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Safer-Sex-Strategie

Umfrage: Zwei Drittel benutzten kein Kondom beim letzten Sex

Viele schwule Paare bevorzugen Bareback-Sex. Das bedeute aber nicht automatisch risikoreichen Sex, schränkte das britische Gesundheitsprojekt ein, das die Umfrage durchführte.


Das Kondom ist inzwischen eine von vielen Präventionsstrategien geworden (Bild: COC Nederland)

Die meisten schwulen Männer haben bei ihrem letzten gleichgeschlechtlichen Analverkehr kein Kondom benutzt. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentative Umfrage der Londoner Gesundheitsprojekts GMFA unter 523 schwulen und bisexuellen Männern. Die Befragten waren über eine Anzeige im schwulen "FS Magazine" rekrutiert worden.

Das Ergebnis: Nur 35 Prozent der Männer erklärten, sie hätten bei ihrer letzten sexuellen Begegnung sich oder ihrem Partner ein Kondom übergezogen, 65 Prozent aber nicht.

"Bareback-Sex nicht unbedingt risikoreich"

GMFA-Chef Ian Howley schränkte aber ein, dass nicht jeder kondomlose Sex ein "Risikokontakt" gewesen sei. "Ich denke, im Jahr 2017 ist Bareback-Sex nicht unbedingt risikoreicher Sex", so Howley. "Safer Sex im Jahr 2017 ist komplizierter als vor 20 Jahren, als die einzigen beiden Optionen Kondome oder Enthaltsamkeit waren, um sich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen."

So könnten HIV-Positive, wenn sie in Behandlung sind und ihre Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze liegt, ihre Partner praktisch nicht anstecken, auch bei Sex ohne Kondom. Dazu gebe es viele Studien. Die aktuellste ist eine im Juli von australischen Forschern veröffentlichte Untersuchung, wonach es nach mehr als 16.000 untersuchten Fällen von Bareback-Sex in mehreren Ländern mit HIV-Positiven in Behandlung zu keiner einzigen Ansteckung kam (queer.de berichtete).

PrEP als Baustein der Prävention

Ein weiterer Baustein in der Prävention sei nach Angaben von Howley die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP), die gerade in Europa populärer wird. Dabei handelt es sich um ein Medikament, dass HIV-Negative vor einer Ansteckung schützt – laut Studien fast hundertprozentig. PrEP wird daher von der Weltgesundheitsorganisation seit wenigen Wochen als "unentbehrliches Arzneimittel" aufgeführt. Außerdem würden viele Homo-Paare, die in einer Langzeitbeziehung oder verheiratet sind, auf Kondome verzichten, da sie nur miteinander Sex hätten.

Bei der Umfrage wurde auch der Grund für die Nichtbenutzung von Kondomen erfragt. 32 Prozent aller Befragten gaben an, sie seien sicher gewesen, dass ihr Partner HIV-negativ gewesen sei. 14 Prozent erklärten, die Viruslast eines HIV-positiven Partners sei nicht nachweisbar gewesen. Elf Prozent gaben an, sie seien sich des Risikos bewusst gewesen, hätten aber darüber nicht nachgedacht oder sich keine Sorgen gemacht. Weitere acht Prozent erklärten, dass einer der Partner oder beide PrEP eingenommen hätten.

Viele seien sich aber bewusst, dass Sex unter Umständen gesundheitliche Risiken mitbringe. 27 Prozent aller Befragten sagten, sie selbst führten ein "risikoreiches Sexleben". Insgesamt gaben zudem vier von zehn Befragten an, schon einmal eine sexuell übertragbare Krankheit gehabt zu haben. Am weitesten verbreitet waren Chlamydien am Penis sowie Tripper am Penis oder im Rachen.

Howley erklärte weiter, dass Aufklärung über die Risiken das wichtigste Mittel der Prävention sei. Man müsse schwulen Männern alle Optionen aufzeigen. "Natürlich spielen Kondome noch immer eine wichtige Rolle in der Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten und sollte nach wie vor großen Raum in einer Safer-Sex-Strategie einnehmen, aber es gibt keine Universalmethode mehr." (dk)



#1 SanottheEhemaliges Profil
  • 18.08.2017, 12:04h
  • ...Stigmatisierung von HIV-Positiven und PrEP-Nutzern durch andere Schwule in 3... 2...1...
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#2 wweddddAnonym
  • 18.08.2017, 12:10h
  • Warum schmeißt man bei einer nicht repräsentativen Umfrage überhaupt Zahlen in den Raum?

