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England

Ungeschützter Sex: Sieben Jahre Haft für HIV-Positiven

Ein 25-Jähriger muss in Großbritannien ins Gefängnis, weil er zwei Partner mit HIV infiziert haben soll.


Die Polizei von Nottingham verbreitete auf sozialen Netzwerken dieses Bild des verurteilten HIV-Positiven (Bild: Nottinghamshire Police)

Ein Gericht im englischen Nottingham hat am Dienstag den HIV-positiven Antonio R. wegen schwerer Körperverletzung zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt, weil er zwei Sexualpartner wissentlich mit dem HI-Virus angesteckt haben soll. Der 25-Jährige hatte die Vorwürfe abgestritten. Der Verurteilte kann laut dem Gericht nach Verbüßung der Hälfte seiner Strafe auf Bewährung frei kommen.

Die Geschworenen im Crown Court sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte 2008 und 2012 ungeschützten Sex mit zwei Männern gehabt hatte. Später fanden die beiden Männer bei einer Routinekontrolle heraus, dass sie HIV-positiv waren. Weitere Kontrollen ergaben, dass sie sich mit dem selben HIV-Stamm wie der jetzt Verurteilte angesteckt hatten. R. wurde schließlich 2015 angeklagt.

Staatsanwaltschaft: Opfer leiden "für den Rest ihres Lebens"

Der Verurteilte habe "seinen HIV-Status gegenüber einem Partner verschwiegen und den anderen angelogen", erklärte James Allen, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ferner habe der HIV-Positive versucht, eine andere Person für die Infektion verantwortlich zu machen, und sich als Opfer eines Komplotts dargestellt. Die Konsequenzen aus dieser Tat würden "die Opfer für den Rest ihres Lebens begleiten".

Der 25-Jährige wurde neben der Verurteilung außerdem an den medialen Pranger gestellt: Bei der Berichterstattung nannten britische Zeitungen, in denen der Schutz der Privatsphäre einen untergeordneten Rang hat, den vollen Namen und zeigten ein Klarbild des Angeklagten. Auf der Facebook-Seite der Polizei der Grafschaft Nottinghamshire wurde das Bild ebenfalls verbreitet – Kommentatoren forderten darunter die Zwangskastration des Mannes oder sogar seine Hinrichtung, ohne das die Polizei auf diese Kommentare reagierte.


In der Kommentarspalte der Facebook-Seite der Polizei gibt es Gewaltfantasien gegen den Verurteilten.

Wie in Großbritannien können auch in Deutschland HIV-Positive wegen Sex bestraft werden: 2014 verurteilte das Oldenburger Landgericht beispielsweise eine HIV-positive Sexarbeiterin, weil sie ungeschützten Geschlechtsverkehr mit mehreren Kunden hatte (queer.de berichtete). In den USA kann es sogar zu Haftstrafen in Höhe von 30(!) Jahren gegen HIV-Positive kommen (queer.de berichtete).

Deutsche Aids-Hilfe ist gegen Kriminalisierung von HIV-Positiven

Aids-Aktivisten in Deutschland sehen die Verfolgung von sexuell aktiven HIV-Positiven kritisch: Die Deutsche Aids-Hilfe verurteilt die Kriminalisierung der (potenziellen) HIV-Übertragung als kontraproduktiv. HIV-Prävention dürfte nicht einseitig positiven Menschen aufgebürdet werden.

Der Nationale Aids-Beirat der Bundesregierung kritisierte 2013, dass Strafverfahren bei HIV-Übertragungen nach einvernehmlichem Sex "keinen Beitrag zur HIV-Prävention" leisten würden (queer.de berichtete). (dk)



#1 LaurentProfil
  • 16.08.2017, 17:58hMetropolregion Rhein-Neckar
  • "wissentlich",

    "verschwiegen",

    "angelogen",

    "sich als Opfer eines Komplotts dargestellt."

    Das Urteil geht doch in Ordnung.
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#2 TopMarciEhemaliges Profil
  • 16.08.2017, 18:06h
  • Geht gar nicht! Wer ungeschützten Sex hat, sollte sich nicht wundern, wenn er irgendeine Krankheit bekommt.
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#3 Inge BorgAnonym
  • 16.08.2017, 18:15h
  • Antwort auf #1 von Laurent
  • Nein, geht es nicht. Und warum nicht? Weil zum Sex nun mal 2 Personen gehören. Und selbst wenn der Verurteilte erklärt hat, er wäre HIV-negativ, heisst das noch lange nicht, das man ihm glauben muss. Eben das haben aber die beiden anderen getan. Aber diese trifft keine Schuld? Warum nicht?
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#4 PoronkusiAnonym
  • 16.08.2017, 18:20h
  • Antwort auf #1 von Laurent
  • Die "Opfer" sind natürlich frei von jeder Verantwortung. Wer Sex hat muss mit STDs leben können. Und wer meint die eigene Verantwortung auf andere Abschieben zu können, den erwischt es halt noch schneller.

    Ein absolut skandalöses Urteil. Durch einen HIV Test wird man wieder mal vom Opfer zum Täter.
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#5 ursus
  • 16.08.2017, 19:40h
  • "Bei der Berichterstattung nannten britische Zeitungen, in denen der Schutz der Privatsphäre einen untergeordneten Rang hat, den vollen Namen und zeigten ein Klarbild des Angeklagten."

    er ist auch hier bei queer.de trotz des schmalen schwarzen balkens eindeutig zu erkennen. musste das sein?
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#6 positiv lebenAnonym
  • 16.08.2017, 20:01h
  • Mit PrEP wäre das nicht passiert. Mit Kondom vermutlich auch nicht. Ein Erwachsener sollte sich nicht so naiv anlügen lassen.
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#7 seb1983
  • 16.08.2017, 20:59h
  • Nach wie vor finde ich das in Ordnung.

    Die Angesteckten waren dumm ungeschützt Sex zu haben, dafür sind sie nun HIV Positiv.

    Der Verurteilte dagegen soll fröhlich durch die Welt wandern dürfen und ungestraft weitere Dumme anstecken. Kann meiner Meinung nach nicht sein.
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#8 Patroklos
  • 16.08.2017, 20:59h
  • Antwort auf #4 von Poronkusi
  • Das Urteil ist gerechtfertigt und da beißt die Maus keinen Faden ab! Der Typ hat zwei Männer mit dem HI-Virus angesteckt und sie dreist belogen! Was hat ihn davon abgehalten, geschützten Sex zu haben?
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#9 PoronkusiAnonym
#10 GayFunAnonym
  • 16.08.2017, 21:07h
  • Antwort auf #7 von seb1983
  • "Der Verurteilte dagegen soll fröhlich durch die Welt wandern dürfen und ungestraft weitere Dumme anstecken."

    Ganz genau, soll er! Denn auch als HIV-positiver Schwuler hat er ein Recht auf ungeschützten Sex!
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