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Hamburg Der Hamburger Justizsenator Roger Kusch (CDU) hat den CSD als unnötig beschrieben. Der 50-Jährige, der "nach eigenen Angaben selbst homosexuell" (AP) ist, sagte der "Hamburger Morgenpost" zur Parade am Samstag: "Politisch ist sie mit Sicherheit nicht mehr nötig. Aber sie ist ein gesellschaftlich belebendes Element und verdient Unterstützung. Aber ungefähr so wie auch das Alstervergnügen." Schwule und Lesben hätten es nicht mehr nötig, "sich zu inszenieren noch sich zu verstecken", und Hamburg sei "nicht nur die schönste Stadt Deutschlands, sondern auch die schwulen- und lesbenfreundlichste", so Kusch weiter, trotz gegenteiliger Kritik der GAL. Rechtlich sei nichts zu tun: "Das Einzige, was man noch fordern kann, ist die rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften und der Ehe. Aber Forderungen, die Geld kosten, sind im Augenblick nur dann denkbar, wenn sie gesellschaftlich unter den Nägeln brennen." Das gelte auch für das geplante, bundesweite Antidiskriminierungsgesetz: "Ein Gesetz, das Arbeitsplätze vernichtet, ist für Deutschland Gift. Ich bin sicher, dass mich die Mehrheit der Schwulen und Lesben in meinem Kampf gegen dieses Gesetz unterstützen", sagte Kusch der Zeitung. Der Politiker rechtfertigte auch Kürzungen bei Coming-out-Projekten und Aids-Hilfen. "Die Comingout-Hilfe war ein unterstützungswertes Unternehmen. Aber in einer Großstadt wie Hamburg im Jahr 2005 kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass eine solche Hilfe noch nötig ist", so Kusch, der sich erst nach dem drohenden Outing durch Ronald Schill der Öffentlichkeit gegenüber als schwul erklärte. "Und HIV-infizierte Menschen haben in Deutschland volle medizinische Hilfe. Heute ist HIV nicht mehr anders wahrzunehmen als andere Krankheiten", so Kusch. (nb)



Große Koalition des Stillstands

In der Homopolitik hat die SPD der Union kampflos das Feld überlassen, der LSVD ist orientierungslos. Ein Standpunkt von Michael Kauch (FDP).

19 Kommentare

#1 Lieber kuscheln statt kuschenAnonym
  • 09.06.2005, 16:04h
  • Mensch, super: Das Homoparadies ist da. Nie wieder Diskriminierung, nie wieder blöde Sprüche und gleiche Rechte haben wir auch.

    Auf welchem Stern lebt der Mann eigentlich?
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#2 FabianAnonym
  • 09.06.2005, 16:18h
  • Da von rechtlicher Gleichstellung und voller gesellschaftlicher Akzeptanz noch lange keine Rede sein kann, sind die CSDs noch lange nicht überflüssig!

    Herr Kusch ist ja schon öfters durch solche Äußerungen aufgefallen, da wundert mich auch diese totale Fehleinschätzung nicht.
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#3 andyAnonym
  • 09.06.2005, 16:35h
  • hi , es wäre schön , wenn das wahr wäre . vielleicht ist es so für herr kusch ! toll!zumindest einer ist happy !
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#4 AngelpowerAnonym
  • 09.06.2005, 16:42h
  • Wer hat an der Uhr gedreht ist es wirklich schon so spät ist es wirklich schon 2155 und die Gleichberechtigung jedweder Minderheit ist anerkannt`?! Bei Herrn Kusch muste man ja schon leider allzu oft erlben , das er ein bigotter verklemmter Schwuler ist, falls er überhaupt schwul ist. Vielleicht erzählt er das ja auch nur um seine dämlichen Aussagen besser unterstreichen zu dürfen. Egal ob so oder so Kusch ist ein Beispiel dafür, wie sehr sich trotz angeblicher Tolernaz die er behauptet, viele Schwule immer noch selber unterdrücken. Weiter so Herr Kusch , bald können Sie das mit Merkel und Stoiber und CO im Bund so betreiben- schrecklich!
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#5 Jochen HeckerAnonym
#6 rudolfAnonym
  • 09.06.2005, 17:08h
  • @Angelpower

    Du hast völlig recht! Kusch erinnert mich sehr an die assimilierten deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens vor 100 Jahren, die dachten, der Antisemitismus würde verschwinden, wenn man ihn einfach ignorierte. Sicher ging es ihnen besser als den Juden in den meisten Ländern der Welt, aber wir wissen alle, daß eine solche Naivität zu einem grausamen Erwachen führen kann.
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#7 wolfAnonym
  • 09.06.2005, 17:18h
  • in welchem jahrhundert und in welchem hamburg lebt dieser herr kusch ???
    wie abgehoben ist dieser kerl ?