    Nicht repräsentative Umfragen haben absolut NULL Aussagekraft und sind so überflüssig wie zehn Sandkörner in der Sahara.

    Der einzige Sinn solcher Umfragen ist der Missbrauch der nicht repräsentativen Ergebnisse, indem man suggeriert die Ergebnisse seien repräsentativ, damit Leute denken die Ergebnisse gelten für die gesamte Grundgesamtheit.
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#3 JustusAnonym
  • 18.08.2017, 12:12h
  • Wenn beide Partner sich treu sind und gesund sind (und man sich auch auf die Treue verlassen kann) ist Sex ohne Kondom auch halbwegs safe.

    Und selbst wenn einer HIV-positiv ist, aber durch Therapie die Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt, ist das nach heutigem Erkenntnisstand auch sicher.

    Und wenn man nur wichst oder Schenkelsex, Achselhöhlensex, etc. praktiziert, ist das ja eh safe.

    Aber man darf auch nicht vergessen, dass es auch andere sexuell übertragbare Krankheiten als HIV gibt. Und die sind teilweise nur lästig, teilweise aber auch gefährlich oder sogar lebensbedrohlich. Und die kann sich der Partner auch nicht nur beim Fremdgehen holen, sondern auch wenn er absolut treu ist z.B. durch mangelnde Hygiene beim Zahnarzt oder anderen Ärzten. Oder auch in Tattoo- und Piercingstudios.

    Insofern bieten Kondome immer noch den allerbesten Schutz und die größte Sicherheit. Aber auch ein Fehltritt ohne Kondom muss nicht gleich dramatisch enden. Nur sollte man sich dann auch testen lassen (auch auf andere sexuell übertragbare Krankheiten) und dem Partner davon erzählen.
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#4 krakalaAnonym
  • 18.08.2017, 12:56h
  • Antwort auf #3 von Justus
  • Mein langjähriger Partner ist auch HIV-Positiv und unter der Nachweisgrenze. Bei ihm verzichte ich auf das Kondom, seit mehreren Jahren inzwischen. Ich lasse mich trotzdem regelmäßig auch testen, bin bisher immer negativ.

    Bei allen anderen (offene Beziehung) verhüte ich, ganz gleich was mir erzählt wird.
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#5 SebiAnonym
#6 SebiAnonym
  • 18.08.2017, 14:02h
  • Antwort auf #3 von Justus
  • Ich finde eh, dass sich alle sexuell aktiven Menschen (unabhängig von der sexuellen Orientierung) regelmäßig auf sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen sollten...

    Nicht nur zum Schutz anderer, sondern auch da sich solche Krankheiten umso leichter, schneller und nebenwirkungsfreier behandeln oder gar heilen lassen, je eher man sie therapiert. Und vielleicht könnte man viele dieser Krankheiten dann sogar komplett ausrotten.

    Viele wissen z.B. auch überhaupt nicht, dass man sich in Deutschland in vielen Gesundheitsämtern anonym und kostenlos auf HIV testen lassen kann. Teilweise auch noch auf weitere Erreger. Und gegen eine geringe Gebühr noch mehr Erreger.

    In unserem Gesundheitsamt ist der Test auf HIV und Syphilis gratis. Und wenn man auch noch auf andere Erreger (z.B. Chlamydien und Gonorrhö/Tripper) testen lassen will, kostet das 10 Euro Kostenbeitrag.

    Das sollten eigentlich alle sexuell aktiven Menschen regelmäßig (mind. 1x im Jahr, besser 2x im Jahr) in Anspruch nehmen.
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#7 GayFunAnonym
  • 18.08.2017, 14:29h
  • Erfreuliches Umfrageergebnis. Beim Sex geht es um Spaß und Geilheit, wer da an HIV, Kondome und so einen Quatsch denkt, hat den Sinn nicht verstanden. Zum Glück ist die Umfrage genau so ausgegangen!
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#8 OralAnonym
  • 18.08.2017, 15:06h
  • Was ist mit schwulen Männern, die keinen Analsex praktizieren? Diese Gruppe vermisse ich in all diesen Umfragen - oder sind die als nicht-Kondomnutzer mitgezählt?
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#9 schwarzerkater
  • 18.08.2017, 15:37h
  • Antwort auf #2 von wwedddd
  • "Warum schmeißt man bei einer nicht repräsentativen Umfrage überhaupt Zahlen in den Raum? Nicht repräsentative Umfragen haben absolut NULL Aussagekraft und sind so überflüssig wie zehn Sandkörner in der Sahara."
    dem kann ich nur zustimmen :-D
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#10 HIVPositivAnonym