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Mobbing eines verpartnerten Jugendwarts

Sachsen: Kirchengemeinden verhängen Schwulenverbot

In der sächsischen Landeskirche ist Homophobie an der Tagesordnung. Jetzt sorgt der Fall eines langjährigen Mitarbeiters für Schlagzeilen, der den "Fehler" gemacht hatte, sich mit einem Mann zu verpartnern.


Die evangelische Kirche geht zwar in den meisten Regionen offen mit Homosexualität um – in der Provinz herrschen aber manchmal noch Vorurteile und Hass vor (Bild: Rüdiger Stehn / flickr)

Der offen schwule Jugendwart Jens Ullrich klagt an: Gegenüber "Tag24" erklärte der bibeltreue Christ, der seit 18 Jahren für die evangelische Kirche im Kirchenbezirk Aue arbeitet, dass ihm mehrere Kirchengemeinden wegen seiner sexuellen Orientierung verboten hätten, an Veranstaltungen mit Jugendlichen teilzunehmen. "Man bezweifelt, dass ich weiter 'segensreich' wirken könnte", so der 53-Jährige.

Ullrich hatte sich im September 2015 mit einem Mann verpartnert – dazu noch mit einem Venezolaner, was im nicht gerade ausländerfreundlichen Sachsen ein weiteres Problem bedeutete. Das Paar überlegte fast zwei Monate, ob es ein Foto der Verpartnerung auf Facebook veröffentlichen sollte. Als sich die beiden schließlich dazu durchrangen, schrieb die Evangelische Nachrichtenagentur Idea einen nicht gerade wohlwollenden Artikel mit der Überschrift: "Jugendwart 'heiratet' jungen Mann aus Venezuela".

Kurze Zeit später verbot der Vorstand der St.-Nicolai-Gemeinde in Aue dem Jugendwart Predigten und den Kontakt mit Jugendlichen – mit Verweis auf die Bibel. Seither folgten mehrere weitere Gemeinden. Sächsische Protestanten schrieben Ullrich gehässige Briefe – in einem hieß es etwa, dass Homosexualität eine "Krankheit wider den Heiligen Geist" sei.

Landesbischof: Homosexualität widerspricht "Willen Gottes"

Das Mobbing des schwulen Jugendwarts scheint wenig überraschend, da auch der Landesbischof in der Vergangenheit mit homophoben Kommentaren in Erscheinung getreten war: Carsten Rentzing behauptete etwa in einem Zeitungsinterview, dass "gelebte Homosexualität" pauschal nicht "dem Willen Gottes" entspreche (queer.de berichtete).

Inzwischen gibt es aber auch Liberalisierungsbestrebungen in der Kirche: Im vergangenen Jahr erlaubte auch Sachsen die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren, allerdings nur "im Einzelfall" (queer.de berichtete). Zudem gründerten einige Pfarrer ein Forum für eine LGBTI-freundliche Kirche (queer.de berichtete).

Selbst Landesbischof Rentzing war das Mobbing des schwulen Jugendwarts offenbar zu viel: Er hat laut "Tag24" Ullrich angerufen und ihm den Rücken gestärkt.


Sogar dem homofeindlichen Landesbischof Rentzing ging das Verbot der Kirchengemeinden zu weit

Die homophoben Kirchengemeinden halten aber trotz der Unterstützung durch den Landesbischof an ihrem Schwulenverbot fest. Superintendent Dieter Backmann hält diese Verbote für ungültig. Er will allerdings die Gemeinden nicht zu einer Umkehr zwingen: "Wir suchen hier mit den Gemeinden das vermittelnde Gespräch und werden vermeiden, etwas gegen den erklärten Willen der Gemeinden durchzusetzen." (dk)



#1 AlexAnonym
#2 Gpeterjoachim
  • 11.08.2017, 12:48h
  • "Schwul sein entspricht nicht dem Willen Gottes ".
    Ich frage mich immer wieder wie Menschen - und insbesondere Kirchenvertreter - so genau wissen was "Gottes Wille" ist.
    Ich "glaube" dass Gott die Welt erschaffen hat und die Menschen nach seinem Vorbild.
    Und wenn Schwulsein nicht Gottes Wille war und ist dann stimmt die ganze Erschaffungstheorie nicht, denn Gott ist unfehlbar - oder etwa doch nicht?
    Vielleicht ist es Zeit, dass sich die selbsternannten Interpreten Gottes mal Gedanken darüber machen ob der "liebe Gott" sie wirklich berufen und ermächtigt hat in seinem Namen zu sprechen.
    Wenn ja wäre eine Legitimation vielleicht hilfreich.
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#3 Paulus46Anonym
  • 11.08.2017, 12:49h
  • Antwort auf #1 von Alex
  • In der Landeskirche Sachsen ist im Gegensatz zu diesem Artikel keine Homophobie an der Tagesordnung, das Gegenteil ist der Fall.

    So hat die Landeskirche Sachsen erfreulicherweise öffentliche Segnungsgottesdienste, die der Kirchlichen Trauung gleichgestellt wurden kirchenrechtlich ermöglicht.

