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Bewegung in konservativem Land

Chile vor Ehe-Öffnung

Die Regierung werde Ende August ihre Pläne zur Ehe für alle vorstellen, berichten Medien und LGBTI-Organisationen.


Am 17. Mai erstrahlte La Moneda, der Präsidentenpalast in Santiago de Chile, zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie in Regenbogenfarben

Nach monatelangen Vorbereitungen innerhalb der Regierung und etlichen Treffen mit Rechtsexperten und Bürgerrechtsorganisationen scheint Chile kurz vor der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe zu stehen: Wie mehrere Medien und die LGBTI-Organisation MOVILH melden, will Präsidentin Michelle Bachelet am 28. August einen entsprechenden Gesetzentwurf vorstellen.

Unklar bleibt den Berichten zufolge, ob den schwulen und lesbischen Paaren auch vollständige Adoptionsrechte zugestanden werden. Der Gesetzentwurf soll einzelne Passagen des Zivilgesetzes ändern und etwa die Ehe als dauerhafte Verbindung von Mann und Frau oder Personen des gleichen Geschlechts definieren. Manche geplante Formulierungen könnten allerdings homosexuelle Paare von bestimmten Rechten ausschließen oder für rechtliche Verwirrungen sorgen, beklagten Experten gegenüber der Zeitung "La Tercera". Grund sei etwa, dass die Regierung den Begriff "Eltern" nur für biologische Eltern verwenden will.

Das könnte nach Ansicht der Zeitung, wie in Deutschland, zu Problemen bei lesbischen Paaren führen, bei der eine der Frauen durch künstliche Befruchtung Mutter wird, die Partnerin aber nicht automatisch als rechtliches Elternteil anerkannt wird.

Auf den "Pacto de Unión Civil" folgt wohl schnell die Ehe


Präsidentin Bachelet vor wenigen Wochen beim Empfang zum 30-jährigen Jubiläum der Organisation Acciongay (Bild: Ministerio Secretaría General de Gobierno / flickr)

Abseits der Detailfragen könnte Chile so nach Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Uruguay (und neben einigen Landesteilen von Mexiko) der fünfte Staat in Lateinamerika werden, der gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe ermöglicht. Erst im Oktober 2015 hatte das Land eingetragene Lebenspartnerschaften eingeführt, die homo- und heterosexuellen Paaren einige, aber nicht alle Rechte von Ehepaaren brachten (queer.de berichtete).

In dem stark von der katholischen Kirche geprägten Land war das dennoch ein Fortschritt: Erst 1998 war Homosexualität legalisiert worden, Scheidungen sind erst seit 2004 möglich, erst in diesem August beschloss der Kongress erste Ausnahmen vom bisherigen Totalverbot von Abtreibungen.

Die Sozialisten-Politikerin und Kinderärztin Bachelet, die bereits von 2006 bis 2010 erste Präsidentin des Landes mit rund 18 Millionen Einwohnern war, hatte die Ehe-Öffnung im Wahlkampf 2013 versprochen, diese aber zunächst nicht durchsetzen können. Die Organisation MOVILH reichte 2015 eine Klage vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte ein; sie ruht, nachdem die Regierung versprochen hatte, den Widerstand gegen die Ehe für alle aufzugeben. (nb)



#1 Paulus46Anonym
  • 21.08.2017, 20:02h
  • Als 25 Staat weltweit könnte es also Chile schaffen, die Ehe für alle zu ermöglichen.

    Neuseeland, Südafrika, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Kolumbien, Mexiko (einige Bundesstaaten und Hauptstadtdistrikt), USA, Kanada, Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Danemark, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Vereinigtes Königreich (ausser Nordirland) , Irland und Malta.

    Der 26. und der 27. Staat weltweit dürften dann Taiwan und eventuell Australien werden, soweit das Referendum dort "gut" läuft.

    Ob es die Schweiz und Österreich noch unter die ersten 30 Staaten weltweit schaffen, ist schwierig zu erahnen, denn das könnten auch eventuell in den kommenden Jahren Ecuador, Italien, Griechenland, Andorra, Tschechien oder Zypern werden.

    -----

    Nach "Erreichen der Schwelle von 30 Ländern mit Eheöffnung" aber dürfte es weltweit schwerer werden, was Eheöffnungen in einzelnen Ländern angeht.

