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Absage nach Drohungen

Uganda: Homophober Ethikminister verhindert CSD

Die Pride-Organisatoren mussten alle Events absagen, nachdem die Polizei den Veranstaltungsort umstellte.


Simon Lokodo ist seit 2011 Ethikminister und machte sich international vor allem mit seinem Kampf gegen LGBTI-Rechte einen Namen

Die ugandischen CSD-Veranstalter haben am Mittwoch bekanntgegeben, dass dieses Jahr alle Pride-Events abgesagt werden. Eigentlich hätte der CSD am Mittwochabend mit einer Eröffnungsgala in einem Sheraton-Hotel in der Hauptstadt Kampala starten sollen. Wenige Stunden vor Beginn der Gala zogen die Organisatoren die Reißleine, weil Polizisten das Hotel umstellt hatten und damit drohten, die Teilnehmer festzunehmen. Zu der Gala wurden 300 ugandische und internationale Gäste erwartet, darunter auch Vertreter ausländischer Botschaften wie den Niederlanden, Schweden und den USA.

"Ich bin erschüttert, dass dieser wunderbare Moment des Zusammenhalts wieder einmal ungerechterweise verhindert wurde", erklärte Pride-Organisator Isaac Mugisha. Er versprach, selbst im Angesicht der Unterdrückung weiter zu kämpfen. "Unsere Community will mit Würde und Respekt von unserer Regierung und unseren Mitbürgern behandelt werden. Wir werden nicht ruhen, bis dieses Ziel erreicht ist."

Sorge um Sicherheit der CSD-Besucher

Für die Absage machten die Veranstalter Ethikminister Simon Lokodo verantwortlich, der bereits seit Jahren gegen LGBTI-Rechte kämpft. In einer auf der afrikanischen LGBTI-Plattform "Kuchu Times" veröffentlichten Erklärung zur CSD-Absage heißt es: "Simon Lokodo hat uns die letzten Wochen hinweg mit Verhaftung gedroht und hat sogar seine Absicht deutlich gemacht, eine unserer Anführerinnen körperlich anzugreifen, wenn er sie treffen würde." Aus Sorge um die Sicherheit der CSD-Besucher sehe man sich daher gezwungen, alle Veranstaltungen abzusagen.

Lokodo ist ein ehemaliger katholischer Priester, der von Papst Benedikt XVI. wegen der Übernahme eines politischen Amtes exkommuniziert worden war. Er hatte in der Vergangenheit behauptet, dass Schwule und Lesben generell "schlechte Menschen" seien, die "unser aller Leben" ruinierten (queer.de berichtete). Hinter CSDs vermutet er eine westliche Kampagne, die dazu angelegt sei, die afrikanische Kultur zu vernichten (queer.de berichtete).

Bereits im vergangenen Jahr verhinderte die Polizei den CSD: Damals versperrte ein Großaufgebot eine geplante CSD-Demonstration am Viktoriasee und drohte den Teilnehmern mit der Festnahme (queer.de berichtete). In den Vorjahren hatte der CSD vier Mal an einem vorab geheim gehaltenen Ort stattfinden können.

Gleichgeschlechtliche Handlungen können in dem größtenteils christlichen Land nach einem Gesetz aus britischer Kolonialzeit mit bis zu lebenslanger Haft bestraft werden, seit dem Jahr 2000 betrifft das auch Handlungen unter Frauen. Zudem sorgte die Regierung wegen homophober Rhetorik international immer wieder für Kritik. So wurde jahrelang darüber debattiert, ob die Todesstrafe für Homosexualität eingeführt werden soll. (dk)



#1 SebiAnonym
  • 17.08.2017, 12:09h
  • Mit Ethik hat dieser Homohasser nicht viel zu tun.

    Skandalös, dass auch unsere Steuern in dieses Land fließen. Dabei geht das Geld gar nicht an notleidende Menschen, sondern dient nur diesem Regime dazu, sich an der Macht zu halten. Das Geld von LGBTI nehmen die nämlich gerne - da haben die keinen Ekel vor.
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#2 Roman BolligerAnonym
#3 klargestelltAnonym
#4 vonWegenAnonym
  • 17.08.2017, 13:38h
  • Im Leben niemals ist er ethisch bewandert. Wohl eher unterwandert.
    Mit so ner Haltung hat er weder Immanuel Kant verstanden, noch ist ihm jemals das Gesamtpaket Martin Luther King jr. begegnet.
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#5 0815Anonym
#6 WoowAnonym
  • 17.08.2017, 14:48h
  • Könnten Herr de Maiziere und Herr Kauder alleine und ohne Gericht entscheiden, glaubt ihr ernsthaft, es gäbe CSDs in Deutschland??
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#7 seb1983
#8 vonWegenAnonym
  • 17.08.2017, 23:00h
  • Antwort auf #5 von 0815
  • Es gab ein Mann in den USA namens Martin Luther King jr., der in Harvard bedeutende ethische Werke las: unter anderem von Immanuel Kant. Das nutzte er in seiner babtistischen Kirche und in seinem christlichen Glauben, und eben auch für seinen Civil Rights Movement.
    Offenbar gibt es keine Schablonen oder Schubladen beim Thema ''was ist mein Glaube und wie setzt er sich zusammen.''
    Offenbar gibt es aber solche Neun-Mal Kluge wie derjenige im Artikel, der die Ethink als Ausrede nutzt, um negatives tun zu können.
    Das ist weder ethisch noch christlich.
    Ich würde sagen, es ist niederträchtig, falsch, und bösartig.

    Und dann gibt es offenbar Kommentatoren, die nur in Schubladen denken können und die meinen, alles müsste getrennt sein.
    Der Glaube ist so vielfältig und so individuell, dass es dafür keine Betriebsanleitung gibt.
    Es gibt ne Menge von anderen Zusammensetzungen jenseits von Christentum und diesem Hochstapler vom Artikel.
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#9 0815Anonym
  • 18.08.2017, 10:13h
  • Antwort auf #8 von vonWegen
  • Die Tatsache, dass das sogenannte heilige Buch der Christen geeignet ist, Schwule zu verdammen und ihre Vernichtung zu propagieren, zeigt die Verkommenheit des Fundaments, auf dem sich Christen bewegen.

    Wenn ein christlicher Gottesanbeter diese Realität ausblendet und Gutes tut, ist das natürlich löblich, aber dennoch unethisch, weil er die verkommene Grundlage seines "Glaubens" in betrügerischer Absicht verschweigt.
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#10 0815Anonym