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Neue Befragung

Nur ein Prozent Homosexuelle in Deutschland?

In einer repräsentativen Studie zum Sexualverhalten fragten Psychologen der TU Braunschweig auch die sexuelle Orientierung ab – mit überraschenden Ergebnissen.


In der BBC-Serie "Little Britain" ist Daffyd Thomas "the only gay in the village", trifft jedoch dauernd auf andere Schwule (Bild: BBC)

Nur ein Prozent der Menschen in Deutschland beschreibt sich als ausschließlich homosexuell. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung von Psychologen der Technischen Universität Braunschweig, die am Freitag vom "Deutschen Ärzteblatt" veröffentlicht wurde.

Aus dieser Aussage darf man nicht schließen, dass 99 Prozent der Bundesbürger nur auf das andere Geschlecht stehen. Als ausschließlich heterosexuell stuften sich 84 Prozent der Befragten ein, wobei Frauen mit 82 Prozent etwas "experimentierfreudiger" zu sein scheinen als Männer mit 86 Prozent. Drei Prozent der Teilnahmer gaben an, "überwiegend heterosexuell" zu sein. Als bisexuell beschrieben sich ein Prozent.

Die Angst vor einem Outing könnte bei den Ergebnissen eine Rolle spielen. So gaben vier Prozent bei der Frage nach der sexuellen Orientierung "andere" an, ein Prozent machte ein Kreuz bei "unklar/unsicher", und immerhin sechs Prozent der insgesamt 2.524 befragten Personen zwischen 14 und 99 Jahren ignorierten die Frage komplett.

Jeder 25. Mann war schon mal Bottom

Von gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten in ihrem Leben berichteten fünf Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen. Vier Prozent der Männer gaben dabei an, schon einmal passiven Analverkehr gehabt zu haben – allerdings könnten die realen Zahlen auch zu diesem Themenbereich höher liegen. Neun Prozent machten etwa zur Posex-Frage keine Angabe.

Junge Männer scheinen etwas offener zu sein: In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen gaben 11,3 Prozent Erfahrungen als Bottom an, bei den 19- bis 24-Jährigen waren es 8,1 Prozent.

Neben sexuellen Praktiken ging es in der Studie um Sex außerhalb von Beziehungen sowie um Schutzmaßnahmen vor sexuell übertragbaren Infektionen. Hier wurde jedoch nicht weiter nach der sexuellen Orientierung differenziert. (cw)



#1 Homonklin44Profil
  • 19.08.2017, 13:06hTauroa Point
  • Hm ja, das hängt ja sehr von den realen Verhältnissen unter den befragten Personen ab. Wenn man überwiegend Heterosexuelle befragt hat, ist es logisch, dass die Zahlen anderer Orientierungen nieder liegen. Man könnte auch den Bevölkerungsanteil Farbiger unter Hellhäutigen erheben, da kämen ähnliche Zahlen heraus. Macht man dasselbe umgekehrt und befragt einige Tausend Schwule nach ihrer Orientierung, verhalten die Zahlen sich anders. ;)

    Ich hätte da etwa deutlich mehr Bisexuelle erwartet. Da aber Bisexualität sowohl unter Heteros, als auch unter Homos nicht überall toleriert oder anerkannt wird, wundert mich das jetzt auch nicht zu sehr, wenn die bei "überwiegend heterosexuell" mitgemischt haben.
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#2 SebiAnonym
  • 19.08.2017, 13:24h
  • Ich halte gar nichts von solchen Statistiken. Denn sie können gar nicht die Dunkelziffer erfassen.

    Fragen zum Intimleben sind eh schon etwas, worauf viele Menschen nicht oder falsch antworten. Aber beim Thema Homosexualität kommt noch dazu, dass das immer noch für viele ein Tabuthema ist. Und selbst viele, die vor Freunden und Familien geoutet sind, würden vielleicht bei einer Befragung von Fremden anders antworten.

    Dass solche Statistiken nicht sehr zuverlässig sind, erkennt man alleine schon daran, dass es in den letzten Jahren mehrere Statistiken gab, wo zwischen diesem 1% hier und über 15% so ziemlich alles herauskam. Alleine schon an dieser enormen Varianz erkennt man, dass alle diese Statistiken letztlich NULL Aussagekraft haben.
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#3 SanottheEhemaliges Profil
  • 19.08.2017, 13:43h
  • Nun wird es wieder Leute geben, die nur den ersten Satz lesen und das dann wieder als Futter für ihre These einer besonders kleinen, "schrillen Minderheit" verwenden, die 99% der Bevölkerung mit ihren Luxusproblemen belästigt.

    Interessanter wird es, wenn sich im Umkehrschluss 16% der Befragten, das ist etwa jede_r Sechste, als "nicht ausschließlich heterosexuell" einstufen.

    Zwischen 1 und 16% ist ja nun ein weites Feld - und so bleibt viel Raum für Interpretationen. Bei einem Sechstel der Bevölkerung, das sich als nicht ausschließlich heterosexuell definiert, bleibt jedoch m.E. genügend Hoffnung, auch den Verbohrtesten klar zu machen:

    "There's more to love than boy meets girl."

