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Regenbogenfamilie spezial

Transmann bringt Kind zur Welt

Für Entzückung in sozialen Netzwerken sorgt ein Transmann, der seine Schwangerschaft gemeinsam mit seinem Lebenspartner dokumentierte.


Biff Chaplow und sein hochschwangerer Partner Trystan Reese (Bild: biffandi.com)

Ein schwules Paar aus dem amerikanischen Portland will zeigen, dass ein schwangerer Mann nichts zum Fürchten ist – damit sorgen die beiden für weltweite Medienaufmerksamkeit, besonders seit der der 34-jährige Transsexuelle Trystan Reese vor zwei Wochen einen gesunden Jungen namens Leo Murray (Geburtsgewicht: 4,3 Kilo) auf die Welt brachte.

Reese präsentierte in einem zuerst auf Facebook veröffentlichtes Video mit seinem Lebenspartner Biff Chaplow stolz den Nachwuchs. Der Clip ist derzeit insbesondere in englischsprachigen Nachrichtensendungen ein Renner.

In dem knapp einminütigen Video ist das Paar kurz nach der Geburt im Krankenhausbett zu sehen. Chaplow erklärte stolz: "Das nächste Mal, wenn euch jemand erzählt, dass ein Mann kein Baby kriegen kann, schaut euch dieses Video an." Und Reese ergänzte: "Weil ich es getan habe."

Reese war als Mädchen aufgewachsen. Als Teenager war er in psychiatrischer Behandlung und entschied sich im Alter von 20 Jahren dafür, Hormone einzunehmen und fortan als Mann zu leben. Vor acht Jahren traf er Chaplow, einen Cisgender-Schwulen. Es habe sich dabei um "Liebe auf den ersten Blick" gehandelt.

"Es macht mir nichts aus, dass ich bei meiner Geburt nicht als Junge zugeordnet wurde oder dass mein Körper nicht genauso ist wie der meines Partners, der von Geburt an ein Junge war", erklärte Reese. "Es ist in Ordnung für mich, trans zu sein. Ich denke sogar, dass das wunderbar ist. Ich freue mich, dass mein Körper ist, wie er ist."

Paar zieht bereits zwei Kinder auf

Die beiden ziehen bereits seit längerem zwei Kinder auf, die jetzt sieben und neun Jahre alt sind: Sie adoptierten die Nichte und den Neffen von Chaplow, weil dessen Schwester sich nicht um die beiden Kinder kümmern konnte.

Vor einem Jahr beschloss das Paar, ein drittes Kind in ihre Familie aufnehmen zu wollen. Sie wandten sich an Ärzte, die ihnen eröffneten, dass Reese problemlos schwanger werden könne, weil er in seiner Geschlechtsanpassung bislang lediglich eine Hormontherapie durchgeführt habe.


Biff Chaplow mit den beiden Adoptivkindern, die jetzt einen kleinen Bruder erhalten haben. Bild: Biff and I / facebook

Ihre Schwangerschaftserlebnisse schildert das Paar unter anderem auf seiner Facebook-Seite "Biff and I" oder einer eigenen Homepage. Ziel der Seiten sei es, der Mehrheitsbevölkerung zu zeigen, dass sich Trystan und Biff trotz ihres eher ungewöhnlichen Wegs der Familiengründung letztendlich nicht von anderen Familien unterscheiden würden. Außerdem wolle Reese anderen Transpersonen Mut machen, da diese oft gegen Vorurteile anzukämpfen hätten.

In den letzten Jahren hatten Berichte über Schwangerschaften von Transmännern mehrfach für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt. 2013 brachte etwa ein transsexueller Mann in Berlin ein Kind zur Welt (queer.de berichtete).

Männliche Schwangerschaft bereits 1601 beschrieben

Bei der Trans-Schwangerschaft handelt es sich keineswegs um ein neues Phänomen: So hatte der italienische Soldat Daniel Burghammer im Jahr 1601 – zum Entsetzen seiner Vorgesetzten und seiner Ehefrau – ein Kind zur Welt gebracht.

Burghammer sagte damals, dass er sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsmerkmale habe – heute würde das als Intersexualität bezeichnet werden. Der Italiener konnte seine Tochter, deren biologischer Vater ein spanischer Soldat war, sogar stillen. Das Kind erhielt außerdem den Segen der Kirche, die die Geburt als "Wunder" bezeichnete.

Direktlink | Bericht über die Schwangerschaft im populären US-Magazin "Inside Edition"



#1 SebiAnonym
  • 04.08.2017, 17:24h
  • Wenn ich das richtig verstehe, hat er also zwar schon eine Hormontherapie, aber noch keine geschlechtsanpassende OP hinter sich. Also noch eine Vagina und Gebärmutter (weswegen er ja auch das Kind austragen und gebären konnte).

    Das finde ich ja vollkommen okay und finde es auch gut, dass er einen Partner gefunden hat. Wo die Liebe hinfällt.

    Worauf ich nur hinaus will:
    dann ist sein Partner doch kein "Cisgender-Schwuler", sondern allenfalls Bi. Denn ganz ehrlich: so sehr ich auch Transmenschen schätze und der Meinung bin, dass sie gleichgestellt werden sollen, aber solange ein Transmann eine Vagina hat, könnte ich nicht mit ihm Sex haben, weil ich eben schwul und nicht bi bin, also auch nicht auf Vaginas, sondern auf Penisse stehe.