    aids-prävention ect., gleichberechtigte mitbürger, die schliesslich steuern zahlen ( also auch für die finazielle situation der stadt aufkommen ), dass sollte den hamburger bürgern sehr wohl unter den fingernägeln brennen !
    aber bei dieser cdu-schwuppe ist wohl eher eine sicherung durchgebrannt.

    und genau solche schwulen brüder wollen sich noch vor den karren des csd spannen ????
    dem muss wirklich der hosenboden stramm gezogen werden, am besten am andreaskreuz.
    nie etwas für irgendwelche rechte getan zu haben und wenn alles halbgar ist zu behaupten, es ist doch alles in wunderbarster ordnung, pfui deibel, typisches schwuchtelverhalten, deswegen klappts auch nicht mit dem nachbarn.
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#8 Mutter MadonnaAnonym
  • 09.06.2005, 19:04h
  • Ich bin auch darüber in der MoPo gestolpert. Konnte mich ja nicht beherrschen und habe gleich mal einen kleinen Leserbrief an die MoPo geschickt und ihn auch in meinem Tagebuch veröffentlicht! :-)

    misterworld.blogspot.com
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#9 Mutter MadonnaAnonym
  • 09.06.2005, 19:06h
  • Ich bin auch darüber in der MoPo gestolpert. Konnte mich ja nicht beherrschen und habe gleich mal einen kleinen Leserbrief an die MoPo geschickt und ihn auch in meinem Tagebuch veröffentlicht! :-)

    misterworld.blogspot.com
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#10 Jörg Korell, AIDS-Hilfe HamburgAnonym
  • 09.06.2005, 20:13h
  • Schwul oder nicht schwul spiele keine größere Rolle mehr, als blond oder nicht blond sein, meint Herr Kusch in seinem heutigen MOPO-Interview. Das wäre schade – allein schon wegen der Blon-dinenwitze!

    Coming out-Hilfen seien nicht mehr nötig, meint der Herr Justizsenator weiter, und HIV sei heute nicht mehr anders wahrzunehmen als andere Krankheiten. Das wiederum grenzt an vorsätzliche Kör-perverletzung im Amt!

    2.000 Menschen infizieren sich in Deutschland jedes Jahr neu mit HIV – das sind 2.000 Menschen zuviel angesichts der tödlichen Bedrohung, die bis heute von einer Aidserkrankung ausgeht. Daß insbesondere Menschen einem großen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, die wegen Diskriminierung und Angst vor Ausgrenzung nicht offen zu ihrem Leben und ihrer Sexualität stehen können, scheint eine Erkenntnis zu sein, die sich der Lebenswirklichkeit eines Mittelschicht-Yuppies nicht ohne weiteres Nachdenken erschließen mag. Der internationale Vergleich bestätigt jedoch seit vielen Jahren, daß das deutsche Modell der Förderung von Eigenkompetenz und –verantwortlichkeit eines der erfolgreichsten HIV-Präventionsmodelle ist. Ein Modell, daß in Hamburg leider zum Auslaufmodell erklärt wurde: Der Hamburger Senat, dem auch Herr Kusch angehört, hat kürzlich beschlossen, sein ohnehin reduziertes Engagement in der Aidsprävention bis Ende 2006 um ein weiteres Fünftel zurückzufahren.

    Fatal ist das falsche Entwarnungssignal, daß der Senator mit seinem Statement in die Welt sendet. Mag es auch darin motiviert sein, das offenkundig falsche Handeln seiner Regierung scheinbar zu legitimieren – Herr Kusch, der es als schwuler Mann mit einer gewissen Lebenserfahrung besser wissen müßte, trägt mit seiner Behauptung, HIV/AIDS bedürfe keiner besonderen Aufmerksamkeit mehr, die Verantwortung für neue HIV-Infektionen!

    Man kann es nicht oft und deutlich genug sagen: AIDS ist immer noch tödlich! Eine HIV-Infektion kann noch immer nicht rückgängig gemacht werden! Eine lebenslange HIV-Therapie bringt häufig gravierende Nebenwirkungen mit sich, die ihrerseits lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können. Erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität, Diskriminierungen und Ausgrenzung gehören im Leben mit HIV/AIDS sind bis heute zur Tagesordnung.

    Der Schutz vor HIV ist relativ einfach. Man braucht oft nur jemanden, mit dem man über Fragen und Unsicherheiten sprechen kann. Und dafür sind wir da! Mag der Herr Justizsenator seine Kompetenzen haben – in den Bereichen HIV-Prävention und Gesundheitsförderung liegen diese jedenfalls nicht. Vielleicht wäre er statt dessen dafür zu gewinnen, beim nächsten Alstervergnügen einige Blondinenwitze zu erzählen?
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