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Neue Richtlinien am Montag

Keusche Schwule sollen bald Blut spenden dürfen

Das generelle Blutspendeverbot für Schwule und bisexuelle Männer soll auch in Deutschland fallen. Zur Gleichstellung mit heterosexuellen Männern konnte sich die Bundesärztekammer aber nicht durchringen.


Hier dürfen bald auch Schwule rein – allerdings nur, wenn sie ein Jahr lang ihren Partner nicht anfassen (Bild: warrenski / flickr / by-sa 2.0)

Die Bundesärztekammer will nach Angaben des "Tagesspiegel" am Montag eine neue "Richtlinie Hämotherapie" vorstellen, in der das Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer gelockert werden soll. In dem Papier, das bereits online verfügbar ist (PDF), gibt es allerdings keine Gleichstellung zwischen sogenannten Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), und heterosexuellen Männern.

Schwule und bisexuelle Männer dürfen demnach künftig nur Blut spenden, wenn sie mindestens zwölf Monate lang keinen Sex gehabt haben. Das gilt auch für Sex mit dem eigenen Lebenspartner oder dem Ehemann. Heterosexuelle Personen dürfen dagegen Blut spenden, solange sie kein "sexuelles Risikoverhalten, z. B. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern" haben. Auch transsexuelle Personen sollen künftig nur ausgeschlossen werden, wenn sie durch "sexuelles Risikoverhalten" auffallen. Schwule und Bisexuelle gelten damit nach Ansicht der Bundesärztekammer weiterhin unabhängig von ihrem tatsächlich Sexualverhalten generell als Risikogruppe.

Die Reform bedeutet jedoch einen Fortschritt zur aktuellen Regelung: Bislang dürfen Männer, die nur einmal in ihrem Leben Sex mit einem anderen Mann gehabt haben, kein Blut spenden. An dieser Richtlinie gab es zuletzt immer mehr Kritik: So sprachen sich sowohl die Bundesländer als auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) für eine Aufhebung des generellen Schwulenverbots beim Blutspenden aus.

LGBTI-Aktivisten fordern Gleichbehandlung mit Heterosexuellen

Die Deutsche Aids-Hilfe, der Lesben- und Schwulenverband und andere LGBTI-Organisationen fordern bereits seit längerem eine Aufhebung des pauschalen Blutspendeverbotes aufgrund der sexuellen Orientierung. Sie setzen sich dafür ein, dass das tatsächliche Risikoverhalten der einzelnen Spender bewertet wird und nicht deren sexuelle Orientierung. Zumindest sollte die Karenzzeit auf sechs Wochen reduziert werden, da eine HIV-Infektion in diesem Zeitraum durch einen Test mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne.

Die Ein-Jahres-Regel für Schwule und bisexuelle Männer gilt bereits in mehreren anderen Ländern als Kompromisslösung. Zuletzt beschloss das belgische Kabinett im April diese Liberalisierung (queer.de berichtete). Immerhin sechs der 28 EU-Staaten betrachten allerdings nur das Risikoverhalten des Spenders – und behandeln Schwule so wie heterosexuelle Männer. Bei diesen Ländern handelt es sich um Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Was hältst du von der Lockerung des Blutspendeverbots für schwule und bisexuelle Männer?
    Ergebnis der Umfrage vom 07.08.2017 bis 14.08.2017


#1 GaykaiserProfil
  • 04.08.2017, 17:33hMülheim an der Ruhr
  • pfffffffff, ich pfeife auf diese Regelung und führe lieber ein ausschweifendes Leben. Außerdem: Wenn man von mir was will, dann hat er mir keine Vorschrift zu machen. Übrigens, wie lässt sich die Keuschheit prüfen, falls man sich zur Blutspende entschließt??? Wie borniert und unrealistisch diese Vorschrifte sind.
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#2 SebiAnonym
  • 04.08.2017, 17:34h
  • Ich finde auf jeden Fall, dass die Sicherheit von Spenderblut über allem anderen stehen muss.

    Aber ich kann dennoch diese Einschränkungen nicht verstehen.

    Auch ein nichtkeuscher Schwuler, der aber z.B. immer Kondome nutzt, kann doch genauso sicher sein, wie ein Heterosexueller. Oder sogar noch sicherer, wenn der Heterosexuelle ständig wechselnde Sexualpartnerinnen hat und ohne Gummi vögelt.

    Natürlich wird sowas immer abgefragt, aber da kann man ja auch lügen. Erst recht die Leute, die Blut spenden, weil sie finanziell drauf angewiesen sind.

    Im übrigen sollte man doch wohl davon ausgehen können, dass JEDE Blutkonserve auf HIV oder andere Krankheitserreger untersucht wird, oder? Da würde das dann ja also eh gefunden (und dann könnte man die betreffende Person ja auch für zukünftiges Blutspenden sperren, um nicht jedesmal neu prüfen zu müssen und Kosten für nichts zu vergeuden).

