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Evangelische Kirche Sachsen

Pfarrer vergleicht Homosexualität mit "Mehlstaub-Allergie"

Der Auer Pfarrer Jörgen Schubert verteidigt das Predigt- und Kontaktverbot mit Jugendlichen, das mehrere Gemeinden gegen den schwulen Jugendwart Jens Ullrich verhängten.


Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Nicolai in Aue war die erste Gemeinde, die Jens Ullrich ein Begegnungsverbot mit Jugendlichen erteilte

In der Evangelischen Kirche in Sachsen verschärft sich der Streit um einen schwulen Jugendwart. Mehrere Kirchengemeinden aus dem Erzgebirge hatten dem 54-jährigen Jens Ullrich, der seit 18 Jahren für die Kirche im Kirchenbezirk Aue arbeitet, nach seiner Verpartnerung ein Predigt- und Begegnungsverbot mit Jugendlichen erteilt (queer.de berichtete).

Gegenüber "Tag24" verteidigte Jörgen Schubert, Pfarrer der Auer Kirche St. Nicolai, die diskriminierende Maßnahme am Samstag mit einem Vergleich: "Wenn einer eine Mehlstaub-Allergie hat, dann kann er auch nicht Bäcker werden." Ullrich habe eine Grenze überschritten und Gemeindemitglieder mit seiner "Lebensweise", die nicht bibeltreu sei, vor den Kopf gestoßen. "Als Kirchner oder Friedhofsgärtner könnte jemand wie er hier arbeiten. Aber als Jugendwart im Verkündigungsdienst hat er eine Vorbildfunktion im Jugendbereich und sollte keinen Anstoß geben."

Auch Unterstützung für schwulen Jugendwart

Unterstützung bekam Jens Ullrich dagegen aus dem benachbarten Schneeberg. Die Verbote seien "sehr, sehr bedauerlich und schlecht", meinte Pfarrer Frank Meinel von der Kirche St. Wolfgang. "Ich habe die Erwartung an diese Gemeinden, dass sie die Entscheidung revidieren."

Superintendent Dieter Backmann hält die Verbote zwar für ungültig, will allerdings die Gemeinden nicht zu einer Umkehr zwingen: "Wir suchen hier mit den Gemeinden das vermittelnde Gespräch und werden vermeiden, etwas gegen den erklärten Willen der Gemeinden durchzusetzen."

Das Mobbing von Jens Ullrich begann bereits im Herbst 2015, als er sich mit seinem Freund verpartnerte. Das Paar überlegte fast zwei Monate, ob es ein Foto der Hochzeit auf Facebook veröffentlichen sollte. Als sich die beiden schließlich dazu durchrangen, schrieb die evangelikale Nachrichtenagentur Idea einen nicht gerade wohlwollenden Artikel mit der Überschrift: "Jugendwart 'heiratet' jungen Mann aus Venezuela".

Kurze Zeit später verbot der Vorstand der St.-Nicolai-Gemeinde dem Jugendwart Predigten und den Kontakt mit Jugendlichen – mit Verweis auf die Bibel. Mehrere weitere Gemeinden folgten seitdem. Sächsische Protestanten schrieben Ullrich zudem gehässige Briefe – in einem hieß es etwa, dass Homosexualität eine "Krankheit wider den Heiligen Geist" sei. (cw)



#1 Tom49Anonym
  • 13.08.2017, 09:25h
  • Ehe für alle ist wohl in Aue nicht angekommen... haben die immer noch kein Westfernsehen?
    Ich finde es einfach nur traurig... mein Kirchenaustritt bekräftigt sich wieder einmal
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#2 MarcAnonym
#3 Tal der AhnungslosenAnonym
  • 13.08.2017, 11:14h
  • "Gegenüber "Tag24" verteidigte Jörgen Schubert, Pfarrer der Auer Kirche St. Nicolai, die diskriminierende Maßnahme am Samstag mit einem Vergleich: "Wenn einer eine Mehlstaub-Allergie hat, dann kann er auch nicht Bäcker werden.""

    Und wieso hat das dann jahrelang geklappt, aber auf einmal nicht mehr?

    Ein Tipp an den Pfarrer: Wer eine Menschen-Allergie hat, der sollte auch nicht Pfarrer werden.

    "Kurze Zeit später verbot der Vorstand der St.-Nicolai-Gemeinde dem Jugendwart Predigten und den Kontakt mit Jugendlichen mit Verweis auf die Bibel. Mehrere weitere Gemeinden folgten seitdem. Sächsische Protestanten schrieben Ullrich zudem gehässige Briefe in einem hieß es etwa, dass Homosexualität eine "Krankheit wider den Heiligen Geist" sei."

