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Kinostart

Die heimlichen Sehnsüchte der Heteros

Die Tragikomödie "Die Hannas" erzählt von einem gemischtgeschlechtlichen Paar, das nach 15 Jahren zu neuen Ufern aufbricht: Sie verliebt sich in eine Frau, er entdeckt SM.


Symbiotisches Heteropaar mit verborgenen Geheimnissen: Hans und Anna sind "Die Hannas" (Bild: W-Film)

Anna (Anna König) und Hans (Till Butterbach) sind seit 15 Jahren ein Paar. Von ihren Freunden werden sie "Die Hannas" genannt – ein scheinbar symbiotisches wie unspektakuläres Hetero-Paar, das in ihrer Liebe und Kochleidenschaft gemeinsam mollig geworden ist. "Ein Toast auf die Hannas: Das einzige Paar, das es schafft, im Kompromiss glücklich zu sein", lobt gleich zu Beginn des Films eine gemeinsame Freundin.

Doch hinter der Fassade der trauten Zweisamkeit lauern tiefe Sehnsüchte und unerfüllte Bedürfnisse. Anna, die als Physiotherapeutin und Masseurin arbeitet, verführt mehr oder weniger unbewusst ihre Patientin Nico (Ines Marie Westernströer), die sich daraufhin in sie verliebt und immer mehr Ansprüche stellt.

Der verunsicherte Hans wiederum beginnt eine SM-Beziehung mit seiner etwas dubiosen Fitnesstrainerin Kim (Julia Becker), die ihn zum Abspecken mit dem Baseballschläger durch den Wald jagt. Was unsere Hetero-Helden beim heimlichen Fremdgehen nicht ahnen: Nico und Kim sind Schwestern.

Ermüdende Probleme eines blassen Paares


Poster zum Film: "Die Hannas" startet am 10. August 2017 im Kino

Sie habe mit "Die Hannas" eine "Geschichte über Gender und Queer" erzählen wollen, erklärte Regisseurin Julia C. Kaiser zu ihrem zweiten Kinofilm nach "Das Floß!". Eine Geschichte, "die uns packt, wo's am meisten kitzelt und schmerzt, weil sie etwas von uns preisgibt, was wir dachten so gut versteckt zu haben."

Damit hat Kaiser offensichtlich einen Hetero-Nerv getroffen: Dass "Die Hannas" im April auf dem Achtung Berlin Filmfestival gleich vier Hauptpreise als bester Film, bestes Drehbuch, beste Darstellerin und bester Darsteller abräumte, kann man sich als queerer Zuschauer nur schwer vorstellen. Zu ermüdend sind die Probleme dieses blassen Paares, zu dürftig ist die gesamte Story, zu konstruiert wirken die überdramatisierten Traumsequenzen, so dass man die ganze Zeit nur vorspulen möchte und das Ende herbeisehnt. Ein Berlin-Film, der nur deutschen Kleinstadtmief versprüht.

Immerhin gerät "Die Hannas" nicht in Versuchung, Annas Wechsel zum anderen Ufer zu skandalisieren oder zu problematisieren – ganz selbstverständlich lässt sich die Mittdreißigerin auf Nico ein. Mögen sich viele andere davon inspirieren lassen! (mize)

Direktlink | Offizieller Trailer zum Film

Infos zum Film

Die Hannas. Liebeskomödie. Deutschland 2016. Regie: Julia C. Kaiser. Darsteller: Anna König, Till Butterbach, Ines Marie Westernströer, Julia Becker, Anne Ratte-Polle, Christian Natter. Laufzeit: 102 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. FSK 12. Kinostart: 10. August 2017
Galerie:
Die Hannas
8 Bilder