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Spagat der Kanzlerin

Merkel: Ehe für alle sorgt für "Befriedung" der Gesellschaft

Im Interview mit jungen Youtubern lobt sich die Bundeskanzlerin dafür, dass sie die Abstimmung im Bundestag ermöglicht habe – obwohl sie die Eheöffnung grundgesetzwidrig findet.


Bundeskanzlerin Angela Merkkel (CDU) stellte sich am Mittwoch live eine Stunde lang den Fragen von MrWissen2Go, ItsColeslaw, Alexi Bexi und Ischtar Isik (Bild: Screenshot)

In einem live gestreamten Interview (ab ca. 7:45) mit vier jungen Youtube-Stars hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch auch über die Ehe für alle gesprochen. Lisa Sophie, eine 22-jährige Berliner Psychologiestudentin, die den Youtube-Kanal "ItsColeslaw" mit über 240.000 Abonnenten betreibt, wollte von der CDU-Chefin wissen, warum sie im Bundestag gegen die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare stimmte.

Bei ihrer Antwort legte die Kanzlerin einen erstaunlichen Spagat hin: "Ich persönlich habe sehr viel in den letzen Jahren darüber nachgedacht: Wie ist das mit der Adoption von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften, habe hier meine Meinung auch verändert", entgegnete Merkel zunächst. "Gerade deshalb weil auch viele Pflegekinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften leben." Die Ehe sei für sie jedoch "nach dem Grundgesetz eine Verbindung von Mann und Frau", so die Bundeskanzlerin, "und deshalb habe ich auch bei der Abstimmung mit nein gestimmt".

Gleichzeitig feierte sich die CDU-Vorsitzende als Mutter der Ehe für alle: "Ich habe mich auch dafür eingesetzt, dass diese Abstimmung stattfindet, weil ich gemerkt habe, dass es andere Mehrheitsverhältnisse hier gibt", meinte sie zu Lisa Sophie. "Und ich glaube, dass wir jetzt mit diesem Abstimmungsergebnis auch eine Situation haben, mit der wir ein Stück weit Befriedung in der Gesellschaft erreicht haben."

Auf eine spätere Kritik der Interviewerin am Sexualkundeunterricht ("hat mir das Gefühl gegeben, dass ich nicht normal bin, wenn ich auf Männer und auf Frauen stehe") ging Merkel nicht ein.

Bereits über 1,1 Millionen Aufrufe

Die Fragen waren nach Angaben von Youtube zuvor nicht abgesprochen worden. Bislang erhielt das Interview mit der Kanzlerin über 1,1 Millionen Aufrufe. Die weiteren Fragesteller unter dem Hashtag #DeineWahl waren Alexander Böhm ("AlexiBexi"), Beauty-Vloggerin Ischtar Isik und Mirko Drotschmann ("MrWissen2Go").

Vor zwei Jahren hatte sich Angela Merkel schon einmal vom Youtuber LeFloid interviewen lassen (queer.de berichtete). Bereits damals bezeichnete sie die Ehe als "das Zusammenleben von Mann und Frau". Sie sei gegen Diskriminierung, mache aber "dann eben an einer Stelle einen Unterschied". Lesben und Schwule müssten unterschiedliche Meinungen zur Gleichstellung "einfach auch aushalten". (cw)

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#1 WindheimerAnonym
  • 17.08.2017, 07:08h
  • Die Ehe WAR eine Verbindung zw Frau und Mann nach dem Grundgesetz, weil es die Gründerväter damals so dachten....JETZT, 2017 , denken die Menschen, eine Verbindung zwischen zwei erwachsenen Menschen...Also ist diese Verbindung jetzt unter dem Schutz des GG und keineswegs verfassungswidrig, wie eine Repräsentantin dieses Landes behauptet. Dieses Behauptung ist schon sehr anmassend und müsste verfolgt werden.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 17.08.2017, 07:26h
  • Antwort auf #1 von Windheimer
  • Wie in anderen Poiliitkbereichen auch zeigt sich mal wieder, dass Frau Merkel eine völlig überschätzte Politikerin ohne Konzept ist.

    Zudem ist sie rhetorisch so unbegabt, dass sie kaum in sich schlüssige Argumentationen und vernünftige Sätze zustande bringt.
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#3 stephan
  • 17.08.2017, 07:43h
  • Die Frau ist echt dreist: Immer gegen die Gleichstellung und jetzt hält sie sich für die Mutigste, weil 'sie die Abstimmung frei gegeben hat' ... es dauert noch ein wenig, dann wird sie behaupten, dass sie in dieser Sache mehr geleistet hätte als Volker Beck und alle LGBT-MdBs zusammen!

