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New York City

Rentboy-Chef zu sechs Monaten Haft verurteilt

Mit Rentboy.com habe Jeffrey Hurant nach Ansicht der Richterin zwar viel Gutes getan, etwa im Kampf gegen HIV. Dennoch sei Prostitution illegal – und daher eine Strafe angebracht.


Fast 20 Jahre lang wurde Rentboy.com betrieben, dann schaltete das Heimatschutzministerium den Dienst ab

Eine Bundesgericht im New Yorker Stadteil Brooklyn hat am Mittwoch Jeffrey Hurant, den früheren Chef der inzwischen abgeschalteten Callboy-Seite Rentboy.com, wegen Förderung von Prostitution zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Der 52-Jährige muss außerdem 7.500 US-Dollar (6.300 Euro) Strafe zahlen.

Bundesrichterin Margo Kitsy Brodie zeigte laut "New York Times" trotz der Verurteilung viel Sympathie für den Angeklagten. "Die Sache war illegal. Aber es steht außer Frage, dass sehr viel Gutes dadurch getan wurde", sagte Brodie während der Urteilsverkündung zu Hurant. "Sie haben zwei Jahrzehnte ein Verbrechen begangen. Das kann nicht ungestraft bleiben." Prostitution ist in den gesamten USA – mit Ausnahme von acht Bezirken im Bundesstaat Nevada – untersagt.

Der frühere Rentboy-CEO räumte ein, gegen das Gesetz verstoßen zu haben, schränkte allerdings ein, dass das Gesetz nicht hilfreich sei. "Meine Firma hat viele Gefahren der Sexarbeit gelindert", zeigte er sich überzeugt.

Über 10.000 Sexarbeiter waren auf Rentboy.com aktiv


Jeffrey Hurant muss ein halbes Jahr hinter Gittern verbringen

Hurant hatte von 1997 bis 2015 Rentboy.com betrieben, ohne dass die Behörden das Geschäftsmodell je bemängelt hätten. Escorts und Masseure konnten auf der Seite gegen eine Gebühr von mindestens 59,95 Dollar im Monat ein Profil anlegen, in dem sie ihre Dienstleistungen und Preise annoncierten. Die Datenbank soll über 10.500 Sexarbeiter in 2.100 Städten enthalten haben. Für ihr Kunden war der Service kostenlos. Der Schwerpunkt von Rentboy.com lag in den USA – in Deutschland standen bis zur Einstellung des Dienstes nur ein gutes Dutzend Sexarbeiter zur Auswahl.

Vor zwei Jahren schaltete das Heimatschutzministerium den Dienst ab, vergangenes Jahr erhoben die Bundesbehörden Anklage gegen Hurant und warfen ihm Geldwäsche (Höchststrafe: 20 Jahre) und Förderung der Prostitution (Höchststrafe: fünf Jahre) vor. Die Staatsanwaltschaft ließ allerdings bald den Punkt Geldwäsche im Rahmen eines Deals mit dem Angeklagten fallen. Hurant bekannte sich deshalb der Förderung der Prostitution schuldig.

LGBTI-Aktivisten waren vor zwei Jahren empört über die Abschaltung von Rentboy.com und die strafrechtliche Verfolgung von Hurant. Sie fürchteten unter anderem, dass Sexarbeiter und Kunden schwerer für die HIV-Prävention zu erreichen wären. Das Transgender Law Center beschwerte sich 2015 darüber, dass die Bundesbehörden das Leben der Sexarbeiter ohne Not schwerer machen würden, da sie jetzt auf der Straße ihre Kunden finden müssten – und dort seien sie Übergriffen hilflos ausgeliefert. Dan Savage ("It Get's Better") kommentierte die strafrechtliche Verfolgung mit den Worten: "Seit wann ist es die Aufgabe des Heimatschutzministeriums, schwule und bisexuelle Männer vor dem Kauf oder Verkauf von Blowjobs zu schützen?" (dk)



#1 SebiAnonym
  • 03.08.2017, 15:41h
  • "Dennoch sei Prostitution illegal"

    Was absolut absurd ist, da man damit Prostitution nur in den Untergrund treibt. Denn verhindern können wird man das niemals.
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#2 queergayProfil
  • 03.08.2017, 23:09hNürnberg
  • Wäre bestimmt aufschlussreich und entlarvend, wenn man die Drahtzieher im Heimatschutzministerium konkret benennen würde. Erst 20 Jahre lang zuschauen und dann den Moralapostel mimen. Nichts neues in God's own Kriegstreiber- und Todesstrafen-Country.
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