    *
    www.huk.org/cms/front_content.php?idart=352
    (HuK: Übersicht zu Segnungsgottesdiensten)

    Bedauerlich das dieser Artikel derart falsche Inhalte bereits in der Schlagzeile darstellt, wo ein Einzelfall verallgemeinert wird. Aber so ist die grün-linke Queerredaktion: sie verallgemeinert, betreibt Mobbing und informiert schlecht. Nur manchmal sind gute Artikel noch erkennbar, die zu loben sind; insbesondere wenn sie den Kulturbereich betreffen und nicht von Dennis Klein geschrieben wurden, den ich als den schlechtesten Autor der Queer bewerten würde.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 11.08.2017, 12:54h
  • Antwort auf #1 von Alex
  • Sehr wahr.

    Zumal die Kirchen hierzulande von staatlichen Steuern finanziert werden (gerade in Sachsen könnten sie bei den wenigen übrig gebliebenen Kirchensteuerzahlern gar nicht überleben).

    Mit Religion hat ein solches Mobbing ohnehin nichts zu tun. Hier setzt sich die braune Menschenfeindlichkeit (Homophobie, Rassismus) 'national befreiter Zonen' ein frommes Tarnkäppchen auf.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 11.08.2017, 12:58h
  • Antwort auf #3 von Paulus46
  • Das ist sachlich falsch.

    Jeder Kirchenkenner kennt auch den Fall Rentzing.

    Im Gegensatz etwa zur Ev. Kirche im Rheinland, der Kirche der Barmer Bekenntnissynode von 1934, ist die sächsische Landeskirche stellenweise so eingebräunt wie ihre nichtkirchliche sächsische Umgebung.
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#6 TimonAnonym
  • 11.08.2017, 13:04h
  • Das erinnert mich an die lesbische Putzfrau, die aus einem katholischen Kindergarten fristlos entlassen wurde. Nicht, dass die Kirche das bezahlt; wo käm man da hin. Bezahlen tut der Steuerzahler. Die Kirche gibt nur den Namen und will dort ihren Willen erzwingen.

    Alles dasselbe Pack.
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#7 saltgay_nlProfil
  • 11.08.2017, 13:25hZutphen
  • Eh' jetzt die altbekannten Kommentatoren wieder Schaum vor dem Mund kriegen und die Kirchenaustrittspflicht für Schwule fordern, sollte man doch bitte zur Kenntnis nehmen, wer eigentlich Verlautbarungen von "idea" liest.

    Das sind AfD-Wähler, chronische Strauß-Verehrer, zurückgebliebene CDU-Wähler, Evangelikale, christliche Berufsjugendliche vom Jugendbund EC, landeskirchliche Gemeinschaften, CVJM und andere religiöse Eiferer und Spinner.

    Deshalb ist idea nichts anderes als eine Tendenzpresse, wie junge Freiheit, Welt, BLÖD und dergleichen Gazetten. Mit kritischem Journalismus hat das nichts zu tun.

    Dass die Christen in der sächsischen Landeskirche mindestens zwanzig Jahre der geistigen Entwicklung hinterher hinken, das war schon zu DDR-Zeiten so. Das hat die Kirche aber nicht gehindert alkoholkranke pädophile Pastöre, die zugleich inoffizielle Mitarbeiter des MfS waren, zu beschäftigen.

    In der evangelischen Kirche besteht das Problem, dass gerade die Intellektuellen, die Unbequemen und die Kritiker ausgetreten sind. Wenn es nicht den demografischen Wandel gäbe, dann wäre der Anteil der "deutschen Christen" in der EKD noch viel größer. Eine Selbstheilung von innen heraus ist nicht zu erwarten, da der Trend in der EKD eindeutig zur "Wellness-Kirche" geht und am Ende zu einer hausfrauendominierten Esoterik-Selbsthilfevereinigung mutieren wird.

    Man merke sich, "der lange Marsch durch die Institutionen" ist immer noch mühselig, aber davor haben die Reaktionäre, wie seinerzeit 1968, auch heute noch eine Riesenangst.
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#8 WoowAnonym
  • 11.08.2017, 13:28h
  • Selbst wenn die Evangelische Landeskirche einen Schwulen kreuzigen würde, Freund Paulus46 würde begeistert feiern, dass dies nur ein "Einzelfall" wäre. Und man müsse sich mal vorstellen, alle anderen Schwulen würden ja noch leben.

    Wenn er selbst sein Lebensziel darin sieht, von christlichen Kirchen geliebt zu werden, so ist das sein Problem. Viele Menschen sind Christen in Deutschland. Dass er hier versucht, auch Schwulen diese Religion schmackhaft zu machen, ist dann schon Propaganda. Dass es aber wirklich Schwule gibt, die den Blödsinn glauben und in diese Kirchen rennen, ist dann Masochismus in Reinkultur: "Na gut, lass dich kreuzigen, wirst schon sehen, was du davon hast!"
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#9 userer
#10 PinoAnonym
  • 11.08.2017, 13:51h
  • "Landesbischof: Homosexualität widerspricht "Willen Gottes" "

    Aha, wer sagt ihm das? Hat er ihn gesprochen?

    Die Religioten reden immer viel von angeblicher Liebe, aber das ist nur Marketing und soll von deren wahrer Gesinnung ablenken, die nur aus Hass und Ausgrenzung besteht.

    Die sind dermaßen vom Hass zerfressen, dass sie schon völlig dem Wahnsinn verfallen sind.
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