    Das erinnert mich an die verlogenen Katholen: Immer gegen die Menschenrechte, gegen Demokratie, gegen die Gleichstellung der Geschlechter und heute wollen Sie alle Errungenschaften selber erfunden haben!

    Ich nenne das echt kackdreist und ein Märchen für die Doofen!
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#4 Steve2Anonym
  • 17.08.2017, 08:26h
  • Fakt ist: Seit 2005 hat Merkel und CDU uns diskriminiert, indem sie sich kategorisch gegen die Ehe für Alle gestellt hat. Man stelle sich einmal vor, wie anders das Leben für manche ausgesehen hätte. Manche hätten jetzt vielleicht schon Kinder und Familie, aber DAS hat sie seit 12 Jahren verhindert. Selbst die konservativen USA hatten uns in dieser Frage längst eingeholt.
    Ihre Antwort zeigt ja, dass sie nicht für uns gestimmt hat, insofern gehe ich davon aus, dass es politische und taktische Gründe hatte - wahrscheinlich hat eine internet Umfrage ergeben, dass wenn sie sich gegen die Ehe für Alle stellt es sie die Wahl kosten kann. Davon gehe ich sehr aus.
    ABER: Viel schlimmer noch ist, dass CDU und Merkel wirklich keinen Fortschritt in Richtung Umwelt und Tierrechte macht. Immer nur an die eigenen Interessen denken, ist ziemlich einfach, aber was in Sachen Tiermissbrauch stattfindet (jedes Jahr alleine 2 Millionen getötete Tiere für sinnlose Tierversuche - denn wir reden bei dieser Zahl fast nie von medizinischen Zwecken!) ist skandalös. Leider gibt es wenige Parteien, die dagegen überhaupt etwas tun möchten, weil in erster Linie "Ich, ich ich" oder "Wir, wir, wir" auf dem Plan steht.
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#5 Markusbln11Anonym
  • 17.08.2017, 08:37h
  • Mit anderen Worten:

    Um einer in der Gesellschaft umfassend getragenen Interpretation des Grundgesetzes zu entsprechen, hat Frau Merkel ihre randständige Interpretation des Grundgesetzes als erste Dienerin des deutschen Volkes zurückgestellt und der mehrheit entsprochen.

    Persönlich positioniert sie sich damit aber ausserhalb ihrer evangelischen landeskirche brandenburgs, ausserhalb der ekd, weit entfernt von vielen katholischen mandatsträgern (die übrigens sprechverbot in sachen pro ehe für alle haben), aber direkt im bestimmenden rechtsaussen-lager des vatikans.

    Das ist nicht die mitte der deutschen gesellschaft. Und das weiss frau merkel auch.
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#6 Sven100Anonym
  • 17.08.2017, 09:01h
  • Antwort auf #5 von Markusbln11
  • "Persönlich positioniert sie sich damit aber ausserhalb ihrer evangelischen landeskirche brandenburgs"

    Wieso? In der Landeskirche von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sind Schwule und Lesben ohne Wenn und Aber in jeder Hinsicht anerkannt.
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#7 LaurentProfil
#8 KomischAnonym
  • 17.08.2017, 09:50h
  • Erstmal hat sie bei der Abstimmung dagegen gestimmt. Und dann war ihre Aussage, dass sie gerne eine weitere Diskussion darüber haben wollte und dass es nicht gut sei, dieses Thema so schnell durchzuboxen.

    Das Video ist schlicht und ergreifend eine Werbekampagne. Und diejenigen, die uns tatsächlich unterstützen, werden die CDU nicht wählen, denn diese Leute sind entweder in einer anderen Partei, oder wählen eine andere Partei.
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#9 Miguel53deProfil
#10 sanscapote
  • 17.08.2017, 10:06h
  • Antwort auf #4 von Steve2
  • Madame Merkel..sie will im Herbst wieder gewaehlt werden, und zwar von denjenigen Schwulen und Lesben, die nicht hinter die Kulissen zu blicken gewohnt sind.
    Fehlende verbindliche Tierschutzgesetze sehe ich wie du.
    Intersexuellengeschnipsel. Auch hier hat sich die Bundesregierung um keinen Deut veraendert.
    Transsexuellengesetz?
    Diskriminierungsschutz?
    Bestrafung Homophober? zum Beispiel das letzte Urteil in Osnabrueck.
    Fehlanzeige auf der ganzen Linie.
    Meine Stimme an keine der Parteien, die uns alle einschliesslich der Tierwelt seit Jahren verar.....!
    Der 30. Juni, der Tag an dem gejubelt wurde, ist endlich gekommen. Dennoch was wurde vom deutschen BT an allen Feiernden vorbei beschlossen, was unsere Rechte noch mehr einschraenkt?
    Dass Merkel und ihre Foerderer aus Menschenliebe handeln, das kann man getrost vergessen.
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