präventionsmethode "Safer Sex durch Therapie" wirkt: Eine am Dienstag auf der 9. Konferenz der Internationalen Aids-Gesellschaft in Paris vorgestellte Studie der Universität von New South Wales in Sydney kommt zu dem Ergebnis, dass ein männlicher HIV-Positiver den Virus praktisch nicht auf seinen gleichgeschlechtlichen negativen Partner übertragen kann, wenn er erfolgreich eine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten durchführt – sogar dann, wenn das Paar bei Analverkehr keine Kondome benutzt. Damit bestätigte die bislang größte Studie ihrer Art ältere Untersuchungen.

In der Studie verfolgten die Forscher 358 schwule Paare aus Brasilien, Thailand und Australien über den Zeitraum von vier Jahren. Insgesamt hatten die Männer 16.899 Mal Bareback-Sex. Dabei kam es zu keiner einzigen HIV-Übertragung auf den negativen Partner. Zwar wurden drei der negativen Männer im Verlauf der Studie positiv getestet, allerdings zeigten genetische Untersuchungen, dass sie sich nicht bei ihrem Partner angesteckt hatten.

Zu Beginn hatten 78 Prozent der HIV-Positiven eine Viruslast, die durch Einnahme von Medikamenten nicht mehr nachgewiesen werden konnte. Diese Zahl erhöhte sich bis zum Ende der Studie auf 98 Prozent. Insgesamt gab es laut den Autoren sogar in 0,9 Prozent der Fälle ungeschützten Anal-Sex, während das HI-Virus im Körper des Positiven nachgewiesen werden konnte.

Ein Drittel der Negativen nahm PrEP ein

Außerdem nahmen 32 Prozent der HIV-negativen Probanden eine Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) ein, also ein Medikament, das vor einer Ansteckung schützt. PrEP wird von der Weltgesundheitsorganisation seit wenigen Wochen als "unentbehrliches Arzneimittel" aufgeführt und ist auch in Deutschland auf Rezept erhältlich. Allerdings kommen die Krankenkassen bislang nicht für die teuren Pillen auf. Die Deutsche Aids-Hilfe fordert bereits seit längerem die Erstattung, um die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland zu senken.

"Eine nicht nachweisbare Viruslast verhindert effektiv die Übertragung von HIV bei schwulen Paaren", so fasste Studienleiter Andrew Grulich die Ergebnisse zusammen. Der Professor nannte das Ergebnis "aufregend" und eine "lebensverändernde Nachricht" für Paare mit unterschiedlichem HIV-Status.

Nach heutigen modernen HIV-Therapien müssen Positive eine Tablette pro Tag zu einer festgelegten Uhrzeit einnehmen, um sicherzustellen, dass ihre Viruslast unter der Nachweisgrenze bleibt – nur dann gilt auch kondomloser Sex als Safer Sex. Vergisst der Positive die Einnahme, kann die Viruslast allerdings rasch wieder ansteigen. Forscher arbeiten bereits daran, dass nur noch eine Injektion pro Monat notwendig ist, um den Schutz sicherer zu machen. (dk)



#1 PositivAnonym
  • 26.07.2017, 12:15h
  • Also Tablette zur festgelegten Uhrzeit einnehmen war vor 20 Jahren. Jetzt heißt es einfach täglich. Und der Schutz ist nicht sofort weg, so dass eine einmalige Vergesslichkeit nicht ins Gewicht fällt.
    Früher hatte man ein Sammlung von Tabletten oder Saft, die zu bestimmten Zeiten -teils vor und teils nach Mahlzeiten- genommen werden mussten.
    Das war unangenehm und unpraktisch.
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#2 schwarzerkater
#3 SebiAnonym
  • 26.07.2017, 19:50h
  • Ja, die Therapie wirkt.

    Aber wirklich auch nur, wenn der Positive sehr diszipliniert jeden Tag zur selben Zeit seine Pille nimmt und das nie vergisst.

    In einer Beziehung mag man sich darauf verlassen können, bei Sex mit Fremden würde ich dennoch immer ein Kondom nehmen.

    Und bitte auch nicht vergessen, dass es außer HIV noch viele weitere sexuell übertragbare Krankheiten gibt, die teilweise nur lästig sein mögen, teilweise aber auch schwere irreparable Schäden verursachen oder gar zum Tod führen können.

    Insofern sind das zwar gute Nachrichten, aber Kondome sind nach wie vor unverzichtbar.
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#4 auchPositivAnonym
  • 26.07.2017, 21:02h
  • Lustig. Die Studie sagt also aus, wenn Positive unter der Nachweisgrenze sind, können die bare ficken, ohne jemanden anzustecken. Negative müssen also weiter mit Kondom vögeln, damit sie sich nicht anstecken mit HIV. Oder anders, Kondome sind sinnlos, notfalls gibts Medizin, wenn man unverhofft den Status wechselt. OK, ein paar Wochen Wartezeit, bis man unter der Nachweisgrenze ist. Und Medikamente kostenlos. Wow. Alles mal etwas überspitzt sorry. Ich erfahre, alle 3 Monate, ob ich unter der Nachweisgrenze bin und das bin ich, die letzte Zeit, immer. Hab was nachzuholen.... Na ganz so schlimm ist es nicht. Irgendwie keine Lust mehr auf vögeln. Zu alt vermutlich, oder gehemmt, bevor ich diesen Artikel las.
    An Nr. 1: Meine Medikamente nehme ich trotzdem täglich zur gleichen Zeit. Da brummt mein Handy. Schon damit ich es nicht vergesse.
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#6 TheDadProfil
#7 Sven100Anonym
#8 AntiTrollAnonym
#9 Homonklin44Profil
  • 27.07.2017, 13:03hTauroa Point
  • Okay, wenn unter der Nachweisgrenze identisch ist mit frei von Viren, muss man das als riesigen Erfolg anerkennen, denn dann können die ehemals Infizierten als Geheilte gelten.

    Solche Nachrichten erfreuen natürlich auch den Skeptiker ;o)
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#10 SanottheProfil
  • 27.07.2017, 13:37hRhüffel-Ostend
  • Antwort auf #9 von Homonklin44
  • Vorsicht! Das stimmt so nicht - denn:

    "Nach heutigen modernen HIV-Therapien müssen Positive eine Tablette pro Tag zu einer festgelegten Uhrzeit einnehmen, um sicherzustellen, dass ihre Viruslast unter der Nachweisgrenze bleibt [...]. Vergisst der Positive die Einnahme, kann die Viruslast allerdings rasch wieder ansteigen."

    Geheilt wäre jemand, der keine Medikamente mehr nehmen müsste. So weit sind wir leider (noch?) nicht.
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