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Jetzt in der Queerfilmnacht

Schwul in Südafrika: Tödliche Traditionen

Mit seinem großartigen wie beklemmenden Langfilmdebüt "Die Wunde" rüttelt Regisseur John Trengove gleich an zwei südafrikanischen Tabus.


Heimliche Umarmung am Wasserfall: Xolani und Vija stehen nicht zu ihrer Liebe (Bild: Edition Salzgeber)

Dass die Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Verfassung und Gesetz Homophobie nicht automatisch beseitigt, wissen unsere Brüder und Schwestern in Südafrika seit vielen Jahren. Als erstes Land der Welt hatte es die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verboten, bereits seit 2006 können gleichgeschlechtliche Paare heiraten (queer.de berichtete). Doch vor allem auf dem Land und in der schwarzen Bevölkerungsmehrheit ist Homosexualität noch immer ein riesiges Tabu.

Davon handelt "Die Wunde", das überzeugende Langfilmdebüt von Regisseur John Trengove. Das Drama, das die Panorama-Sektion der diesjährigen Berlinale eröffnete, spielt in einer Welt, die so gar nichts mit dem schwulen Touristenparadies Kapstadt zu tun hat. In einem abgelegenen Camp am Eastern Cape wird das traditionelle Beschneidungsritual Ukwaluka zur Initiation junger Männer des Volks der Xhosa durchgeführt.

Als Mentor soll sich dort der Gabelstaplerfahrer Xolani, gespielt von dem Sänger Nakhane Touré, um das "Weichei" Kwanda kümmern, einem Teenager aus reicher Familie in Johannesburg, der von den anderen Jungs im Männercamp als "Schwuchtel" gemobbt wird. Mehrere Wochen werden die frisch Beschnittenen nach dem uralten Ritual gepflegt und betreut, bis sie nach Hause zurückkehren dürfen und von da an ihre Rechte und Pflichten als Erwachsene wahrnehmen.

Heimlich verliebt in einen Familienvater


Poster zum Film: "Die Wunde" startet ab 14. September 2017 in deutschen Kinos, im August läuft das Drama bereits in der Queerfilmnacht

Doch Xolani fährt vor allem deswegen ins Camp, um seinen verheirateten Freund und Familienvater Vija wiederzusehen, in den er seit Jahren verliebt ist. Sie treffen sich mehrfach zu heimlichen Quickies, doch Vija hält ihn auf Abstand, vor allem nachdem Xolani, der alleine lebt, erstmals seine Gefühle offenbart. Als Kwanda die beiden beim Sex an einem Wasserfall erwischt, spitzt sich die Situation zu.

Da in Südafrika sowohl über Homosexualität als auch über das umstrittene Ukwaluka-Ritual kaum gesprochen wird, rüttelt Regisseur John Trengove gleich an zwei großen Tabus. Die wahre "Wunde", in die er seinen Finger legt, ist dabei viel tiefer als der kleine Schnitt an der Vorhaut. Ihm geht es um die tiefe Spaltung der Gesellschaft in dem ehemaligen Apartheidsstaat, den andauernden Kampf zwischen Weiß und Schwarz, zwischen Reich und Arm, zwischen Stadt und Land, zwischen Moderne und Tradition, in der die Menschenrechte von Homosexuellen und individuelle Freiheit keinen Platz zu haben scheinen.

Regisseur John Trengove identifiziert sich dabei unübersehbar mit dem intelligenten Außenseiter Kwanda, der Xolanis und Vijas Versteckspiel und Doppelmoral entlarvt und kritisiert. "Für einen weißen Mann wie mich ist es natürlich nicht unkompliziert, schwarze, marginalisierte Lebensrealitäten abzubilden", erklärte er zu seinem authentischen, fesselnden wie berührenden Film. "Tatsächlich ist es sogar hochproblematisch. Mir war es wichtig, dass die Geschichte des Films selbst dieses Problem mitabbildet."

Dennoch habe er den Anfang machen wollen, so Trengove. "Vielleicht sieht sich ein schwuler Xhosa-Junge eines Tages den Film an und sagt: 'So habe ich das überhaupt nicht erlebt' und schreibt seine eigene Geschichte dazu." (mize)

Vimeo / Salzgeber & Co. Medien GmbH | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zum Film

Die Wunde. Spielfilm. Südafrika 2016. Regie: John Trengove. Darsteller: Nakhane Toure, Bongile Mantsani, Niza Jay Ncoyini. Laufzeit: 88 Minuten. Sprache: Xhosa mit deutschen Untertiteln. FSK 16. Verleih: Edition Salzgeber. Kinostart: 14. September 2017. Im August ist der Film bereits in der Queerfilmnacht zu sehen.
Galerie:
Die Wunde
10 Bilder


#1 OrthogonalfrontAnonym
#2 TheDadProfil
#3 Homonklin44Profil
  • 12.08.2017, 03:46hTauroa Point
  • Antwort auf #1 von Orthogonalfront
  • Doch aber nur die Relevanz zum amaXhosa-Innitiationsritual und deren Kultur. Die Probleme mit der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Liebe in den Gesellschaften und Homophobie, Unverständnis, Akzeptanz, Toleranz ect. vor dem Hintergrund von Tradition und Brauchtum sind kein afrikanisches, sondern ein weltweites Problem.
    Das macht den Film brandaktuell. Das auch mal mit dem Hintergrund einer uns gewöhnlich nicht vertrauten Kultur zu sehen, schärft vielleicht den Blick auf unsere eigenen, seltsamen Traditionen und die darin verschachtelt begründete Homophobie.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 OrthogonalfrontAnonym
#5 schwuler NichtdtschrAnonym
  • 12.08.2017, 13:51h
  • Der Poster erinnert mich an Santigolds Video zum Song "Disparate Youth". Der Film hoert sich interessant an. Schaue ich mir wahrscheinlich an.
    Gruss
  • Antworten » | Direktlink »
#6 OutAndProud
#7 OrthogonalfrontAnonym
#8 OutAndProud
#9 OrthogonalfrontAnonym
#10 OutAndProud
  • 12.08.2017, 22:39h
  • Antwort auf #9 von Orthogonalfront
  • ""Homophobie in dieser Schärfe""

    Was soll das bedeuten ? Das Gegenteil von ein bisschen schwanger ? Als so was wie anderthalb mal schwanger?

    Du haust hier einen rassistischen Kommentar nach dem anderen raus.

    Deine "Begründung" dafür ist einzig und alleine deine Unverschämtheit zu Glauben, eine Art Patent darauf zu haben, immer wieder Äpfel mit Birnen vergleichen zu dürfen.
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