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Kurz nach Saison-Start

Leicester: Homophobe Fußball-Fans aus Stadion geworfen

Nach homofeindlichen Sprechchören bei dem Erstliga-Heimspiel gegen Brighton nahm die Polizei zudem zwei Fans fest.


Der britische Fußball kämpft u.a. mit Regenbogenschnürsenkeln gegen Homophobie im Stadion an

Der englische Fußballverein Leicester City hat homofeindliche Gesänge mehrerer seiner Fans öffentlich kritisiert und sich bei Anhängern von Brighton & Hove Albion entschuldigt.

In den letzten Minuten des Premier-League-Spiels Leicester gegen Brighton war es am Samstag durch rund 30 Fans zu homophoben Sprechchören gekommen, wie Anhänger beider Teams in sozialen Netzwerken nach dem Spiel kritisierten. Stewards des Clubs hatten noch während des Spiels reagiert und dutzende Fans aus dem Stadion geworfen. Ihnen drohen weitere Konsequenzen seitens des Vereins und der Liga, darunter Stadionverbote.

Nach Angaben des "Independent" nahm die Polizei zudem während oder nach dem Spiel zwei Personen wegen homophob begründeter Vergehen fest. Man werde Videomaterial auswerten, um weitere mögliche Täter zu ermitteln.

Brighton trifft auf neue gegnerische Fans

Leicester, das in der vorletzten Saison überraschend die englische Meisterschaft geholt hatte, gewann das zweite Spiel der Saison mit 2:0. Es war das erste Auswärtsspiel des Aufsteigers Brighton in der Premier League überhaupt.

Brighton, das zuletzt 1983 vor der Gründung der Premier League erstklassig gewesen war, kämpft seit Jahren mit homophoben Sprechchören durch gegnerische Fans – Anlass ist der Status der Stadt als Hochburg der queeren Szene.


Eine BBC-Doku hatte erst vor wenigen Wochen homophobe Sprechchöre gegen das da noch zweitklassige Brighton dokumentiert

Ein Brighton-Fan sagte dem "Leicester Mercury", man habe jahrelange Erfahrung mit Abwertungen, die zuletzt abgenommen hätten. Aber das am Samstag sei "etwas wie aus den 70ern" gewesen und müsse unterbunden werden. Ein Leicester-Fan sagte der Zeitung, die Anfeindungen – erst einige Sprechchöre und dann einzelne extreme Beschimpfungen – hätten ihn betroffen gemacht: "Das hat mich sehr bewegt. Ich fühlte mich etwas unsicher und unwillkommen an einem Ort, den ich besuche, seitdem ich acht Jahre alt bin."

Der Club zeigte sich "enttäuscht" über das Verhalten einer "Minderheit" der Fans, lobte aber die Mitarbeiter, die mit den Rauswürfen schnell und konsequent reagiert hätten. "Wir sind bestrebt, eine leidenschaftliche, integrative, einladende Umgebung im King Power Stadion zu schaffen, in der jeder in Ruhe das Spiel genießen kann", sagte ein Sprecher am Montag. Man werde die Aufklärung von Mitarbeitern und Fans zu LGBTI-Themen, wie sie bereits in Zusammenarbeit mit der örtlichen Szene geschehe, konsequent ausbauen.

Fort- und Rückschritte im wichtigsten Spiel der Insel

Die englische Liga und der Fußballverband (FA) gelten im Vergleich zu anderen Ländern als fortschrittlich, was den Kampf gegen Rassismus und in den letzten Jahren auch Homophobie betrifft. So veranstaltete man in Zusammenarbeit mit dem LGBTI-Verband Stonewall inzwischen mehrfach eine Kampagne mit Regenbogenschnürsenkeln.

Der FA-Vorsitzende Greg Clarke hatte im Januar allerdings für Schlagzeilen gesorgt, als er sein Bedauern ausdrückte, dass er schwulen Spielern weiter raten müsse, ihre Homosexualität zu verstecken (queer.de berichtete). Für eine BBC-Doku über Homophobie im Fußball war Clarke kürzlich nicht zu sprechen. Sie wurde ausgestrahlt im Rahmen einer ganzen Serie von Filmen und Dokus anlässlich des Jubiläums des Wolfendes-Reports, der 1957 eine Legalisierung homosexueller Handlungen empfahl. Der schwule Ex-Rugby-Profi Gareth Thomas war in der Doku der Frage nachgegangen, was den Sport von anderen homofreundlicheren unterscheidet, und hatte dazu auch ein Spiel vom noch zweitklassigen Brighton besucht, bei dem Fans von Leeds United homophobe Chöre anstimmten. (nb)



#1 SebiAnonym
  • 21.08.2017, 17:52h
  • Richtig so!

    So sollte das bei jedem Fußballspiel gehandhabt werden. Auch hier in Deutschland.
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#2 Patroklos
#3 Julian SAnonym
#4 HolliWupAnonym
  • 22.08.2017, 16:03h
  • Also die Engländer sind da ja doch schon viel weiter und konsequenter als wir. Ich würde mich nicht wundern, wenn das erste Outing eines Fußballprofis in der Premier League stattfindet.
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