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Erweiterung des Wörterbuchs

"Queer" in den Duden aufgenommen

In die neue Auflage des Duden haben es nicht nur "Fake News", "Lügenpresse" und das "Selfie" geschafft, sondern auch das Wörtchen "queer".


Ich schreib's an jede Wand… Jetzt mit Genehmigung der Duden-Redaktion (Bild: Celine Nadeau / flickr)

"Queer" ist ab sofort ein Duden-Wort: In der völlig neu bearbeiteten und erweiterten 27. Auflage des deutschen Standard-Rechtschreibwörterbuchs, das ab Mittwoch mit 1.264 Seiten im Handel erhältlich ist, wird der Begriff erstmals aufgeführt. Laut duden.de beschreibt das Wort eine Person, die "in der Geschlechtsidentität von einer gesellschaftlich verbreiteten heterosexuellen Norm" abweicht.

Das neue Wort sei ein "indeklinables Adjektiv", könne also nicht gebeugt werden. Daher sind Begriffe wie "queerer Wähler" nach wie vor nicht anerkannt.

Als Wortherkunft gibt die Duden-Redaktion das Englische an, wo "queer" ursprünglich sonderbar, merkwürdig oder andersartig bedeutete. Die weitere Herkunft sei ungeklärt: "[V]ielleicht aus dem späten Mittelniederdeutschen und verwandt mit quer", heißt es schlicht. Die Bedeutung "homosexuell" stamme aus dem Amerikanischen der Zwanzigerjahre. Die Szene hatte sich später den einstmals überwiegend abwertend genutzten Begriff zu eigen gemacht.

5.000 neue Wörter

"Queer" ist eines von 5.000 neuen Wörtern, die seit der vor vier Jahren veröffentlichten letzten Auflage im Duden neu aufgenommen werden. Zu den anderen Wörtern zählen etwa Fake News, postfaktisch, Lügenpresse, Livestream, Brexit oder Selfie. Die meisten Wörter stammten wie "queer" aus dem Englischen oder Amerikanischen. Erstmals ist in der neuen Auflage auch das große Esszett (ẞ im Gegensatz zu ß) Teil des deutschen Wörterbuchs.

Zudem wurde der Stichwortteil erheblich erweitert und enthält jetzt rund 145.000 Einträge mit sämtlichen Schreibvarianten, die nach der gültigen amtlichen Rechtschreibregelung zulässig und begründbar sind. Einige bislang erlaubte Schreibungen von Fremdworten wurden auch wieder kassiert, weil sie sich nicht durchsetzen konnten: Als Fehler gelten fortan beispielsweise Ketschup (richtig: Ketchup) oder Majonäse (richtig: Mayonnaise).

Schon in den letzten Jahren wurden queere Worte in das Standardwörterbuch aufgenommen: So ist "Regenbogenfamilie" etwa seit 2009 ein Duden-Wort (queer.de berichtete). (dk)

Duden – Die deutsche Rechtschreibung

Das umfassende Standardwerk auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Regeln, 27. Auflage, 1264 Seiten, Hardcover, 13,4 x 19 cm, Preis: 26 Euro (Deutschland); 26,80 Euro (Österreich), ISBN: 978-3-411-04017-9


#1 Patroklos
  • 07.08.2017, 21:17h
  • Die deutsche Rechtschreibung hat schon mehrere Änderungen durchlaufen, die letzte ist aber immer noch ziemlich umstritten, vor allem deshalb, weil die Konjugation "daß" dem "dass" weichen mußte, weil die Schweizer diese Variante schon immer so schrieben, aber immerhin gibt es das "ß" auch nun in Großschreibung und das ist ja auch schon was.
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#2 Panther65Profil
#3 Patroklos
#4 Aureville MorneauAnonym
  • 08.08.2017, 11:53h
  • Endlich ein neuer Duden! Danke für die Nachricht!

    Mein alter Duden ist schon ganz zerlesen, erst vor ein paar Tagen habe ich mir überlegt, wann denn nun endlich eine neue Auflage kommt.

    Zu den Anglizismen: Schade!

