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Beim Online-Dating kennengelernt

Schwuler flüchtet nackt vor brutalen Räubern

Ein 19-Jähriger ist nach einem Überfall auf einen Schwulen in Bayern zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte sein Opfer auf einer Online-Datingseite kennengelernt.


Der Angeklagte erhielt drei Jahre Jugendhaft (Bild: Hans Splinter / flickr)

Ein 19-jähriger Mann ist nach einem Bericht der Zeitung "Merkur" von einem Jugendschöffengericht im oberbayerischen Fürstenfeldbruck zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er unter anderem einen schwulen Mann überfallen und ausgeraubt hatte.

Zusammen mit einem Komplizen hatte der Angeklagte auf einer schwulen Datingseite Kontakt zu dem 28-jährigen Schwulen aufgenommen. Die Täter besuchten ihr Opfer dann im Dezember 2016 in dessen Wohnung. Nach einer Unterhaltung bedrohten und schlugen die Gäste schließlich den Schwulen in seinen eigenen vier Wänden – der 19-Jährige soll unter anderem "Ich steche dich ab" gesagt haben. Die Täter erbeuteten eine Jacke, 20 Euro Bargeld und ein Handy. Das Opfer konnte schließlich nackt und blutend zu seinen Nachbarn fliehen.

Auch brutaler Überfall am Bahnhof

Der 19-Jährige hat außerdem Anfang 2017 mit seinem Komplizen einen Mann am Bahnhof von Fürstenfeldbruck überfallen, der auf seine S-Bahn wartete. Dabei hatte er gedroht, das Opfer auf die Gleise zu werfen. Das Duo erleichterte das Opfer um sein gesamtes Bargeld – 20 Euro. Außerdem schlug der 19-Jährige in einem weiteren Fall die Tür einer Firma ein und erbeutete eine Geldkassette mit 300 Euro.

Der Angeklagte, der einen anderthalbjährigen Sohn hat, hatte bereits zuvor einen dreiwöchigen Dauerarrest wegen Einbruchs in eine Wohnung abgesessen. Weil es keine positive Sozialprognose gab, verhängte das Gericht eine Jugendstrafe ohne Bewährung. "Sie haben das Leben von zwei Menschen nachhaltig verändert und zwar zum Schlechteren", erklärte die Richterin laut "Merkur". Sein 25-jähriger Komplize erhielt eine zweijährige Jugendstrafe zur Bewährung.

Das Amtsgericht Hannover hatte erst im Mai einen 25-Jährigen zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er nach einem Online-Date sein 48-jähriges Opfer erpresst und so über 30.000 Euro erbeutet hatte. Der Täter hatten dem verheirateten Mann angedroht, dass er dessen Frau über die sexuelle Orientierung ihres Ehemannes informiere (queer.de berichtete). (cw)



#1 SebiAnonym
  • 08.08.2017, 17:43h
  • Solche Leute müssen härtestmöglich bestraft werden, damit sie sowas nie wieder tun. Und erpresstes Geld muss natürlich bis auf den letzten Cent zurückgezahlt werden (inkl. Zinsen). Plus einem Schmerzensgeld.
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#2 ErledigtAnonym
  • 08.08.2017, 19:14h
  • Homophobie ist kein Kavaliersdelikt, das lernt der 19 jährige nun auf die harte Weise.
    Dass der 25 jährige eine Jugendstrafe erhielt, finde ich unpassend. Mit 25 ist ein Mensch erwachsen und arbeitsfähig.

    Und so ganz nebenbei haben sie ihr eigenes Leben ziemlich verbaut. Der 19 jährige hatte ja erst frisch die Schule beendet (wenn überhaupt) und der 25 jährige wird um einen Arbeitsplatz kämpfen müssen.

    Tja, ''dumm ist, wer dummes tut.''
    Zitat von ''Forest Gump.''
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#3 AndreasAnonym
  • 08.08.2017, 20:37h
  • Irgendwas passt an diesem Artikel nicht.
    Wenn die Straftat 2017 begangen wurde, dann kann ein 25-Jähriger nicht mehr zu einer Jugendstrafe verurteilt werden. Das geht nur bis maximal 21. Das heißt, der Täter darf zur Tatzeit nicht älter als 21 gewesen sein. Da die Tat 2017 war und er heute 25 ist, kann er zur Tatzeit keine 21 gewesen sein.
    Ergo: Erwachsenenstrafrecht.
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#4 MarcAnonym
  • 09.08.2017, 00:28h
  • Antwort auf #3 von Andreas
  • An dem Artikel stimmt noch ganz anderes nicht, zum Beispiel die reißerische und (bewusst?) irreführende Überschrift. Was dort angesprochen wird, fand bereits letztes Jahr statt. Neu und berichtenswert und damit der eigentliche Gegenstand des Artikels ist aber das jetzt gesprochene Urteil, nicht der damals "nackt vor brutalen Räubern" geflohene Schwule. Aber "Räuber verurteilt" klingt als Überschrift halt nicht so spannend wie "Schwuler flüchtet (!) nackt (!) vor brutalen (!) Räubern(!)". Man könnte fast meinen, da wurde gezielt auf ein bisschen Kopfkino gesetzt?
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#5 OutAndProud
  • 09.08.2017, 13:59h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • ""Und erpresstes Geld muss natürlich bis auf den letzten Cent zurückgezahlt werden (inkl. Zinsen).""

    Welcher Zinssatz soll denn veranschlagt werden?

    Minus 0,1 % ?

    Auch für Wutbürger gilt: Erstmal 3x tief durchatmen und erst dann anfangen zu tippen.
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#6 seb1983
#7 KometAnonym
  • 10.08.2017, 13:35h
  • Antwort auf #2 von Erledigt
  • Ich gehe nicht davon aus,dass der 25jährige eine Jugendstrafe erhalten hat. Das wird ein Fehler im Artikel sein. Rein von der Strafprozessordnung ist es nicht möglich, jemandem über 21 eine Jugendstrafe zu geben.
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#8 StrafeAnonym
  • 17.10.2017, 17:00h
  • Antwort auf #7 von Komet
  • Ich bin überzeugt, dass der Komplize nicht nach Jugendstrafrecht verurteilt wurde, sondern ganz normal nach dem Strafrecht für Erwachsene.

    Im Artikel steht geschrieben, dass man sich auf einen Artikel der Zeitung 'Merkur' bezieht (der anscheinend auch zu der gewählten Überschrift verleitete). Wenn man den Merkur-Artikel liest, könnte man tatsächlich denken, dass der Komplize zu einer Jugendstrafe verurteilt wurde. Ausdrücklich steht dies im Merkur-Artikel aber nicht (es wurde dort aber sehr missverständlich formuliert). Der Autor des Merkur-Artikels wollte sich im fraglichen Satz wohl nur auf das Strafmaß von 2 Jahren zur Bewährung (statt 3 Jahre) beziehen.

    Da der 25- (oder evtl 24-)Jährige hier die Taten nicht mehr als Heranwachsender sondern als "normaler" Erwachsener begangen hat, ist es rechtlich nämlich gar nicht möglich, ihn nach Jugendstrafrecht zu bestrafen.
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