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  • 10. Juni 2005, noch kein Kommentar

Mit einem Tribut an ihre Schwiegermutter Rosemary Clooney meldet sich Debby Boone zurück. Kann es mit Bettes Tribut mithalten?

Von Jan Gebauer

Rosemary Clooney war eine der größten Jazz- und Vocal-Pop-Sängerinnen der 50er Jahre und ihre Schwiegertochter Tochter Debby Boone hatte den größten Hit der 70er Jahre – zumindest in den USA: "You Light Up My Life" war 10 Wochen auf Platz eins der Single-Charts und ist auch heute noch ein Balladen-Evergreen. Selbst Whitney Houston und LeAnn Rimes kamen nicht umher diesen ebenso sentimentalen wie unwiderstehlichen Klassiker aufzunehmen. Debby Boone konnte den Megahit nie wiederholen. Nach einigen kleineren Hits, einem Nummer-eins-Erfolg in den Country-Charts (1980, "Are You On The Road To Lovin' Me Again") und zahlreichen Alben für den christlichen Plattenmarkt, zog sie sich aus dem Musikgeschäft zurück. Die 1956 in Hackensack, New Jersey geborene Amerikanerin kümmerte sich erstmal um ihre Familie. Zu der gehörte eben auch Rosemary Clooney, die 2002 an Lungenkrebs verstarb. Debby, übrigens die Tochter von 50s-Schmalzbacke Pat Boone ("Love Letters In The Sand"), nutzte deren reichhaltigen Katalog, um nun mit dem neuen Album "Reflections Of Rosemary" wie Phönix aus der Asche auf der Musikszene zu erscheinen. Quasi ein Comeback, mit dem niemand mehr gerechnet hat – und traurigerweise vielleicht auch kaum jemand darauf gewartet hat.

Dass ist in sofern schade, weil die Sängerin immer noch über eine starke Stimme verfügt. Hell und klar singt Debby Boone 14 bekannte Evergreens der Clooney mit viel Sinn für Emotionen und Ausdruck. Bereits vor zwei Jahren erschien ein Tribut von Bette Midler ("B. M. Sings The Rosemary Clooney Songbook"), dass ebenfalls gelungen die alten Perlen entstaubte, allerdings mit mehr Augenzwinkern und Witz als es bei Debby Boone der Fall ist. Allerdings konzentriert sich diese auch eher auf die romantischen Aspekte des Clooney-Songbooks, während Midler ihre eigene deftige Persönlichkeit in Titeln wie "Mambo Italiano" oder "Come On-A My House" voll ausspielt. Diese Songs sucht man auf "Reflections Of Rosemary" vergeblich. Viel eher glänzt Debby Boone mit intimen Balladen wie "I'm So Lonesome I Could Cry" oder "It Might As Well Be Spring", dem sehnsüchtigen Bossa-Nova von "The Best Is Yet To Come" oder kuscheligem Jazz ("The Music That Makes Me Dance"). Die edle Instrumentierung und ausgezeichnete Produktion von Allen Sviridoff, Rosemary Clooneys langjährigem Produzent und Manager, tun ihr Übriges, um das Comeback-Album von Debby Boone zu einem rundherum gelungenen Vergnügen zu gestalten.

Fazit: Rotwein, Kerzenschein und ein süßer Typ: Die richtige Scheibe für kuschelige Momente zu zweit. Das überfällige Wiederhören mit einem Goldkehlchen.

Anspieltipps: "I'll Be Home", "The Best Is Yet To Come", "You're Gonna Hear From Me", "I'm So Lonesome I Could Cry"

12. Juni 2005