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Fans sind sauer

Disney schneidet Homo-Kuss aus "Descendants 2"

In den USA gibt es Kritik an der Entscheidung von Disney, einen gleichgeschlechtlichen Kuss aus einem Film herauszuschneiden.


Die "Descendants"-Fans müssen auf diese Szene verzichten (Bild: Instagram / thomasadoherty)

Für den Fernsehfilm "Descendants 2" wurde zwar ein Schmatzer zwischen zwei Männern gedreht, in der vor wenigen Tagen in den USA ausgestrahlten Version des Filmes ist davon aber nichts zu sehen. Das führte in sozialen Netzwerken zu teils heftiger Kritik an der Produktionsfirma Disney, die den Musicalfilm für seinen eigenen Fernsehkanal produziert hatte. In Deutschland soll der Film im Herbst in einer Synchronfassung im Free-TV-Kanal Disney Channel gezeigt werden.

"Descendants 2" handelt – wie schon der erste Teil – von den Nachfahren von berühmten Disney-Helden und -Schurken. Zwar gab es in dem Film reichlich Küsse, allerdings nur von verschiedengeschlechtlichen Paaren. Ein laut einer Fanseite in der Buch-Version des Filmes vorhandener Kuss zwischen Gil, dem Sohn von Gaston aus "Schöne und das Biest", und Harry Hook, dem Sohn von Captain Hook aus "Peter Pan", wurde im Film nicht gezeigt.

Direktlink | "It's Goin' Down" bei "Descendants 2" – auch ohne Homo-Kuss

Schauspieler posteten Kussbild

Die beiden Schauspieler Thomas Doherty (Harry) und Dylan Playfair (Gil) veröffentlichten jedoch auf Instagram das Foto einer Kussszene – und zeigten so, dass sie gedreht worden war. Viele Fans reagierten empört über den Schnitt: "Warum kann Disney nicht einfach Schwule unterstützen?", fragte ein Fan auf Instagram. Ein Twitter-Nutzer schrieb: "Disney hat uns des Gil- und Harry-Kusses beraubt."


Gil (li.) wird dargestellt vom kanadischen Nachwuchsschauspieler Dylan Playfair, Harry Hook vom Schotten Thomas Doherty (Bild: Disney)

Bereits im März hatte es vor der Kinopremiere von "Die Schöne und das Biest" Aufregung um einen "exklusiv schwulen Moment" (Regisseur Bill Condon) gegeben. Selbst diese recht harmlose Szene, in der Gils Vater Gaston kurz mit LeFou tanzt, löste Schnappatmung bei Zensoren aus homophoben Ländern aus. So gab es in Russland und Malaysia Debatten, ob der Film wegen dieser Szene verboten werden soll. Am Ende haben beide Länder "Die Schöne und das Biest" doch erlaubt, in Kinos aufgeführt zu werden. In Russland wurde der Kinderfilm aber wegen der einen schwulen Szene ab 16 Jahren freigegeben (queer.de berichtete). (dk)



#1 TimonAnonym
  • 26.07.2017, 15:01h
  • Die typische Prüderie und Bigotterie a la Disney.

    Heteropaare dürfen sich leidenschaftlich küssen, aber bei schwulen oder lesbischen Paaren ist dasselbe dann plötzlich jugendgefährdend...

    Ich erwarte nicht, dass es in jedem Film auch gleichgeschlechtliche Küsse geben muss ( wobei es statistisch schon deutlich mehr Filme sein müssten, wenn man gesellschaftlichen Realitäten nicht widersprechen will). Aber wenn das eigentlich vorgesehen war, sowas zu zensieren, ist scheinheilig und menschenverachtend. Das bestätigt letztlich nur Homohasser, dass sowas aus der Öffentlichkeit verschwinden muss und angeblich eine Gefahr für die Jugend und die ganze Gesellschaft sei.
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#2 KadanzeAnonym
  • 26.07.2017, 16:49h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Ich bin heterosexuell und ERWARTE, das diese Szene wieder integriert wird! Das 'rauszuschneiden ist ein Unding und Frech.

    Wenn ich schwul wäre, würde ich denen auf die Barrikaden steigen.
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#3 SebiAnonym
  • 26.07.2017, 18:22h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • "Die typische Prüderie und Bigotterie a la Disney."

    Nicht nur Disney, sondern viele US-Konzerne.

    Man betrachte nur mal Facebook, Twitter, Amazon, Google, Apple, Microsoft & Co.
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#4 JadugharProfil
  • 26.07.2017, 20:14hHamburg
  • Was wäre, wenn man jeden homophoben Politiker und alle Geistlichen egal welcher Art in allen Medien immer herausschneiden würde und sie öffentlich als jugendgefährdend einstuft, was sie meines Erachtens auch sind?
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#5 David KAnonym
  • 27.07.2017, 12:14h
  • Antwort auf #3 von Sebi
  • Ja, Hetze, Gewaltaufrufe, Anleitungen zum Bombenbau, religiöser Fanatismus, etc. bleibt auf Facebook, Twitter, YouTube, etc. immer stehen. Das ist angeblich freie Rede.

    Aber ein schwuler Kuss wird zensiert...

    Nur ein weiterer Beleg, dass wir in Europa eine starke Kultur (inkl. starker Film-Industrien) und auch unabhängige, datenschutzfreundliche, Internet-Inhaltsanbieter, Suchmaschinen, soziale Netzwerke, etc. brauchen.
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#6 Ingo LAnonym
  • 27.07.2017, 15:17h
  • Antwort auf #5 von David K
  • Deutschland, Frankreich, Großbritannien und teilweise auch noch Italien und die skandinavischen Länder haben teilweise starke Film- und Musikwirtschaft.

    Aber was Internetfirmen angeht, gebe ich Dir vollkommen recht: dass Websuche, soziale Netzwerke, Videoplattformen, Internethandel, etc. (und auch die Netzverwaltung) quasi komplett in US-amerikanischer Hand sind (noch dazu in privatwirtschaftlichen Händen), ist ein Unding. Da bräuchten wir dringend europäische Alternativen, die europäische Datenschutz-Standards achten, aber z.B. auch beim Thema Zensur andere Maßstäbe haben.
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