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Landgericht Köln

Dreieinhalb Jahre Haft für Rastplatz-Räuber

Die Staatsanwaltschaft wollte den Familienvater, der zwei schwule Cruiser auf Autobahn-Parkplätzen anmachte, bestahl und mit Pfefferspray besprühte, für sechs Jahre hinter Gittern sehen.


Autobahn-Raststätten werden nicht nur für Kaffee-, Raucher- und Pinkelpausen genutzt (Bild: Thomas Kohler / flickr)

Das Landgericht Köln hat im Prozess gegen einen ehemaligen Wirt, der zwei schwule Männer auf Autobahn-Rastplätzen ausraubte, bereits am Mittwoch das Urteil gesprochen. Der 45-jährige muss für insgesamt dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Der Angeklagte hatte seinen Opfern vor zehn bzw. sechs Jahren auf bekannten Cruising-Treffpunkten bei Köln und Aachen erst Avancen gemacht und sie dann beim Fummeln beklaut (queer.de berichtete). In beiden Fällen wurde er ertappt und setzte daraufhin Pfefferspray ein. Überführt wurde er erst im vergangenen Jahr durch eine DNA-Probe auf einer Baseballkappe, die er bei der Flucht verloren hatte.

Einbezogen in das Strafmaß wurde eine frühere Verurteilung durch das Landgericht Mönchengladbach zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis. In dem ähnlich gelagerten Fall hatte der Angeklagte einen schwulen Mann in einem Pornokino ausgeraubt und ebenfalls mit Reizgas besprüht.

Geständnis und Reue wirken sich strafmildernd aus

Richter Harald Helmes blieb deutlich hinter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Gesamtstrafe von sechs Jahren zurück. Laut "Focus" sprach er in seiner Urteilsbegründung von einem "minder-minder-schweren Fall" des räuberischen Diebstahls. Der mit einer Frau verheiratete Vater dreier Töchter habe nicht mit Raubvorsatz gehandelt, sondern einen Trickdiebstahl durch Ablenkung seiner Opfer begehen wollen. Die Beute sei mit einem Camcorder im Wert von 75 Euro und insgesamt 68 Euro Bargeld zudem gering ausgefallen.

Strafmildernd wirkte sich auch sein Geständnis und seine Entschuldigung am ersten Prozesstag aus. Der 45-Jährige hatte die Überfälle mit Schulden nach der Schließung seines Restaurants begründet, gegen Schwule habe er nichts. Bis zum Haftantritt verbleibt der nun zweifach Verurteile auf freiem Fuß. Er mache derzeit seinen LKW-Führerschein und pflege seine krebskranke Ehefrau, erklärte er vor Gericht.

Die Rechtsanwältin des Angeklagten akzeptierte das Strafmaß. Die Staatsanwaltschaft hat noch die Möglichkeit, Berufung einzulegen. (cw)



#1 Patroklos
  • 17.08.2017, 09:01h
  • Die Strafe geht voll in Ordnung! Im Knast sollte der Typ mal darüber nachdenken, was er den Männern angetan hat und ob es nicht andere und legalere Wege gibt, seine durch die Restaurantschließung aufgehäuften Schuldenberg abzutragen!
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#2 panzernashorn
  • 17.08.2017, 09:56h
  • Zitat: " Laut "Focus" sprach er in seiner Urteilsbegründung von einem "minder-minder-schweren Fall"

    >> Klar doch - es geht ja schließlich lediglich um einige minderwertige Schwule, die da geschädigt worden sind.
    Das ist in der Tat nicht sonderlich schlimm............(Ironie aus).

    Das Urteil zeigt wieder einmal die Denkweise und setzt ein völlig falsches Zeichen.
    Der Typ ist ein (routinierter) Wiederholungstäter, der geplant vorsätzlich handelt (Pfefferspray, Raubdelikte) - da hat wohl wieder die anrührige Familienstory gezogen.............
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#3 TheDadProfil
  • 17.08.2017, 11:21hHannover
  • ""Einbezogen in das Strafmaß wurde eine frühere Verurteilung durch das Landgericht Mönchengladbach zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis.""..

    ""Bis zum Haftantritt verbleibt der nun zweifach Verurteile auf freiem Fuß.""..

    Hier handelt es sich nicht um eine Zweifache Verurteilung..
    Durch Einbeziehung des vorangegangenen Urteils wird eine "Gesamtstrafe" gebildet, weil die Fälle in einem Zusammenhang stehen..

    Warum diese erste Strafe bislang noch nicht vollzogen wurde obwohl das Urteil bereits im Juli 2016 erging, bleibt allerdings im Dunkeln..

    Mir erschient auch die Begründung zweifelhaft daß es sich um einen "Trickdiebstahl" handeln soll, zu dem sich der Angeklagte entschlossen habe weil er durch die Schließung des eigenen Restaurants Schulden habe, denn die Taten liegen ja schon 6, bzw. 10 Jahre zurück, womit dann auch damit zu rechnen ist, das der Angeklagte auch für weitere Überfälle verantwortlich ist..
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#4 SebiAnonym
  • 17.08.2017, 12:11h
  • Hätte zwar ruhig noch etwas länger sein können, aber wenigstens keine Bewährung.

    Ich verstehe allerdings nicht, wieso ein Geständnis strafmildernd ist. Dem wurden seine Taten nachgewiesen; ob der das dann auch noch mal gesteht oder leugnet, sollte für das Strafmaß unerheblich sein.
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#5 TopMarciEhemaliges Profil