    Aber die Erfahrung zeigt, sie verlassen uns dann auch meist sehr rasch wieder, dazu hätte ich gerne mal eine statistische Auswertung (falls jemand so eine kennen sollte). Wie lange bleiben Modeworte, und wie viele von ihnen schaffen es, sich 40 Jahre lang zu halten?

    Ein paar ganz andere Modeworte findet man auch in diesem Artikel, den man der Duden-Redaktion auch mal vorlegen könnte:

    www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/twitter-hassbeitra
    ege-vor-firmenzentrale-in-hamburg-gesprueht-15140487.html


    Spammt ihnen den Dreck vor die Haustür, falls sie es sonst nicht in den Griff bekommen!

    Bei Twitter macht man das so, wie in dem FAZ-Artikel in Wort und Bild beschrieben, bei der Duden-Redaktion würde man natürlich etwas zurückhaltender vorgehen. Denn die sortieren die übelsten Dinge ja auch zuvor aus.
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#5 SanottheProfil
  • 08.08.2017, 11:57hRhüffel-Ostend
  • Hier geht's ja nun eigentlich um das Wörtchen "queer".

    Und da ist es schon reichlich realitätsfern, dieses als "indeklinables Adjektiv" zu bezeichnen.

    Angeblich schaut die Duden-Redaktion ja dem Volk aufs Maul. Hier hat sie wohl nicht genau genug hingesehen.
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#6 EbersbacherProfil
  • 08.08.2017, 12:41hHeuweiler
  • Die 27. Auflage des Duden sollte eigentlich gestern erscheinen, aber bei mir war der Postbote auch heute noch nicht, und auf Amazon ist bislang auch keine einzige Kundenrezensionen eingegangen.

    Dafür ist der Duden jetzt der »Amazon Bestseller Nr. 1 in Bücher«.
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#7 schwuler NichtdtschrAnonym
  • 09.08.2017, 14:30h
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • "Dass" wird in der neuen Rechtschreibung (die schon seit ca. 20 Jhn. gueltig ist) des BRD-Standardschriftdeutschen nicht wegen dem Schweizer Standardschriftdeutschen mit zwei S geschrieben, sondern wegen den neuen Regelungen zur Rechtschreibung in der BRD (und Oesterreich etc.). Jedoch ohne die dt.sprachige Schweiz. Dort wird, normalerweise, im Standardschrifthochdeutschen, seit jeher nur "ss" verwendet.
    Gruss (vollkommen korrekt, nach dem Schweizer Standard, auch wenn "u" lang ist :-)
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#8 Flieder07
  • 09.08.2017, 14:46h
  • Im Duden steht auch das Wort Schwul und der Duden emphielt dieses Wort nicht zu benutzen.
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#9 schwuler NichtdtschrAnonym
  • 09.08.2017, 14:58h
  • Antwort auf #7 von schwuler Nichtdtschr
  • Ueber die neue Rechtschreibung fuer alle im dt.sprachigen Raum wurde, soviel ich noch aus meiner Schulzeit weiss, ueber 10 Jahre lang im gesamten dt.sprachigen Raum und auch darueber hinaus diskutiert, bis sie 1997, soviel ich weiss, dann auch eingefuehrt wurde. Wie die Ehe fuer alle, bleibt wohl die Neue Rechtschreibung umstritten, sie gilt aber seitdem, in allen Standards des dt.sprachigen Raumes, fuer alle, die sie auch befolgen moechten, mit eingebautem Spielraum fuer Variation hier und da, aber auch mit klaren Regeln im Zweifelsfall sehr oft, was dann oft hilfreich sein kann.
    Warum "queer" ein undeklinierbares Adjektiv (also nur Adverbiale, bzw. Adverbativ, Appositiv etc.) sein soll, verstehe ich jedoch nicht. Das Wort ist nicht z.B. analog zu "gay" auf Deutsch, das tatsaechlich normalerweise nicht dekliniert wird: z.B Ich bin gay, oder Mann, gay. aber nicht *Ich bin ein gayer Mann (*wahrscheinlich, gefuehlsmaessig, nicht gramm. korrekt auf Deutsch).
    Gruss
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#10 schwuler NichtdtschrAnonym