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Unterhaching

Mord an schwulem Mann nach 27 Jahren aufgeklärt

1990 wurde Eberhard K. in seiner Wohnung nahe München brutal umgebracht. Nun präsentiert die Polizei einen Mörder, der allerdings nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann.


1990 war Eberhard K. brutal in seiner eigenen Wohnung getötet worden (Bild: Christoph Scholz / flickr)

Fast drei Jahrzehnte nach dem Mord am 48-jährigen Schwulen Eberhard K. ist der Fall endlich aufgeklärt: Die Mordkommission des Polizeipräsidiums München hat am Freitag bekannt gegeben, dass ein zur Tatzeit 21-jähriger Bosnier für die Tötung verantwortlich ist. Dem Mann kann allerdings nicht mehr der Prozess gemacht werden: Er hatte im März 2014 Selbstmord begangen.

Die Leiche von Eberhard K. war am 18. Juni 1990 in dessen Wohnung in Unterhaching von Nachbarn entdeckt worden. Sie schauten nach dem Rechten, weil die Rollläden von K.s Zwei-Zimmer-Wohnung seit längerem nicht mehr hochgezogen worden waren und der Briefkasten überquoll.

Die Nachbarn öffneten mit ihrem Ersatzschlüssel die Tür und entdeckten K. leblos am Boden. Seine Leiche war mit Messerstichen übersät, um den Hals war ein Elektrokabel gewickelt. Er war laut Gerichtsmedizinern zirka zwei Wochen zuvor umgebracht worden.

Stricher verdächtigt

Die Polizei ermittelte damals unter Strichern in München, die von K. offenbar wiederholt angeheuert wurden. Damals wurde sogar ein junger Mann aus dem damaligen Jugoslawien festgenommen, der allerdings nach weiteren Ermittlungen nicht als Täter in Frage kam.

Im Rahmen der sogenannten Altfallbearbeitung haben sich nun die Beamten erneut mit dem Fall befasst und unter anderem die damals sicher gestellten Fingerabdrücke durch die europäischen Datenbanken gejagt. Mit Erfolg: In Sarajevo wurde eine Übereinstimmung entdeckt. Für absolute Sicherheit sorgte ein DNS-Abgleich.

Der mutmaßliche Täter war in seinem Heimatland kein unbeschriebenes Blatt: Er war Mitglied in einer kriminellen Bande. Die bosnische Staatsanwalt hatten den Mann unter anderem wegen versuchten Mordes und Brandstiftung angeklagt. (cw)



#1 schwarzerkater
#2 SebiAnonym
  • 04.08.2017, 17:11h
  • Schön, dass das doch noch aufgeklärt wurde, aber schade, dass der Verantwortliche nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann.

    Wobei ich auch nicht verstehe, dass so eine Altfall-Bearbeitung erst nach 27 Jahren stattfindet. Wieso kann man bei ungelösten Fällen sowas wie Fingerabdrücke und DNA-Spuren nicht in regelmäßigen Abständen (am besten einmal pro Jahr) durch die Datenbanken jagen, ob es mittlerweile einen Treffer gibt. Denn diesen Treffer hätte man ja, wenn der Täter wirklich in seiner Heimat schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, deutlich früher haben können, als er noch lebte.

    Zumindest bei schwersten Verbrechen wie Mord, Entführung, Vergewaltigung, etc. sollten bei ungelösten Fällen solche Abgleiche regelmäßig stattfinden und nicht nur nach dem Motto: wenn nach Jahrzehnten beim Aufräumen nochmal die Akte jemandem in die Hände fällt, guckt man mal, ob es zufällig mittlerweile einen Treffer gibt.

    Und das wäre ja auch nicht zu viel Aufwand, denn wir reden ja nicht davon, eine SOKO einzusetzen oder so, sondern nur davon, Daten nochmal durch die Systeme zu jagen, ob es mittlerweile Treffer gibt...
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#3 JadugharProfil
  • 04.08.2017, 20:59hHamburg
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • Ich denke, rein technisch ließen sich solche Prozeduren in Rechenanlagen ohne Aufwand automatisch erledigen, wo ungelöste Fälle wie im obigen Fall regelmäßige Datenbankkontrollen durchgeführt werden können, ohne daß man manuell einen solchen Überprüfungsprozeß anstoßen muß.
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#4 BlaaAnonym
#5 Homonklin44Profil
  • 06.08.2017, 10:54hTauroa Point
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • Ich bin da auch dafür, aber ich glaube, das Thema ist auch wegen diverser Irrglauben und Vorbehalte gegen die Polizei etwas heikel, bzw. wo Dinge wie Persönlichkeitsrechte der Täter bzw. in den Datenschutz fallende Aspekte höher bewertet stehen, als eine potenzielle Aufklärung.
    Mit dem Abgleichen von Auffälligkeitsregistern könnte man da viel machen, es müsste aber jeweils neben Fingerabdrücken auch die DNS-II.D. festghehalten werden, und noch andere "Bio-Daten".

    Der Polizei werden durch solche Diskussionen darum immer wieder Möglichkeiten verwehrt, oder auch durch juristische "Staustufen" getriebene Verkomplizierungen von Ermittlungswegen, die relativ einfach durchzuführen wären, wird der Prozess verlangsamt. Die Zusammenarbeit der Polizeien unterschiedlicher Länder oder Jurisdiktionen ist auch nicht unbedingt flüssig oder komplikationslos.

    Daher, es ginge wohl viel, wenn man wollte, und nicht immer zig Leute gegen alle verwendeten Methoden ankriteln würden.
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