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"Zahlreiche Klischees"

Drei Millionen Euro Strafe für homophoben "Scherz"

In einer Livesendung des französischen TV-Senders C8 hatte Moderator Cyril Hanouna ahnungslose schwule Singles angerufen und durch den Kakao gezogen – jetzt reagierte die Rundfunkaufsicht.


Moderator Cyril Hanouna gilt als Star des französischen Privatsenders C8 (Bild: Europe 1)

Die französische Rundfunkaufsicht Conseil supérieur de l'audiovisuel (CSA, deutsch: Hoher Rat für audiovisuelle Medien) hat den Fernsehsender C8 am Mittwoch zu einer Geldstrafe von drei Millionen Euro verurteilt. Grund ist ein homophober "Scherz" in der Sendung "Touche Pas A Mon Poste" (TPMP) vom 18. Mai.

Moderator Cyril Hanouna hatte in der Live-Sendung mit schätzungsweise 750.000 Zuschauern schwule Männer angerufen, die auf eine gefälschte Anzeige in einer Online-Partnerbörse reagiert hatten, und diese dann veralbert. Bei der Rundfunkaufsicht gingen seitdem fast 47.000 Programmbeschwerden ein – so viele wie nie zuvor.

Verletzung der Privatsphäre

Der CSA begründete die hohe Strafe damit, dass über den Sender "zahlreiche Klischees" und Stereotype über Homosexuelle verbreitet worden seien. Der private TV-Sender C8 habe gegen den Respekt vor dem Privatleben und die Verpflichtung verstoßen, Diskriminierungen zu bekämpfen. Dem Vorschlag der Ermittler, Hanounas Show für eine Woche abzusetzen, folgte der Rat jedoch nicht.

Die Sendung "Touche Pas A Mon Poste" war bereits mehrfach wegen Sexismus verwarnt worden. C8 kündigte an, rechtlich gegen die Geldstrafe vorzugehen. (cw)



#1 Dont_talk_aboutProfil
  • 27.07.2017, 10:20hFrankfurt
  • So ein Bloßstellen von Partnersuchenden geht ja wohl gar nicht, ganz unabhängig von der sexuellen Orientierung. Ich hoffe, der Sender geht davon pleite. 3 Mio wäre bei 750.000 Zuschauern zur Prime Time, falls man sich nur aus Werbung finanziert, ja erstmal zu stemmen
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#2 AlexAnonym
#3 TimonAnonym
  • 27.07.2017, 11:18h
  • Richtig so.

    Homophobie als angeblichen Humor verkaufen zu wollen, macht sie auch nicht besser.

    Und unbedarfte Menschen am Telefon zu verarschen, das ohne ihr Wissen mitzuschneiden und ohne ihr Einverständnis zu veröffentlichten, geht gar nicht.
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#4 PatrAnonym
  • 27.07.2017, 11:43h
  • Finde ich gut. Einer der Angerufen war sogar noch Teenager und hatte anschließend große Angst, dass er im Zuge der medialen Polemik um Hanouna bei seinem Umfeld und seinen homophoben Eltern unfreiwillig geoutet wurde.

    Hanouna hatte sich anschließend nur mit großer Verzögerung und auf eine ziemlich reuelose Art entschuldigt. Leider wird die tägliche Sendung, die die Cashcow des Senders ist, wohl noch lange weitergehen.
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#5 David KAnonym
  • 27.07.2017, 12:03h
  • Der unsägliche Paul Panzer hat früher hier in Deutschland ja auch oft solche Aktionen gebracht (oder vielleicht sogar immer noch?).

    Es sind immer die absolut unwitzigen Leute (die aber so gerne witzig wären), die dann "Witze" auf Kosten anderer machen, indem sie andere vorführen und der Lächerlichkeit preisgeben.

    Solche eiskalten Menschen interessieren sich kein bisschen für die Privatsphäre anderer Menschen und gehen über Leichen wenn es ihrer Karriere nützt.
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#6 MmmmAnonym
  • 27.07.2017, 12:06h
  • Am besten noch alle Firmen die Werbung in diesem Sender machen Anschreiben und boykottieren, damit die auch Druck auf Sender machen um erneute Diskriminierung vorzubeugen
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#7 David KAnonym
  • 27.07.2017, 12:06h
  • Antwort auf #4 von Patr
  • Ja, hätte sich dieser verzweifelte Teenager das Leben genommen, wäre das eindeutig die Schuld von diesem Proleten-Sender C8 und vom Hetzer Cyril Hanouna, der nur Lacher bekommen kann, wenn er andere Menschen vorführt und lächerlich macht.

    Gut, dass die Strafe so hoch ist, vielleicht lernen die dann endlich mal Respekt gegenüber Menschen. Da bisher alle Appelle und Vernunft und Menschlichkeit nicht fruchteten, bleibt nur noch so eine hohe Strafe.
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#8 Homonklin44Profil
  • 27.07.2017, 12:13hTauroa Point
  • Schön zu lesen, dass sowas auch mal halbwegs vernünftig geahndet wird, und nicht, wie hierzulande üblich, mit Meinungsfreiheit oder Kunstfreiheit gerechtfertigt wird.

    Wenn man das so mitkriegt, was manche Comedians über Menschengruppen, nicht nur LGBTIQ, so loslassen, möchte man den Unterhaltungszweig meiden. Ohne Fernseher lebt es sich einigermaßen befreit von dieser Art "Show".
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#9 Ingo LAnonym
  • 27.07.2017, 15:13h
  • Als allgemeine, nicht personalisierte Satire muss meiner Meinung nach vieles möglich sein. ABER wenn es sich konkret gegen einzelne Personen richtet oder einzelne Personen rausgepickt und vorgeführt werden, finde ich das nicht in Ordnung. (Das ist natürlich anders bei Personen des öffentlichen Lebens, wie Politiker, Sportler, "Royals", etc., aber ansonsten sollte das Recht auf Privatheit über der Kunstfreiheit stehen.)
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#10 PinoAnonym
  • 27.07.2017, 15:27h
  • Vielleicht sollte man Herrn Hanounas Familie auch mal so gegen deren Willen in die Öffentlichkeit zerren...

    Vielleicht merkt er dann mal, wie das ist, wenn man es ihm mit gleicher Münze heimzahlt...
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