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"Umgib dich mit guten Personen"

Arabisch, katholisch, trans – und Model

Im Interview spricht die 22-jährige Ta'alin Abu Hanna über ihre Wahl zur Miss Trans Israel vor einem Jahr und ihre Kampagne für Desigual.


Ta'alin Abu Hanna wirbt für die "Exotic Jeans"-Linie von Desigual (Bild: Desigual)

Dieser Text erschien zuerst auf
REFINERY29
Vor einem Jahr wurde Ta'alin Abu Hanna zur ersten Miss Trans Israel gekürt. Die arabischstämmige Katholikin, die in Nazareth geboren wurde, konnte sich im Mai 2016 gegen elf Mitbewerberinnen durchzusetzen (queer.de berichtete).

Bereits wenige Monate später hatte die heute 22-jährige Balletttänzerin ihren ersten Modelvertrag in der Tasche und zierte neben Oli Donoso und Cai Lee die Fotostrecke zur "Exotic Jeans"-Linie von Desigual.

Wir haben mit Ta'alin Abu Hanna über ihre Modelkarriere, die Misswahl und die LGBT-Community in Israel gesprochen.

Wie fühlt es sich an, das Gesicht einer Desigual-Kampagne zu sein?

Die Zusammenarbeit ist großartig, besonders da die Kampagne eine starke Message kommuniziert. Es geht darum Authentizität zu unterstützen: Wenn du bist, wer du bist, dann bist du ganz individuell schön. Geschlecht, Ehnizität, Herkunft, Hautfarbe oder Nationalität sind dabei egal!

Hast du das Brand auch schon vor der Zusammenarbeit gekannt?

Ich bin durch die letzte Kampagne mit Winnie Harlow auf Desigual aufmerksam geworden. Meine große Schwester liebt die Designs. Sie mag es farbenfroh.

Ist es schwieriger für dich als trans Frau Modeljobs zu bekommen?

2016 ist die Modewelt offener, wenn es um Transgendermodels geht, als noch vor einigen Jahren. Schönheit kann heutzutage Grenzen überwinden. Ich habe meine Karriere gerade erst gestartet und bin gespannt, wie es weitergeht.

Hast du viele Freunde in der Modebranche?

Models eher nicht, aber ich kenne viele Persönlichkeiten aus der Modeindustrie. Der Künstler und Fotograf Michael Liani aus Tel Aviv hat beispielsweise meine ersten professionellen Fotos gemacht. Er hat mich auch bei Desigual begleitet.

Was hat sich für dich verändert, seit du die Wahl zur Miss Trans Israel gewonnen hast?

Mehr Menschen kennen mich und bestärken mich darin, dass ich mich dazu entschieden habe, als Transgenderfrau zu leben. Ich habe den Eindruck, dass ich seitdem mehr Respekt erfahre.

Wie ist es für dich, in Israel zu leben?

Ich glaube, dass es keinen anderen Ort auf der Welt gibt, an dem ich so sein kann wie ich möchte und mich gleichzeitig so wohl fühlen kann in meiner Haut. Tel Aviv ist sehr offen. Ich bin Araberin und lebe in Israel. Das zeigt schon, wieviel Akzeptanz und Toleranz es in diesem Land gibt. Es spricht für sich, dass Tel Aviv eine der größten LGBT-Communitys auf der Welt hat.

Wann hast du zum ersten Mal realisiert, dass du eine Frau bist?

Das habe ich schon als Kind gefühlt.

Und wann hast du dich für die Transition entschieden?

Als ich mit 14 nach Tel Aviv kam, habe ich zum ersten Mal eine transsexuelle Frau gesehen. Das war für mich wie eine Antwort auf das, was ich schon lange gefühlt habe. Von diesem Moment an habe ich einfach gewusst, dass ich das machen muss. Als ich 19 war, habe ich mich dann endgültig dazu entschieden.

Wie hat deine Umgebung reagiert?

Ich kann durchaus verstehen, dass es schwer ist, eine solche Entscheidung nachzuvollziehen. Einige Familienmitglieder und Freunde haben etwas mehr Zeit dafür gebraucht. Aber jetzt unterstützen mich alle, da sie mein wahres Ich kennengelernt haben. Ich bin glücklich so, und deswegen sind sie es auch.

Bist du ein aktiver Teil der LGBT-Community in Tel Aviv?

Natürlich. Sie hat mich ganz offen aufgenommen und mir viel geholfen. Sie ist ein Teil von mir. Ich würde alles tun, um sie zu unterstützen, damit sie weiterhin so viel für die Gemeinschaft leisten kann. Ich bin ihr für immer dankbar.

Was wünschst du dir für die weltweite LGBT-Community?

Ich wünsche mir vor allem Toleranz für die Transgenderwelt. Wir müssen einander helfen und unterstützen. Seid offen füreinander und seid ehrlich zueinander.

Wie würdest du deinen persönlichen Stil beschreiben?

Im Alltag mag ich schlichte Kleidung, aber wenn ich ausgehe, darf es ruhig etwas auffälliger sein.

Wo shoppst du am liebsten?

Ich kann eigentlich überall etwas finden, wenn ich mir wirklich Mühe gebe. Egal ob Vintage oder von Marken. Aber generell gehe ich nicht so viel shoppen. Ich mag es spontan.

