Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?29449

Neue Kampagne: "Vielfalt gegen rechte Einfalt"

Deutsche Aids-Hilfe: Mit Ralf König gegen Rechts

Promis und Aktivisten machen sich stark für Vielfalt und Respekt. Die Botschaft zur Bundestagswahl: Wer nicht wählt, stärkt die Rechtspopulisten.


Auch Comicikone Ralf König engagiert sich gegen die neue Rechte, die für mehr Anfeindungen verantwortlich gemacht wird (Bild: Basis-Film)

Unter dem Titel "Vielfalt gegen rechte Einfalt" hat die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) am Mittwoch eine Social-Media-Kampagne für eine offene Gesellschaft gestartet. Mit dabei: die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU), der Comic-Zeichner Ralf König, Rapperin Sookee und zahlreiche weitere Menschen, die für Vielfalt und Respekt eintreten.

Bis zur Bundestagswahl werden sie Gesicht zeigen und Stellung beziehen. Ihr gemeinsamer Appell: "Setz dein Zeichen. Für ein respektvolles Miteinander". Ihre Statements werden ab sofort in den Social-Media-Kanälen der Deutschen Aids-Hilfe und ihrer Kampagne "Ich weiß, was ich tu", die sich an schwule und bisexuelle Männer richtet, veröffentlicht.

Aids-Hilfe beklagt mehr Anfeindungen von Rechtsaußen

Grund für die Initiative ist nach DAH-Angaben das Erstarken populistischer Kräfte, die eine "große Gefahr" für die offene Gesellschaft, die Grundrechte und das Wohlbefinden vieler Menschen darstellten – und damit auch für die Grundlagen der HIV/Aids-Prävention. Auch die Deutsche Aids-Hilfe erlebe in ihrer Arbeit – vor allem in den sozialen Medien – immer mehr Anfeindungen.



"Wenn Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer geschlechtlichen Identität oder ihrer Herkunft abgewertet werden, müssen wir widersprechen. Ausgrenzung und Diskriminierung machen krank", erklärte DAH-Vorstand Manuel Izdebski. "Aidshilfe-Arbeit hat immer das Ziel, Menschen stark und selbstbewusst zu machen – das ist auch eine wichtige Grundlage, um auf die eigene Gesundheit achten zu können."

Zielgruppen der Deutschen Aids-Hilfe besonders gefährdet

Es seien gerade die Zielgruppen der Deutschen Aids-Hilfe, die durch das Erstarken rechter populistischer Kräfte besonders gefährdet seien: Schwule Männer und alle anderen Mitglieder der LGBTI-Community, Drogen konsumierende Menschen, Migranten, Sexarbeiter und Inhaftierte.

Die Protagonistinnen und Protagonisten der Kampagne sollen in ihren Statements deutlich machen, was auf dem Spiel stehe, so die DAH – nämlich "das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und der Grundwert individueller Freiheit".

"Es ist Fakt: Wer nicht wählt, stärkt die Rechten", so Izdebski. "Wer ein respektvolles Miteinander möchte, sollte darum unbedingt zur Wahl gehen." Jeder könne mit seinem Kreuz ein Zeichen für Vielfalt, Offenheit und Respekt setzen. (cw)



#1 GefälltMirAnonym
#2 SebiAnonym
  • 10.08.2017, 11:13h
  • "Es ist Fakt: Wer nicht wählt, stärkt die Rechten"

    Volle Zustimmung!

    Selbst wenn unter den "etablierten" Parteien keine Partei ist, die man wählen möchte, so sollte man immer noch lieber eine chancenlose Splitterpartei wählen, statt dass man rechts wählt oder gar nicht wählt, was letztlich dasselbe bedeutet.

    Denn jede Stimme sorgt für mehr Wahlbeteiligung und damit wird (bei gleicher absoluter Stimmenanzahl) das prozentuale Gewicht der rechten Homohasser reduziert, was weniger Sitze im Parlament (und auch weniger Geld aus der Parteienfinanzierung) bedeutet oder sie sogar unter der 5%-Hürde hält.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 WoowAnonym
  • 10.08.2017, 12:08h
  • "Promis und Aktivisten machen sich stark für Vielfalt und Respekt."

    Und somit insbesondere für die Definition, die Frau Merkel, Herr Seehofer und Herr Lindner von "Vielfalt und Respekt" haben... Tja, wo es Reiche gibt, gibt es eben auch Obdachlose, das ist die Vielfalt!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Homonklin44Profil
  • 10.08.2017, 12:16hTauroa Point
  • """Es ist Fakt: Wer nicht wählt, stärkt die Rechten", so Izdebski.""

    Das ist absoluter Quatsch!

    Wenn man etwa mit dem Wahlsystem nicht einverstanden ist, oder die vorhandenen Parteien keine ausreichende Kongruenz mit den Vorstellungen der Politik von morgen erzielen, kommt das einer Stimmenthaltung gleich, und nicht der Stärkung irgend einer Ausrichtung. Dieser Unfug wird auch nicht realer, je öfter man ihn dazu benutzt, überzeugten Nichtwählern oder Systemkritikern einen Schatten ins Gewissen zu werfen.