    Je nachdem, wie man die Studie präsentiert.

    Übrigens... was Menschenrechte betrifft, sind solche Zahlen ohnehin irrelevant. Denn, wie schon Martin Luther King sagte:

    ""Injustice anywhere is a threat to justice everywhere.""
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#4 OrthogonalfrontAnonym
  • 19.08.2017, 14:11h
  • Mal zum Nachdenken:
    1. Warum macht ausgerechnet eine Technische (!) Universität eine solche Umfrage? Was für Psychologen sind das?
    2. Wie kommt die Behauptung zustande, dass gerade diese Umfrage repräsentativ sei? Welche bzw. wessen Maßstäbe gelten denn dafür?
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#5 TechnischeUnitätAnonym
  • 19.08.2017, 15:29h
  • Antwort auf #4 von Orthogonalfront
  • Als Technische Universität bezeichnet man meistens solche Univeritäten, die aus "Gründen" nicht den Staut einer Volluniversität erreicht haben.

    Gründe können beispielsweise eine fehlende medizinische Fakultät sein, die im Etat einer Uni schon gern mal 500-1000 Mio jährlich kostet und einen kompletten Krankenhausbetrieb erfordert. Sowas leistet man sich nicht zu oft pro Land.

    Und nur weil eine Uni eine TU ist, muss es nicht heißen, dass die Soziologen nicht in der Lage wären, eine Umfrage durchzuführen.

    An der TUB befindet sich auch das Zentrum für Didaktik, ein klassisch geisteswissenschaftliches Gebiet. Nur um zu zeigen, dass die Soziologen da ganz alleine sind unter den ganzen Maschinenbauern.
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#6 jochenProfil
  • 19.08.2017, 15:35hmünchen
  • Entscheidend bei der Bewertung der Ergebnisse von Studien, Statistiken und Umfragen, sind für mich die Umstände wie diese zustande kamen. ... und... wer die Geldgeber sind. WEnn diese nicht bekannt sind, ist es für den Normal-Leser, bzw. Laien schwer möglich zu unterscheiden , ob es sich um eine seriöse Studie handelt , oder eine dieser vielen manipulierten Studien, die meist nicht informieren wollen, sondern nach dem Motto zustande kamen: "Tut das, was wir wollen".

    Wenn hier geschreiben wird , die Befragten hätten wahrscheinlich Angst vor einem Outing, dann gehe ich davon aus , dass die Studie nicht anonym war.
    Und gerade bei der Befragung zur Sexualität wahrscheinlich ehrlichere ERgebnisse bei Anonymität bringen.

    Hilfreich bei der Einschätzung ist es auch häufig meines ERachtens die Aussagen der veröffentlichten Studien mit der selber erlebten Lebenswirklichkeit zu vergleichen.
    Bei Studien von denen überall in den Medien bericht (meist leider ungeprüft) sollte man besonders genau hinschaun.
    Meine Erfahrung ist, dass es sich nicht selten lediglich um Kampagnen handelt.
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#7 PierreAnonym
  • 19.08.2017, 15:38h
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • Ja, da muss man gar nicht nach Gründen forschen:
    wenn da so große Schwankungen zwischen 1 Prozent und fast 20 Prozent möglich sind, zeigt das nur zweierlei:

    1. Bei dieser Frage gibt es offensichtlich eine sehr große Dunkelziffer.

    2. Jede Aussage über den tatsächlichen Anteil ist pure Spekulation und das Papier nicht wert.
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#8 LinusAnonym
  • 19.08.2017, 15:38h
  • Hat der erzhomophobe "Bund katholischer Ärzte", der auch die sog. "Konversionstherapien" durchführt die Studie gesponsert? Oder sind die Verantwortlichen AfD-Anhänger?

    Wenn ALLE bisherigen Studien Werte zwischen 10 - 15% ermitteln und dann kommt eine einzige, die mit angeblich 1% so massiv daneben liegt, liegt die Vermutung nahe, dass nicht die Dutzenden anderen Studien falsch sind, sondern dass diese eine falsch ist. Entweder absichtlich, um ein ganz bestimmtes Ziel damit zu verfolgen oder weil handwerkliche Fehler gemacht wurden.
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#9 Sar KastAnonym
  • 19.08.2017, 15:50h
  • Die immer aggressiver heterosexistischen Verhältnisse - im Interesse der Konzerne und Milliardäre und ihres Krisensystems, siehe Medien, Werbung usw. - werden gerade hierzulande erst dann zufrieden sein, wenn sie uns auf 0% gebracht haben!

    Wie schon einmal.
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#10 NULL PROZENTAnonym
  • 19.08.2017, 15:54h
  • ...positive, selbstbewusste, gleichberechtigte schwule und lesbische Vorbilder für Kinder, jugendliche, junge Erwachsene in "Erziehung", Bildung und Medien.

    Wen wundern da solche Ergebnisse?

    Sie sind das Produkt der allgegenwärtigen schwulen- und lesbenfeindlichen Verhätnisse.

    Von Kindesbeinen an.
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