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Umfrage in Großbritannien

Brexit-Unterstützer sind homophober

Eine Umfrage zum 50. Jahrestag der Abschaffung des Homo-Verbots zeigt, dass noch immer viele Briten Homosexualität für unnatürlich halten – besonders hoch ist der Anteil unter Torys, Älteren und Brexit-Fans.


50 Jahre nach der Legalisierung glauben immer noch vier von zehn Briten, Homosexualität sei unnatürlich (Bild: William Murphy / flickr)

Die Mehrheit der Briten, die aus der Europäischen Union austreten wollen, ist homophob: Laut einer am Donnerstag veröffentlichten YouGov-Umfrage im Auftrag des LGBTI-Magazins "Pink News" glauben 59 Prozent der Brexit-Unterstützer, dass gleichgeschlechtlicher Sex unnatürlich ist. Bei den EU-Fans liegt der homophobe Anteil nur bei 25 Prozent. Insgesamt betrachten damit vier von zehn Briten gleichgeschlechtlichen Sex als unnatürlich.

Weitere Ergebnisse zeigen unter anderem, dass sogar 68 Prozent der Brexit-Befürworter gegen Homo-Aufklärung an Grundschulen sind. Bei den Briten, die in Europa bleiben wollen, sind es immer noch 29 Prozent.

Die Umfrage zeigt auch, dass konservative Wähler homophober sind als die Fans der sozialdemokratischen Labour-Partei oder der Liberaldemokraten. 61 Prozent der Tory-Anhänger glauben, dass gleichgeschlechtlicher Sex nicht natürlich ist. Demgegenüber sagen 73 Prozent der Labour-Wähler und sogar 78 Prozent der Liberaldemokraten, Homo-Sex sei natürlich.

Auch zwischen Jung und Alt gibt es große Unterschiede: So sagen 78 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, Homosexualität sei natürlich, während 69 Prozent der über 65-Jährigen die gleichgeschlechtliche Liebe für unnatürlich halten.

Für die Umfrage wurden insgesamt 1.609 Erwachsene zwischen dem 23. und 24. Juli online befragt. Anlass ist der 50. Jahrestag der Legalisierung von Homosexualität in England und Wales. Der "Sexual Offences Act", der Haftstrafen für einvernehmlichen gleichgeschlechtlichen Sex abschaffte, wurde am 27. Juli 1967 von Königin Elisbabeth II. unterzeichnet. Sex in der Öffentlichkeit oder zwischen mehr als zwei Männern wurde allerdings noch weiter bestraft, das Schutzalter für schwulen Sex war noch bis 2000 höher als für heterosexuellen oder lesbischen Sex.

May: Wir sind weit gekommen

Die konservative Premierministerin Theresa May erklärte anlässlich des Jahrestages, dass es in ihrer Partei beim Thema Homosexualität noch einige Vorbehalte gebe, aber dass man inzwischen "weit gekommen" sei. Es gebe dennoch nach wie vor viel zu tun. Die Regierungschefin erklärte weiter, dass "wir in der Vergangenheit bei diesem Thema falsch lagen".

Tatsächlich war für die Torys Homophobie lange Programm: Unter Premierministerin Margaret Thatcher wurde 1988 "Clause 28" eingeführt, eine Art Homo-"Propaganda"-Gesetz für lokale Behörden. Es untersagte unter anderem Lehrern, an Schulen positiv über Homosexualität zu sprechen. Das Gesetz wurde erst 2003 wieder abgeschafft.

Erst nach 13 Jahren in der Opposition und der Einführung von Lebenspartnerschaften durch die Labour-Regierung unter Tony Blair räumten die Konservativen viele ihrer homophoben Positionen: Premierminister David Cameron drückte 2013 sogar die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gegen Widerstände in der eigenen Partei durch (queer.de berichtete). (dk)



#1 Sven100Anonym
  • 29.07.2017, 12:02h
  • "61 Prozent der Tory-Anhänger glauben, dass gleichgeschlechtlicher Sex nicht natürlich ist."

    Und das, obwohl der konservative Premierministerin 2013 die Ehe öffnete.

    Wieder einmal ein Beispiel dafür, dass man nicht glauben sollte, mit der Öffnung der Ehe breche das Paradies für Schwule und Lesben an.

    Bei vielen Menschen, egal, in welcher Partei sie Mitglied sind, sitzen homophobe Gefühle tief. Diese Gefühle ändern sich nicht dadurch, dass Gesetze geändert werden. Und auch Aufklärung hilft nicht viel, weil bei Menschen tiefe Gefühle und Emotionen berührt werden.
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#2 TheDadProfil
  • 29.07.2017, 21:36hHannover
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • ""Und das, obwohl der konservative Premierministerin 2013 die Ehe öffnete.""..

    Welche ""PremierministerIN"" denn ?

    Die Ehe-Öffnung in Great Britain war die Arbeit des kleineren Koaltionspartners der Liberalen, die mit der Labour-Partei gemeinsam die Stimmen brachte, die dazu notwendig waren !

    Aber wer so wenig über die politische Lage weiß. wird demnächst wohl auch völlig schamlos behaupten die Mutti habe bei uns die Ehe geöffnet..
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