    Ein Verrat am eigenen Gewissen ist es dagegen, ohne ernsthafte Motive irgendwas zu wählen. Aus dem bocklosen Modus heraus.

    Eher schon sollte man die Nicht-Stimmen ebenfalls zählen und sich fragen, was man am System verändern muss, um diese Leute zu erreichen. Vielleicht mehr Interaktion anstatt Kreuzchen zu machen?
    Dynamische Programme, an denen alle mitarbeiten u.Ä.

    Die rechtslastigen Parteien stärkt, wer sie aus Protest gegen das vorhandene Einflussgefälle wählt, oder aus seiner Überzeugung hervor.

    Vielleicht gibt's jetzt die DiB, mal sehen, was die so an Zielen setzen. Vielfalt soll jedenfalls Teil ihres Programms sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 userer
  • 10.08.2017, 12:41h
  • Antwort auf #4 von Homonklin44
  • Nein, nein, nein, das ist kein Quatsch!
    Selbstverständlich stärken Nichtwähler kleine Parteien. Das lässt sich recht einfach nachrechnen:

    FALL A
    100 gültige Stimmen, davon
    95 Stimmen für Mainstream-Parteien = 95 % und
    5 Stimmen für die AfD = 5 %
    => AfD ist drin im Bundestag.

    FALL B
    200 gültige Stimmen, davon
    195 Stimmen für Mainstream-Parteien = 97,5 % und
    5 Stimmen für die AfD = 2,5 %
    => AfD ist NICHT drin im Bundestag.

    Das ist jetzt natürlich zur Verdeutlichung vereinfacht, zeigt aber, dass Nichtwähler tendenziell kleinere Parteien indirekt stärken.

    Das ist nur dann anders, wenn aktive Stimmenthaltungen, also ungültig abgegebene Wahlzettel, als Meinungsäußerung mit in die relativen Prozentzahlen einfließen würden und sozusagen eine Nicht-Partei der aktiven Enthaltungen bilden, so wie das z.B. bei Senatswahlen in Berlin der Fall ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 RobinAnonym
  • 10.08.2017, 21:09h
  • Antwort auf #4 von Homonklin44
  • Nein, so wie Sebi und userer dargestellt haben, ist das kein Quatsch.

    Je mehr Leute nicht rechts wählen, desto geringer wird deren prozentualer Anteil bei gleichbleibender absoluter Stimmenzahl. (Schematisch gesagt: 5 Stimmen von insgesamt 100 Wählern sind 5%, während 5 Stimmen von insgesamt 200 Wählern 2,5% sind.)

    Und Anzahl der Sitze (also die reale Macht im Parlament), Geld aus Parteienfinanzierung und ob man überhaupt ins Parlament kommt (5%-Hürde) richtet sich eben alles nach den prozentualen Anteilen.

    Also reduziert jeder zusätzliche Wähler (egal ob für Bundestagsparteien oder für nicht-rechte Splitterparteien, die nicht ins Parlament kommen) die Macht und Finanzierung der Rechten oder trägt sogar bei, sie an der 5%-Hürde scheitern zu lassen.

    Das wäre nur anders, wenn es auf dem Wahlzettel auch eine Kategorie "Bin mit keiner der genannten Parteien einverstanden" (wo ich durchaus dafür wäre, um unterscheiden zu können, wer einfach nur zu faul zum Wählen ist und wer wirklich nichts in dem Angebot findet) und wenn das dann in die Berechnungen zu Anzahl der Sitze und Parteienfinanzierung einfließen würde. Aber da das leider nicht so ist und das auch kein Politiker umsetzen würde, weil das ALLEN Parteien schaden würde, bleibt nur, irgendeine (notfalls auch chancenlose - natürlich nicht-rechte - Splitterpartei) zu wählen, um die Macht und Finanzierung der Rechten zu reduzieren.

    Jeder, der nicht wählt oder ungültig wählt, stärkt dagegen die Rechten, wie jetzt hoffentlich klar wurde.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TheDadProfil
#8 OutAndProud
  • 11.08.2017, 10:50h
  • Antwort auf #4 von Homonklin44
  • ""Ein Verrat am eigenen Gewissen ist es dagegen, ohne ernsthafte Motive irgendwas zu wählen.""

    Um mit Hagen Rether zu antworten:

    "Wenn du die Wahl hast zwischen Pest und Cholera wähle ich immer Cholera, so einen Durchfall krichste wech"
  • Antworten » | Direktlink »
#9 OutAndProud
#10 userer
  • 11.08.2017, 11:49h
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • Ja sicher, aber was meinst du damit im Hinblick auf nicht Wählende, ungültig Wählende und die jeweiligen Auswirkungen auf Prozente für kleine Parteien? Ich bin noch immer davon überzeugt, dass meine Erklärung in #5 korrekt ist.
  • Antworten » | Direktlink »