Welchen Rat würdest du trans Menschen geben, die eine Karriere als Model anstreben?

Umgib dich mit guten Personen! Die Branche kann nämlich durchaus etwas fad sein.

Direktlink | Kampagnenvideo mit Ta'alin Abu Hanna für Desigual



#1 ParallelfrontAnonym
  • 30.07.2017, 13:11h
  • Angesichts der irren trans-Diskussionen der letzten Tage, nehme ich mal die entscheidenden Fragen vorweg, wenn wieder die Anhänger der deutschen Trans-ist-ein-Psychotherapeuten-Thema kommen:

    Wer ist ihr Psychotherapeut?
    Hat sie ihre geschlechtliche Gewordenheit im Rahmen der Therapie zusammen mit dem Therapeuten erarbeitet?

    Fragen über Fragen...
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#2 LebenAnonym
  • 30.07.2017, 13:36h
  • Antwort auf #1 von Parallelfront
  • 90% aller trans*frauen hierzulande sind nicht mit einem so femininen Aussehen gesegnet. Das Gegenüber auf der Straße sieht einen geschminkten Mann, der Perücke trägt und einen Rock anhat. Schon alleine wegen des Bartschattens. Das muss am System in Deutschland liegen.
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#3 ParallelfrontAnonym
#4 LebenAnonym
  • 30.07.2017, 14:11h
  • Antwort auf #3 von Parallelfront
  • "Mir war nicht bekannt, dass die rechtlich-medizinischen Richtlinien in Deutschland vom Aussehen abhängen."

    Tun sie nicht, aber wie ich hier lerne, offenbar umgekehrt: hier wird feminines Aussehen durch die Richtlinien verhindert!
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#5 ParallelfrontAnonym
  • 30.07.2017, 14:24h
  • Antwort auf #4 von Leben
  • Ok, jetzt wird's interessant.

    Inwiefern hängt das zusammen? Es ist mit Sicherheit richtig, dass in Deutschland massiv auf die Bremse getreten wird. Zumindest wenn man vom rechtlichen und gesetzlich krankenversicherten Standpunkt argumentiert. Wenn sie mit Bart herumlaufen würde, hätte sie sicher Schwierigkeiten gehabt, den Wettbewerb zu gewinnen.

    Das erklärt allerdings nicht, dass es z.B. in Thailand auch solche Wettbewerbe gibt, und es dort weder gesetzliche Gesundheitsversorgung noch rechtliche Anerkennung jedweder Art gibt.

    Wieso also ist das in Deutschland anders - diese Dinge sind in Deutschland in diesem Sinne ja immer noch optional.

    Es gibt durchaus gutaussehende junge Transmädels. Die aber trotzdem in ganz anderen Lagen zu stecken scheinen. Woran liegt das?
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#6 CLI80Anonym
  • 30.07.2017, 14:31h
  • Hmm, sehr mutig von ihr auf jeden Fall! Das sehr feminine Aussehen kommt wohl von einer schon sehr früh begonnenen Hormontherapie! Hormone lassen jemanden weicher oder auch härter aussehen, besonders gut zu sehen bei Transmännern und deren Vorher/Nachher-Bildern! Je länger Testosteron gewirkt hat, des mehr sieht man es auch!
    Transfrauen haben den Vorteil, dass sie meistens größer sind als biologische Frauen und auch schmäler an den Hüften! Cellulite ist nicht möglich! Ob ich das für das heutige, leider unreale, Frauenbild/Schönheitsideal gut finde, ist eine andere Frage!
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#7 LebenAnonym
  • 30.07.2017, 14:53h
  • Antwort auf #5 von Parallelfront
  • "Es gibt durchaus gutaussehende junge Transmädels."

    Und wer nicht aussieht wie ein Model? Der wird auf der Straße als "Dreckstranse" zusammengeschlagen. Aber besser, hier wird über Therapien diskutiert, ne krankenhausreif geprügelte trans*frau kriegt die Notaufnahme schon wieder hin...
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#8 ParallelfrontAnonym
  • 30.07.2017, 15:14h
  • Antwort auf #7 von Leben
  • Huch? Zusammengeschlagen? Ist das wirklich so?

    Ich meine, das mit der Diskriminierung hört man ja immer wieder. Gewalt liest man auf queer.de auch ab und zu. Aber dann auch von Schwulen und Lesben. Glaube nicht, dass es mit dem Aussehen zu tun hat, sondern eher ein Toleranzproblem und der Hass auf "andere" ist.

    Wären bessere Gesetze gegen Gewalt nicht angebracht? Die junge Türkin (queer.de hat berichtet) Hande Kader ist letztes Jahr verbrannt worden und auch sie sah gut aus.

    In Südamerika sind Transfrauen in permanenter Lebensgefahr, aber auch sie zeigen sich. Ich verstehe nicht genau, worauf du hinauswillst?
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#9 LebenAnonym
#10 LebenAnonym
  • 30.07.2017, 15:30h
  • Antwort auf #8 von Parallelfront
  • "Glaube nicht, dass es mit dem Aussehen zu tun hat, sondern eher ein Toleranzproblem und der Hass auf "andere" ist."

    Und woran erkennen die Täter, dass hier jemand "anders" ist? Woran erkennen Jugendliche, dass eine Frau trans ist, wenn sie ihr auf der Straße begegnen?
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