    So sehr ich die Sicherheit von Blutkonserven zum Wohle des Empfängers über alles andere stelle, aber aus den genannten Gründen kann ich diese Einschränkung medizinisch nicht verstehen.
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#3 AlexAnonym
  • 04.08.2017, 17:41h
  • Es ist kein Fortschritt eine diskriminierende Regelung durch eine andere diskriminierende Regelung zu ersetzen.
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#4 GaykaiserProfil
  • 04.08.2017, 17:47hMülheim an der Ruhr
  • Ich teile die Kommentare von Sebi und Alex zu 100%, keine Frage. Mir geht es nur darum, wie unrealistisch diese Vorschrift mit Keuschheit ist, genau wie die mit Kondompflicht.
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#5 PschoAngelProfil
  • 04.08.2017, 17:48hWesterstede
  • Was ein toller Fortschritt..nicht.
    Entweder ganz oder gar nicht.
    Der einzige "Grund" für das Verbot ist das erhöhte HIV-Risiko, aber jede Blutprobe wird doch so oder so untersucht, also wo ist das Problem?
    Wenn dieses Verbot aufgelöst wäre, könnte man doch so vielen Menschen mehr das Leben durch Spenden retten, woran hängt es also? An der Diskriminierung die man einfach nicht komplett beenden will. Nachher könnte noch jemand denken, dass Homosexuelle auch nur Menschen sind?! Es ist einfach ein trauriger Witz...
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#6 twefrfswfsfsdAnonym
  • 04.08.2017, 18:22h
  • Antwort auf #1 von Gaykaiser
  • Du machst dich damit strafbar. Bitte teile mir deinen Namen und deine Adresse mit, damit ich dich wegen Spende gesunden Blutes zur Rettung von Leben anderer Menschen Strafanzeige gegen dich stellen kann.

    Die Religioten wollen uns halt immer noch diskriminieren. Nie ganz gleichstellen wollte man uns ja auch jahrzehntelang bei der Ehe nicht.
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#7 GaykaiserProfil
#8 NichtMehrAnonym
  • 04.08.2017, 18:37h
  • Es ist einfach nicht mehr zu dulden. Wir sind soweit, dass wir heiraten dürfen, also muss alles andere auch up-to-date gemacht werden.
    Dieser Kompromiss ist kein Kompromiss, sondern eine umgewandelte Diskriminierung.
    Was für ein schlechter Witz mit der zwölf Monate langen Keuschheit, sogar bei verheirateten schwulen Paaren!?! Hallo, geht's noch?
    Wer möchte denn das bitte nachprüfen? Müssen schwule Männer das per Video belegen, oder wie stellen Sie sich das vor, sehr geehrte Leute des "Blutspende-Vereins"? Rhetorisch gefragt.
    Man kann es auch übertreiben!

    Mal davon abgesehen, dass sowieso jede Spende und jedes Blut jedes Spenders geprüfte wird, vor der Spende und danach.
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#9 Rosa SoliAnonym
  • 04.08.2017, 18:54h
  • Antwort auf #1 von Gaykaiser
  • Bei jeder Blutspende kann man den Spender über einen Zeitraum von 15 Jahren zurückverfolgen. Man sollte sich also gut überlegen, ob man beim Fragebogen wahrheitswidrige Angaben macht. Wenn man bei der Spende frisch infiziert ist, die Testverfahren (noch) nicht anschlagen und das Blut in den Umlauf kommt und sich jemand infiziert, dann kann das böse Folgen haben. Strafrechtlich mag man ja vielleicht noch mit einem blauen Auge davonkommen, aber die zivilrechtlichen Ansprüche dürften erheblich sein. Da wird man schnell arm. Man sollte wissen, was man da tut und welche Konsequenzen es haben kann.
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#10 GaykaiserProfil
  • 04.08.2017, 19:11hMülheim an der Ruhr
  • Antwort auf #9 von Rosa Soli
  • Dein Kommentar ist gut gemeint und auch vielen Dank für Deine wertvolle Info - ist auch wichtig für anderen Usern zu lesen. Aber ich habe eh nicht vor lügen bzw. Blut zu spenden, allein aus prinzipiellem Grund, dass ich diese diskriminierende Regelung nicht akzeptiere. Im Übrigen sind meine bisherigen Kommentaren darauf bezogen, dass diese Vorschrift ineffizient ist. Ausserdem kommt mir auch ein Gefühl auf wie bei einem geschenkten Gaul ins Maul zu schauen, nebenbei bemerkt, dass man auch die HIV-Verbreitung immer wieder uns Schwulen "zuordnet".
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