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Polizei sucht Verdächtigen

USA: 26-Jähriger legte Feuer in LGBTI-Jugendzentrum

Der Brand in einem Zentrum, das sich insbesondere um junge homo- und transsexuelle Obdachlose kümmert, ist offenbar vorsätzlich von einem Mann gelegt worden, der selbst die Dienste des Zentrums in Anspruch genommen hatte.


In den lokalen Abendnachrichten war die Geschichte vom Brandanschlag die Top-Meldung

Die Behörden der Stadt Phoenix (US-Bundesstaat Arizona) haben am Mittwoch bekannt gegeben, dass ein Feuer in einem LGBTI-Jugendzentrum von einem psychisch labilen 26-Jährigen gelegt wurde, der nun von der Polizei gesucht wird. Das Feuer war am 12. Juli im "one·n·ten Youth Center" ausgebrochen und hatte erheblichen Sachschaden verursacht, obwohl die Feuerwehr den Brand schnell löschen konnte.

Der mutmaßliche Täter konnte ermittelt werden, weil die Behörden am Tatort Videomaterial von Überwachungskameras fanden. Darauf ist zu sehen, wie der Mann zunächst eine brennbare Flüssigkeit im Zentrum verteilt und sich das Feuer anschließend rasend schnell ausbreitet. Die Behörden identifizierten den Mann als Darren William B., der unter einer psychischer Behinderung leide, und baten die Bevölkerung, Hinweise zu seinem Aufenthaltsort zu geben.

Direktlink | Die Behörden veröffentlichten diesen Zusammenschnitt

Das "one·n·ten Youth Center" erklärte, dass der mutmaßliche Täter mehrere Jahre die Dienste des Zentrums in Anspruch genommen habe. "Dieser junge Mann braucht offensichtlich Hilfe", so das Zentrum in einem Facebook-Eintrag. Da das Zentrum nur für Menschen unter 25 Jahren Dienste anbietet, habe seine Betreuung Anfang 2016 geendet. "Wir hatten keine Warnsignale, während er bei uns war. Es gab auch keine Hinweise darauf, dass er irgend etwas gegen unsere Organisation hat."

Zentrum hilft jungen LGBTI-Obdachlosen

Das Zentrum kümmert sich um Menschen zwischen 14 und 24 Jahren. Viele dieser jungen Erwachsenen seien von ihren Eltern nach einem Coming-out oder Outing verstoßen worden und landeten dann oft auf der Straße und recht schnell in der Prostitution, so das "one·n·ten Youth Center". Das Zentrum verteilt unter anderem Essen, Hygieneartikel und Camping-Artikel an Hilfesuchende und hilft ihnen mit Beratungsangeboten, wieder auf die Beine zu kommen.

Obdachlosigkeit unter jungen LGBTI ist in den USA ein großes Problem: Mehrere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Jugendliche, die sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten angehören, in den Vereinigten Staaten von Obdachlosigkeit weitaus mehr betroffen sind als andere. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2011 zufolge sind ein Viertel der jungen Homosexuellen in den USA "homeless" – unter Heterosexuellen beträgt der Anteil dagegen lediglich 3,2 Prozent (queer.de berichtete).

Das Jugendzentrum hatte wegen des Feuers "alles verloren", erklärte der Aktivist Nate Rhoton diese Woche gegenüber dem Lokalsender KPHO/CBS5. Gleichzeitig habe es nach Berichten über die Notlage eine große Hilfswelle gegeben. So seien seit dem Feuer 42.000 Dollar an Geldspenden aus dem ganzen Land eingegangen, gleichzeitig habe es Sachspenden von lokalen Unternehmen und Privatpersonen gegeben. (cw)



#1 VernunftAnonym
  • 28.07.2017, 13:57h
  • "Rausschmiss" wegen starrer Altergrenze und Zuständigkeit!? Die Organisation redet sich raus. Wenn er auch jenseits von 24 Jahre noch psychlogische Hilfe braucht - hätte man ihn auch an andere Adressen weitervermitteln können, anstatt die Arbeit mit ihm einfach zu beenden, oder?
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#2 TheDadProfil
  • 28.07.2017, 19:55hHannover
  • Antwort auf #1 von Vernunft
  • "" "Rausschmiss" wegen starrer Altergrenze und Zuständigkeit!? Die Organisation redet sich raus.""..

    Das machen andere Organisationen auch..
    Die Obdachlosen-Hilfen der EKD kümmern sich nach den eigenen Statuten auch nur um Menschen mit einem deutschem Pass..
    Selbst EU-Bürger kriegen dort beim Verlust der Wohnung keine Unterkunft, man verweist dann aufs "Heimatland..

    Es gibt keine Männer-Häuser analog zu Frauen-Häusern..
    Wer als Mann vor seinem Mann oder seiner Frau wegen häuslicher Gewalt flieht, geht in die Obdachlosigkeit..

    Wohnplätze für LGBTTIQ*-Kinder und Jugendliche die vor der häuslichen Gewalt der Eltern fliehen, oder von denen wegen des Coming-Outs einfach vor die Tür gesetzt werden, sind Mangelware..
    Ein Stadt wie Hannover mit um die 550.000 Einwohner hat für solche Kinder-und Jugendliche gerade einmal EINE Wohngruppe mit 10 Plätzen zur Verfügung..
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#3 Patroklos