    Wenn ein Transmann einen Penis hat, will ich gar nicht ausschließen, dass ich mich nicht in ihn verlieben könnte. Und ich finde es auch gut, wenn ein Transmann, der eine Vagina hat einen Partner oder eine Partnerin findet, mit dem/der er glücklich ist. Nur ist sein Partner dann eben eher bi als schwul.

    Oder gibt es auch nicht-bisexuelle Schwule, die auch Sex mit einer Vagina haben können, wenn der Rest des Körpers wie ein Mann aussieht?

    Ich meine, wie gesagt: wo die Liebe hinfällt und ich finde die beiden ein tolles Paar. Nur kann ich mir halt nicht vorstellen, Sex mit einem Mann zu haben, der noch eine Vagina hat. Aber ich finde es toll, wenn andere das können. Nur ich halt nicht, und ich glaube viele andere nicht-bisexuelle Schwule auch nicht.
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#2 AberlogoAnonym
  • 04.08.2017, 17:36h
  • Es handelt sich bei der gebärenden Person um eine Person mit XX-Chromosomen-Strängen.
    Was das für den Artikel, seine Überschrift und den Inhalt bedeutet möge sich jeder selbst fragen. Nur soviel: ein Mann (im Sinne einer Person mit XY-Chrtomosomen) kann keine Kinder bekommen. Da kann man(n) noch so viel Gott spielen, es ist naturgemäß (und das im Wortsinne!!!) nicht vorgesehen, und vor allem faktisch nicht möglich.

    "Es macht mir nichts aus, dass ich bei meiner Geburt nicht als Junge zugeordnet wurde " sagt die XX-Chromosomen tragende Person. Es war also subjektiv eine Zuordnung als Junge gewünscht. Es bleibt die Frage, wieso man Eigenschaften wie das Gebären, die klar und unzweideutig weiblich sind, noch eben im Rahmen eines Mitnahmeeffekts ausnutzt. Es ist Inkonsequent, aber passt zu einem Zeitgeist, den ich nicht teile und genauso wenig viele andere.
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#3 MerkwürdigAnonym
  • 04.08.2017, 17:52h
  • Antwort auf #2 von Aberlogo
  • "Es ist Inkonsequent, aber passt zu einem Zeitgeist, den ich nicht teile und genauso wenig viele andere."

    Danke, wir wissen bereits, dass die große Mehrheit der Bevölkerung extrem transphob ist. Ob jetzt du auch noch, tja, das macht den Kohl auch nicht... der ist nämlich bereits extrem fett.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 04.08.2017, 17:54h
  • Antwort auf #2 von Aberlogo
  • "Es bleibt die Frage, wieso man Eigenschaften wie das Gebären, die klar und unzweideutig weiblich sind, noch eben im Rahmen eines Mitnahmeeffekts ausnutzt."

    Das könnte mit einem Kinderwunsch zu tun haben (siehe Artikel).

    Aber: Geht Sie das etwas an?

    "Es ist Inkonsequent, aber passt zu einem Zeitgeist, den ich nicht teile und genauso wenig viele andere."

    Tja, Konsequenz ist nicht alles, wenn man in Kinderaugen blickt.

    Und das Zeitgeist-Gespenst kann man so lange beschwören, wie mal will, man wird es sowieso nie sehen.
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#5 CumulonimbusAnonym
#6 abcdAnonym
#7 CumulonimbusAnonym
  • 04.08.2017, 18:11h
  • Antwort auf #6 von abcd
  • Nunja, es ist so als würde man sagen, dass wenn eine Beziehung zu einem Transmann ohne Penis keine schwule Beziehung sein kann, eine Beziehung zu eine Transfrau mit Penis nur eine schwule sein kann. So ungefähr.

    Ich dachte, schwul definiert sich dadurch, dass man auf Männer steht und nicht dadurch, dass man auf Penisse steht.

    Aber genitalzentrierte Weltbilder haben bei verlassen des Cis-Tellerrandes sowieso ein grundlegendes Konsistenzproblem.
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#8 HantewiProfil
  • 04.08.2017, 18:17hSan Francisco, Ca.
  • Antwort auf #2 von Aberlogo
  • Why be racist, sexist, homophobic or transphobic when you could just be quiet?

    Who cares? We just do it. Period.

    Transmänner gebären Kinder - Transfrauen zeugen Kinder.

    An Dich verschwenden wir keinen Gedanken.
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#9 seb1983
#10 TraumzerstörerinAnonym
  • 04.08.2017, 18:26h
  • Antwort auf #2 von Aberlogo
  • Stimmt nicht, es gab vor Jahren mal einen medizinischen Bericht im Internet zu finden, wo ein Mensch beschrieben wurde, der Karyotyp XY hatte, und trotzdem mit Gebärmutter und Eierstöcken geboren wurde.

    Die meisten Menschen werden nie genetisch untersucht, wer weiß was es alles schon gab, auch wenn es eben sehr seltene Einzelfälle sind, wie der Dokumentierte von 1601.

    Schön das die Geburt gut geklappt hat, das Kind hat ja auch ein stattliches Gewicht ;) Viel Glück der Familie!
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