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Proteste von Menschenrechtlern

Geplante Abschiebung aus Russland: Schwuler Journalist unternimmt Selbstmordversuch

Menschenrechtsaktivisten machen sich Sorgen um das Leben von Chudoberdi Nurmatow, der nach Usbekistan abgeschoben werden soll. Am Donnerstagabend ist eine Demo vor der russischen Botschaft in Berlin geplant.


Chudoberdi Nurmatow befrüchtet, in Usbekistan gefoltert zu werden (Bild: Facebook / Ali Feruz)

Zu Update springen: Bilder der Demo vor der russischen Botschaft in Berlin (4. August)

Der offen schwule Journalist Chudoberdi Nurmatow hat in Moskau einen Selbstmordversuch unternommen, weil er nach einer Gerichtsentscheidung von Russland nach Usbekistan abgeschoben werden soll. Das teilten die Anwälte des Reporters, der unter dem Pseudonym Ali Ferus für die unabhängige Zeitung "Novaya Gazeta" arbeitet, am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Zeitung sorgte mit der Aufdeckung der brutalen Schwulenverfolgung in der russischen Teilrepublik Tschetschenien für weltweites Aufsehen (queer.de berichtete).

Nurmatow, der in Russland geboren wurde, aber mit 17 Jahren nach Usbekistan kam und die Staatsbürgerschaft annahm, habe den Berichten zufolge noch im Gerichtssaal versucht, sich mit einem Kugelschreiber die Pulsadern aufzuschneiden. Saalwächter verhinderten die Selbsttötung. Er habe laut seinen Anwälten befürchtet, bei der Rückkehr nach Usbekistan festgenommen, gefoltert und getötet zu werden.

Abschiebung "inhuman und absurd"

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die russischen Behörden aufgefordert, die Abschiebung auszusetzen: "Ali Ferus ist offen schwul, ein Menschenrechtsaktivist und ein Koresponendent der unabhängigen Zeitung 'Novaya Gazeta'. Das ist eine so gut wie tödliche Kombination für jemanden, der nach Usbekistan ausgeliefert werden soll, wo 'Unzucht' eine Straftat und Folter an der Tagesordnung ist", erklärte Denis Kriwoshejew, der AI-Sprecher für Europa und Zentralasien.

Die in New York ansässige Organisation Human Rights Watch erklärte, es sei die Pflicht Russlands, das Leben Nurmatows zu schützen. Das Russian LGBT Network nannte die geplante Abschiebung "inhuman und absurd".

Deportation of Ali Feruz: A Statement from the Russian LGBT NetworkOn August 1st, 2017, Basmanny Court of the city of…

Posted by Russian LGBT Network on Mittwoch, 2. August 2017
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Am Dienstag war Nurmatow auf seinem Weg in die Zeitungsredaktion in Moskau verhaftet worden. Er wurde noch am selben Tag einem Richter vorgeführt, der seine Ausweisung veranlasste. Ursprünglich war er 2009 aus Usbekistan geflohenen, nachdem er von Sicherheitsbehörden festgenommen und gefoltert worden war. Der Grund: Er weigerte sich, ein Informant zu werden. Seit 2011 lebt er in Russland. Nurmatow hat bereits wiederholt Asyl im Putin-Reich beantragt, was aber abgelehnt wurde.

Demo in Berlin

Vor der russischen Botschaft in Berlin ist am Donnerstag ab 18 Uhr eine Demonstration gegen die Abschiebung Nurmatows geplant. Quarteera, ein Verein für russischsprachige LGBTI in Deutschland, hat zur Teilnahme aufgerufen.

Gestern wurde Ali Feruz, Journalist (er arbeitet bei der Zeitung Novaya Gazeta, die über Überfälle in Chechnaya…

Posted by Quarteera on Mittwoch, 2. August 2017
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Im rund 32 Millionen Einwohner zählenden Usbekistan, das bis 1991 von der Sowjetunion besetzt war, müssen Schwule wegen ihrer sexuellen Orientierung offiziell mit bis zu drei Jahren Haft rechnen. Im autoritär regierten Land zählt Homophobie zum guten Ton: So erklärte der damalige Präsident Islam Karimow im vergangenen Jahr, dass Schwule und Lesben geisteskrank seien (queer.de berichtete). Das Land, in dem 90 Prozent sunnitische Muslime sind, ist neben Turkmenistan die einzige Ex-Sowjetrepublik, in der Homosexualität noch unter Strafe steht. (dk)

 Update  04. August: Quarteera veröffentlicht Bilder der Demo vor der russischen Botschaft in Berlin

#FreeAliFeruz! Am 3.8. in Berlin – Demonstration gegen Abschiebung des schwulen Journalisten der Novaya Gazeta. English…

Posted by Quarteera on Freitag, 4. August 2017
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#1 GreenbasicAnonym
  • 03.08.2017, 13:52h
  • Queere Menschen brauchen endlich eine eigenes Land wie Israel oder der Vatikan.

    Wo queere Menschen automatisch Asyl bekommen!

    Damit man solche Menschen helfen kann
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDadProfil
  • 03.08.2017, 15:00hHannover
  • Antwort auf #1 von Greenbasic
  • ""Queere Menschen brauchen endlich eine eigenes Land wie Israel oder der Vatikan.
    Wo queere Menschen automatisch Asyl bekommen!""..

    Wenn es darum geht Verfolgten Asyl zu gewähren, muß man dafür kein "Extra-Land" "schaffen"..

    Schon gar keines wie den "Vatikan"..

    Zum gewähren von Asyl für Verfolgte ist jeder demokratische Staat verpflichtet !
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#3 SebiAnonym
  • 03.08.2017, 15:39h
  • Da sieht man wieder mal, wie verzweifelt solche Menschen sind.

    Ich hoffe, alles geht gut für ihn.
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#4 NalogoAnonym
#5 BaldwinProfil
#6 stromboliProfil
#7 MerkwürdigAnonym
  • 04.08.2017, 12:14h
  • Die wegschauende Welt fragt euch: wie hoch wäre die Gewinnsteigerung unserer Wirtschaft, wenn wir da eingreifen würden? Ihr müsstet sagen: es gibt keine. Und die Welt würde euch anlächeln und sagen: Eben.
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#8 Flieder 07Anonym
  • 04.08.2017, 12:46h
  • Wie grausam Menschen sein können. Gib ihnen Macht und sie werden sich die schwächsten Menschen aussuchen und ihnen Leid antun. Ich hoffe das der Journalist in ein Demokratisches Land ausreisen darf.
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#9 orchidellaProfil
  • 05.08.2017, 10:37hPaderborn
  • Antwort auf #8 von Flieder 07
  • Ganz deiner Meinung. Es muss doch möglich sein, Nurmatow ein humanitäres Visum zu erteilen und ihn in ein EU-Land ausreisen zu lassen. Hier ist das Auswärtige Amt gefragt. Wenn es um die Profitinteressen deutscher Energiekonzerne geht (Nord Stream 2), kann der regierungsamtliche Protest gar nicht laut genug sein. Wenn das Schicksal eines einzelnen Menschen auf dem Spiel steht, wird weggeschaut. Immer schön auf Tuchfühlung mit dem Kreml, das scheint Gabriels russlandpolitische Maxime zu sein.
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