    Sehr enttäuschend finde ich immer wieder, das gerade ehemals kommunistisch/links regierte Länder weltweit so massiv zurückliegen (Kuba, Venezuela, Nicaragua, Russland, Volksrepublik China, ehemalige Ostblockstaaten mit Ausnahme von Kroatien, Slowenien, Tschechien und Ungarn).
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#2 SebiAnonym
  • 21.08.2017, 20:12h
  • Das wäre so toll, wenn auch Chile bald die Ehe öffnen würde. Nicht nur für die Chilenen, sondern jedes weitere Land hat auch weltweite Strahlkraft.
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#3 JeroenAnonym
  • 21.08.2017, 20:26h
  • Ich fände es toll, wenn irgendwann in ganz Süd- und Mittelamerika die Ehe geöffnet wäre.
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#4 GeorgFalkenhagenProfil
#5 Patroklos
  • 21.08.2017, 20:29h
  • Endlich gehts in Chile in dieser Angelegenheit voran und es darf keine Zeit mehr verspielt werden. Zwar wird die Katholische Kirche wieder Veitstänze oder Ähnliches aufführen, es wird aber nichts bewirken!
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#6 SozialliberalAnonym
  • 22.08.2017, 01:35h
  • DAS nenne ich eine mutige Politik. Innerhalb von 19 Jahren vom Totalverbot zur Ehe für alle. Das dürfte weltweiter Rekord sein. Noch etwas schneller als Irland und Malta.

    Es zeigt aber auch, dass sich Chile gesellschaftlich von den fürchterlichen Pinochet-Jahren emanzipiert. Wenn ich richtig informiert bin, ist die Ehe für alle in Chile ja durchaus nicht unpopulär.

    Im bräsigen Deutschland wäre hingegen ohne Merkels Schabowski-Moment alles beim alten. Es würde einfach argumentiert werden, dass Chile sich damit auf einen Irrweg begeben habe - klar, von einer sozialistischen Präsidentin kann man ja nur Schlimmes erwarten. Malta hat eine Labour-Regierung, also auch fürchterlich. Irland ist zwar konservativ und hat seit kurzem einen schwulen Ministerpräsidenten aus der Schwesterpartei der CDU. Aber wie sich ein CDU-Bundestagsabgeordneter bei der Debatte nach der Volksabstimmung in Irland nicht entblödete zu sagen: "Auch Iren können irren."

    Ein Bild rührt mir echt das Herz: Der Moneda in Regenbogenfarben. Der Regierungssitz von Allende (das hätte gepasst) und dann von Pinochet. Ich hätte mir sooo gewünscht, dass Pinochet das noch miterlebt hätte. SEIN Präsidentenpalast in Regenbogenfarben. Spätestens da wäre er gestorben. Und damit hätten wir Schwulen einen der widerlichsten faschistischen Dreckskerle, den es je gegeben hat, direkt zur Strecke gebracht.
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#7 seb1983
  • 22.08.2017, 07:15h
  • Antwort auf #6 von Sozialliberal
  • Ob das Interview und die anschließende Reaktion ein Schabowski Moment war oder Merkel das ungeliebte Thema von dem ich sicher bin dass es sie aber auch so gar nicht interessiert nur vom Eis haben wollte, was ich nun eher denke, darüber wird sich noch lange viel spekulieren lassen.
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#8 MariposaAnonym
  • 22.08.2017, 09:04h
  • Si, venceremos - estoy absolutamente de acuerdo. Voy a cruzar los dedos por mis amigas y amigos en Chile para que todo salga bien.
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#9 Julian SAnonym
  • 22.08.2017, 11:19h
  • Dann wollen wir mal hoffen, dass es diesmal klappt und dass auch Chile bald die Ehe öffnet.

    Je mehr Staaten uns gleichstellen, desto besser und desto absurder werden die Behauptungen der Homohasser, dass das den Weltuntergang bedeuten würde.
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#10 Wird esAnonym
  • 22.08.2017, 14:10h
  • Die Zeit wird kommen, in dem die ganze Welt dem folgen muss! Es wird ein langer Weg, aber selbst die verhasstesten, kältesten und zerfressendsten Herzen können das nicht verhindern!!
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