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Kommentare zu:
Ungeschützter Sex: Sieben Jahre Haft für HIV-Positiven


#41 PiepmatzAnonym
  • 17.08.2017, 18:12h
  • Antwort auf #38 von Pfote
  • Das können wir bei den Kommentaren zu fast jeder entsprechenden Meldung beobachten, und leider oft sogar schon in der Meldung selbst: Aus einer fahrlässig in Kauf genommenen Infektion (was zweifellos nicht in Ordnung ist) wird ruckzuck eine "wissentliche", "absichtliche", "vorsätzliche", "bewusste" Infektion oder sogar ein "Pozzer" (was gleich eine völlig andere Dimension hat). So war es schon bei Nadja Benaissa, die ihren Partner laut etlicher Boulevardmedien "absichtlich" infiziert haben sollte, obwohl definitiv kein Vorsatz zu erkennen war.

    Fakten zählen da nicht. Der unbedingte Wille zur moralischen Verurteilung macht blind und erschafft sich das "skrupellose HIV-Monster", das er unbedingt erkennen will, einfach selbst.

    War nicht gerade von "Entlastungsdebatten" die Rede? Das hier gehört eindeutig in diese Reihe.

    Wie schön, wenn man die Verantwortung auf wenige Menschen abwälzen kann und sich nicht mit der Verantwortung all der anderen - und womöglich sogar der eigenen - beschäftigen muss. Wie viel leichter ist es doch, HIV-Infektionen irgendwelchen pathologischen Irren zuzuordnen, als darüber nachzudenken, wo die meisten Infektionen wohl stattfinden.

    Und warum sollte man sich mit den komplexen Auswirkung von Stigmatisierung auf das Infektionsgeschehen befassen, wenn es doch so viel einfacher ist und sich so viel besser anfühlt, andere zu verurteilen?
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#42 Benedictus
#43 PiepmatzAnonym
  • 17.08.2017, 18:41h
  • Antwort auf #42 von Benedictus
  • "Man kann niemanden "fahrlässig" belügen."

    Auch eine bewusste Lüge über den Serostatus macht die Infektion selbst nicht "vorsätzlich". Das würde bedeuten, dass der Angeklagte die bewusste Absicht gehabt habe, eine Infektion herbeizuführen, was hier in keiner Weise erkennbar oder belegt ist.

    Wenn wir hier schon über Strafrecht diskutieren, dann bitte auf der Basis der Fakten und des korrekten Vokabulars. Dein Vorwurf des "Pozzens" ist aus den hier genannten Fakten in keiner Weise ableitbar.
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#44 Benedictus
#45 FrageAnonym
#46 TamakAnonym
#47 Benedictus
#48 PfoteAnonym
#49 PiepmatzAnonym
  • 17.08.2017, 22:04h
  • Antwort auf #46 von Tamak
  • Was du beschreibst (wenn es im konkreten Fall nachweisbar wäre, was aus dem Artikel nicht hervorgeht), würde maximal einen "bedingten Vorsatz" bzw. "Eventualvorsatz" ausmachen. Diese Bewertung ist zugegebenermaßen in den meisten vergleichbaren Fällen in Deutschland von den Gerichten vertreten worden, aber eben nicht durchgängig. Die "billigende Inkaufnahme" muss in jedem Einzelfall geprüft und nachgewiesen werden.

    So ganz zweifelsfrei, wie du tust, bekommst du deinen "Punkt" also nicht dahinter.

    Möglicherweise zeichnet sich eine Verschiebung der juristischen Bewertungen ab, (in die zunehmend auch soziale und psychologische Faktoren einfließen):

    "Das Landgericht Aachen hat einen HIV-positiven Mann zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, der ungeschützten Sex mit seiner Lebensgefährtin gehabt hatte, ohne sie über seine Infektion zu informieren. Dabei war es zur Übertragung des Virus gekommen. Das Gericht wertete das Geschehen lediglich als fahrlässige Körperverletzung."

    www.rechtsindex.de/recht-urteile/4890-hiv-uebertragung-durch
    -ungeschuetzten-sex-fahrlaessige-oder-vorsaetzliche-koerperv
    erletzung


    -
    Es wird hier weiterhin hübsch isoliert über den juristischen Aspekt diskutiert. Natürlich muss man nicht immer über die Auswirkungen solcher Urteile auf die Prävention nachdenken, aber es ist doch sehr auffällig, dass dieser Aspekt von den Strafrechts-Fans immer komplett ausgeblendet wird, als wäre er völlig unerheblich. Da darf man sich dann schon fragen, welche Prioritäten eigentlich gesetzt werden: das Gefühl, es sei "dem Recht Genüge getan" oder die Verhinderung von möglichst vielen Infektionen.

    Ich halte das hier immer noch hauptsächlich für eine Entlastungsdebatte.
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#50 Du lieber HImmelAnonym
  • 17.08.2017, 23:54h
  • Antwort auf #17 von niccinicci
  • "man (hat) doch wirkkich keine nachteile mehr heute, egal ob hiv positiv oder negativ"

    Vielleicht solltest du zur Erweiterung deines Horizonts mal bei einem HIV-postiven nachfragen, ob er das genauso sieht.

    Dumm, dass kein HIV-positiver, der anderer Meinung ist, einfach mit dir tauschen kann...
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