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Erneute Verfolgungswelle

Nigeria: 42 Männer wegen angeblicher Homosexualität festgenommen

Die Polizei stürmte ein abseits gelegenes Hotel in der Region Lagos und will die Männer nun vor Gericht bringen.


In Nigeria hat sich in den letzten Jahren die Lage von Schwulen und Lesben drastisch verschlechtert – in manchen Regionen können auch letztere für einvernehmlichen Sex oder andere "Vergehen" bestraft werden (Bild: jbdodane / flickr / by 2.0)

Die nigerianische Polizei hat offenbar erneut eine Gruppe von Männern wegen angeblicher Homosexualität festgenommen. Regionalen Medienberichten zufolge stürmte die Polizei am Samstagnachmittag ein Hotel in Weigh Bridge in der Region Owode Onirin in Lagos und nahm 42 Männer fest.

Den Männern werde Homosexualität vorgeworfen, bestätigte Polizeisprecher Olarinde Famous-Cole gegenüber mehreren Medien. Sie seien während entsprechender Aktivitäten erwischt worden und sollten nun angeklagt und vor Gericht gebracht werden.

Medien zitierten ortsansässige Zeugen, wonach das Hotel ein häufiger Treffpunkt für schwule Männer gewesen sein soll. Die Polizei hatte den Ort offenbar nach Hinweisen oder Beschwerden aus der Bevölkerung observiert.

14 Jahre Haft möglich

Homosexuelle Handlungen können in Nigeria nach einem "Unzuchts"-Paragafen aus britischer Kolonialzeit mit bis zu 14 Jahren Haft belegt werden, nach einer u.a. von der katholischen Kirche eingeforderten Strafverschärfung aus dem Jahr 2014 können auch gleichgeschlechtliche Küsse, die Teilnahme an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeitszeremonie oder die Arbeit für LGBTI-Organisationen entsprechend bestraft werden (queer.de berichtete). In mehreren muslimisch dominierten Regionen des Landes drohen zudem Peitschenhiebe und die Todesstrafe nach Scharia-Recht.

Zuletzt hatte es immer häufiger Berichte über eine Verfolgung durch staatliche Organe gegeben: In der Hauptstadt Lagos mussten sich kürzlich zwei Männer vor Gericht verantworten, weil sie in einem Hotel (einvernehmlichen) Sex gehabt haben sollen (queer.de berichtete). Der Prozess wird ebenso fortgesetzt wie ein Verfahren gegen 53 Männer, die im April in einem Hotel in der nordnigerianischen Stadt Zaria an einer gleichgeschlechtlichen "Hochzeit" teilgenommen haben sollen (queer.de berichtete).

Nigeria ist mit fast 190 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat in Afrika. Das Volk unterstützt dabei mehrheitlich die homophobe Politik der Regierung: Bei einer Mitte 2013 durchgeführten Umfrage sprachen sich 92 Prozent der Nigerianer für eine Gesetzesverschärfung gegen Schwule und Lesben aus. In jenem Jahr bekannten sich 58 Prozent der Einwohner zum Christentum und 41 Prozent zum Islam. (cw)



#1 Sven100Anonym
#2 Stephan StrotkötterAnonym
  • 31.07.2017, 20:34h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Dann wäre es ja wahrscheinlich sinnvoll, in Deutschland wieder Homosexuelle zu verfolgen, weil es dann keine islamistisch motivierten Attentate gäbe? Oder wie darf ich diesen Rechtfertigungsversuch verstehen? Und die katholische Kirche hat die Strafverschärfung auch nur wegen Boko Haram gefordert, weil sie ja eigentlich niemals irgendetwas gegen Homosexuelle hatte?
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#3 orchidellaProfil
  • 31.07.2017, 21:25hPaderborn
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Im Süden Nigerias ist es die anglikanische Kirche, die Gewalt gegen Homosexuelle schürt. Scharia und christlicher Fundamentalismus unterscheiden sich, was Homo- und Transphobie angeht, allenfalls in Nuancen.
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#4 MerkwürdigAnonym
  • 31.07.2017, 22:00h
  • Antwort auf #2 von Stephan Strotkötter
  • "Dann wäre es ja wahrscheinlich sinnvoll, in Deutschland wieder Homosexuelle zu verfolgen, weil es dann keine islamistisch motivierten Attentate gäbe?"

    Die Islamverbände, Ditib etc, würden eine Verfolgung von Homosexuellen zumindest ausdrücklich begrüßen. Vielleicht wäre Erdogan dann auch wieder netter.
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#5 ursus
  • 31.07.2017, 23:10h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • aha, am homohass der christ:innen sind die muslim:innen schuld. da muss man erst mal drauf kommen.

    offenbar sind überhaupt generell nie mehr diejenigen an hass schuld, die hassen, sondern immer irgendjemand anders.

    ach nein, natürlich nicht irgendwer, sondern immer jemand, den man selber hasst und dafür noch einen vorwand konstruiert, wenn die realität nicht ausreicht.

    willkommen im bequemen hassuniversum der billigen sündenböcke.
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#6 Andreas-J-PenkAnonym