    Liebe Gemeinden in Sachsen:
    Zieht doch bitte die Mauer um euch wieder rauf und denkt daran eure Freunde der AFD und Päääägidäää mit reinzunmehmen, dann kann euch keiner was und der Rest Deutschlands bleibt von euch verschont!
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#4 Ralph
  • 13.08.2017, 11:43h
  • Sachsen ist bekanntlich das Nazi-Bundesland. Nirgends verfügt die NPD über so viele Mandante in den Kommunalvertretungen wie dort. Sachsen ist die Heimat der Pegida, ein Zentrum auch der AfD, und dort regiert der -abgesehen von Annegret Kramp-Karrenbauer im Saarland- rechteste Ministerpräsident Deutschlands, ein Schutzherr der Nazis und Abwiegler des Rechtsextremismus, Stanislaw Tillich. Es ist klar, dass dort auch die Kirche weit rechts außen angesiedelt ist. Ansonsten bleibt nur zu sagen, was immer gesagt werden muss: Was sind das für Schwule, die immer noch dieser menschenverachtenden Organisation angehören, ja für sie arbeiten? Wer das tut, braucht sich nicht zu beklagen.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 13.08.2017, 11:43h
  • Kontaktperson
    Pfarrer Jörgen Schubert
    Gerichtsstr. 3
    08280 Aue
    Tel.: 03771 704817

    Leider wird man in seinen schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

    Das ist nun wirklich eine grundgesetzwidrige Zivilisationsverweigerung, die man sonst nur bei Islamisten kennt. Von einem Beamten einer Quasi-Staatskirche.

    Der Mann steht mit seiner skrupellosen Beleidigunsrhetorik eindeutig in der dunkeldeutschen Tradition der 'Deutschen Christen'.

    de.wikipedia.org/wiki/Martin_Sasse
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#6 Paulus46Anonym
#7 Angelika OetkenAnonym
  • 13.08.2017, 11:56h
  • "Sächsische Protestanten schrieben Ullrich zudem gehässige Briefe in einem hieß es etwa, dass Homosexualität eine "Krankheit wider den Heiligen Geist" sei. "

    Für in ihrer sexuellen Identität unsichere Menschen können primitive Weltbilder, wie sie gerade manche Religionen oder religiöse Gruppierungen anbieten, attraktiv erscheinen.

    Vermutlich wird Jens Ullrich und seinem Partner nichts Anderes übrig bleiben, als sich eine neue Gemeinde zu suchen. Wenn der Gemeinderat es nicht schafft, zu vermitteln, dann liegt dort noch mehr im Argen. Da würde ich sowieso sehen, dass ich verschwinde, so lange es dafür noch Gelegenheit gibt.
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 13.08.2017, 11:59h
  • Antwort auf #4 von Ralph
  • "Was sind das für Schwule, die immer noch dieser menschenverachtenden Organisation angehören, ja für sie arbeiten? Wer das tut, braucht sich nicht zu beklagen."

    Ich würde auch nicht in Sachsen arbeiten, schon gar nicht in der Landeskirche.

    Trotzdem hat der Betroffene ein Recht, sich zu beklagen.

    Er arbeitet in einer vom Staat finanzierten Einrichtung, die z. B. Schulen (Thomaner) und bedeutende Gebäude (Frauenkirche) verwaltet. Das Grundgesetz, das z. B. Regenbogenfamilien schützt (BVG 2013), gilt auch in Sachsen. Infame Beleidigungen müssen sich also auch Kirchenmitarbeiter nicht gefallen lassen.
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 13.08.2017, 12:03h
  • Antwort auf #6 von Paulus46
  • Deine Feststellungen sind leider sachlich falsch.

    Ich kopiere einfach mal aus dem MDR-Link,
    den Du selbst hier eingesetzt hast:

    "Allerdings haben homosexuelle Paare keinen Anspruch auf eine Segnung im Gottesdienst. Dem Beschluss zufolge müssen sich Pfarrer und Pfarrerinnen zuvor mit dem Kirchenvorstand beraten und können den Wunsch ablehnen. Begründen müssten sie dies nicht, sagte EVLKS-Pressesprecher Matthias Oelke MDR SACHSEN. Er betonte, die Geistlichen seien in ihrer Entscheidung frei und auch nicht an eine Empfehlung des Kirchenvorstands gebunden.
    Kein Konsens für eine Trauung"
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#10 JamboAnonym
  • 13.08.2017, 12:09h
  • Eigentlich ist so etwas erschreckend.

    Es ist aber genauso erschreckend das es auch hier Verfasser von Kommentaren gibt die sich auf die selbe primitive Ebene stellen wie die Diener Gottes und teilweise ein ganzes Bundesland bzw. deren Bevölkerung verpauschalisieren und diffamieren.

    Es würde sich jedoch für mich mehr die Frage stellen frei Bert Brecht.

    Stellt euch vor es gibt dir Kirche und keiner geht mehr hin.

    Und was passiert dann? Eine Hülle die zum Einsturz durch dich selbst kommt. Egal ob in Aue oder Schloß Mansfeld oder Köln oder Rom
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