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Actionstar gibt Wahlempfehlung

Chuck Norris unterstützt Homo-Hasser

Der Actionstar unterstützt bei einer Nachwahl den Republikaner Roy Moore, der sich vor allem mit seinem Kampf gegen die Rechte von Schwulen und Lesben einen Namen gemacht hat.


Chuck Norris, hier in einem Szenenfoto des Actionsfilms "The Expendables 2" aus dem Jahr 2012, hält nicht viel von Rechten für sexuelle Minderheiten (Bild: Lionsgate)

Der 77-jährige Schauspieler Chuck Norris hat am Montag erklärt, dass er offiziell den früheren Richter Roy Moore bei der Senatswahl im US-Bundesstaat Alabama unterstützt, einen der homophobsten Politiker der USA. Die Nachwahl für den Sitz im US-Senat wurde notwendig, weil Senator Jeff Sessions von Präsident Donald Trump zum Justizminister ernannt wurde (queer.de berichtete).

Der stramm rechte republikanische Politiker sei "der einzig Wahre", so Norris in seinem schriftlichen "Endorsement": "Das Establishment von Washington weiß, dass es auf ihn nicht zählen kann, aber die Wähler von Alabama können auf ihn zählen. Richter Moore hat nie einen Rückzieher gemacht und sich stets dafür eingesetzt, was richtig ist. Das ist genau das, was er im US-Senat tun wird."

Moore erklärte, er fühle sich geehrt, dass er von dem Actionstar unterstützt werde. "Chuck Norris ist genau der Typ, den man sich an seiner Seite wünscht", so der 70-Jährige in einer Pressemitteilung.


Der erzkonservative Republikaner Roy Moore muss sich bei der Vorwahl am Dienstag den Wählern stellen

Norris selbst hatte sich in der Vergangenheit mit homophoben Äußerungen einen Namen gemacht. So warnte er vor einigen Jahren vor "progressiven Indoktrinierungslagern", in denen Schülern unter anderem Homosexualität gelehrt werde.

Richter Moore zwei Mal des Amtes enthoben

Norris' Wahlempfehlung gilt selbst in Amerika als umstritten: So wurde Moore bereits zwei Mal aus dem Alabama Supreme Court, dem höchsten Gericht des Bundesstaates, ausgeschlossen, weil er seine Macht missbraucht hatte. Die erste Suspendierung erfolgte 2003, als er sich weigerte, die Anordnung eines Bundesgerichts umzusetzen und die biblischen zehn Gebote vom Justizgebäude in der Hauptstadt Montgomery zu entfernen. Der evangelikale Christ wehrte sich damit gegen den in der US-Verfassung verankerten Grundsatz der Trennung von Kirche und Staat.

2012 wurde Moore erneut in das Amt gewählt; seine zweite Suspendierung erhielt er vier Jahre später, weil er sich ebenfalls aus religiösen Gründen geweigert hatte, gleichgeschlechtliche Eheschließungen in Alabama zu erlauben (queer.de berichtete). Damit widersetzte er sich gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, der die Ehe im Juni 2015 für Schwule und Lesben geöffnet hatte (queer.de berichtete).

Moore beschuldigte vor seiner zweiten Absetzung "Atheisten, Homosexuelle und Transgenderpersonen", eine Kampagne gegen ihn zu führen. Außerdem sei die Entscheidung des Supreme Court, Homo-Paare im Eherecht gleichzustellen, "sogar schlimmer" als die Entscheidung des Gerichts im 19. Jahrhundert, die Rassentrennung aufrecht zu erhalten.

Neben seiner kompletten Ablehnung von LGBTI-Rechten hat sich Moore auch als Kandidat gegen Muslime in Stellung gebracht. So bezeichnete er den Islam vergangenen Monat als "falsche Religion". Kritiker werfen ihm vor, Amerika in eine "exklusiv christlichen Gottesstaat" verwandeln zu wollen.

Vorwahl am Dienstag – Moore ist Favorit

Die republikanischen und demokratischen Vorwahlen für den Senatorenposten finden am kommenden Dienstag statt. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, kommt es am 26. September zu einer Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben. Die Senatswahl findet dann am 12. Dezember statt.

Da Alabama ein extrem konservativer Staat ist, gilt es als so gut wie sicher, dass bei der Endabstimmung ein Republikaner das Rennen machen wird – egal, wer die Vorwahl gewinnt.

Laut einer aktuellen Umfrage kann Roy Moore bei den Vorwahlen mit 30 Prozent rechnen und sich damit als stimmenstärkster Kandidat den Einzug in die Stichwahl sichern. An zweiter Stelle liegt Luther Strange mit 22 Prozent, der vorübergehend den Posten von Sessions bis zur Wahl übernommen hat. Dritter ist Mo Brooks mit 19 Prozent, der ebenfalls um islamophobe Wähler kämpft. Brooks hatte im vergangenen Jahr behauptet, dass amerikanische Muslime "jeden einzelnen Homosexuellen" töten wollten. Allerdings kam eine aktuelle Umfrage unlängst zu dem Ergebnis, dass US-Muslime weniger homophob sind als weiße Evangelikale (queer.de berichtete). (dk)



#1 JustusAnonym
  • 09.08.2017, 13:30h
  • Ist ja nichts neues, dass der Homohasser unterstützt und vermutlich ist der auch selbst erz-homophob.

    Entweder will der von sich selbst ablenken oder er ist so dumm zu glauben, dass Homohass ein besonderes Zeichen von Männlichkeit sei...
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#2 SanottheProfil
  • 09.08.2017, 13:49hRhüffel-Ostend
  • Tja, was so ein richtiger He-Man ist, der muss eben alles und jeden abwerten, der nicht seinem vorsintflutlichen, brutalen Männlichkeitsbild entspricht. Wenn er nicht Schwule abwertet, fühlt er sich in seiner göttlichen und sicher auch gottgegebenen Männlichkeit selbst abgewertet - das kann er natürlich nicht dulden.

    Am schlimmsten finde ich, dass solche Männer, die nur nach unten treten und um sich schlagen können, zu den größten Filmhelden werden. Das zeigt schließlich, wie sehr sich der Mainstream mit dieser Art brutalisierter Männlichkeit identifiziert.
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#3 ursus
#4 WoowAnonym
  • 09.08.2017, 21:00h
  • Was glaubt ihr wohl, wieviele Schauspieler, Wirtschaftsbosse, TV-Sternchen, Musiker und Regisseure CDU wählen?
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#5 schwarzerkater
  • 10.08.2017, 13:03h
  • dass der schauspieler chuck norris existiert weiss ich. da ich aber noch nie nur eine sekunde film mit chuck norris gesehen habe, ist es mir ziemlich egal, für wen dich diese pappnase stark macht. :-D
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