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Marriage Equality Down Under

Australien: MTV macht Sendepause, um Ehe-Öffnung zu unterstützen

Am Donnerstag verzichtet der Jugendsender für zwölf Stunden auf sein Programm, um auf eine wichtige Deadline zur Briefwahl hinzuweisen.


Das Logo des Senders greift derzeit in sozialen Netzwerken die Regenbogenflagge auf (Bild: instagram)

"Enrol for Equality" – trage Dich ins Wahlverzeichnis ein, um Gleichheit zu unterstützen. Mit diesem Slogan unterstützt der australische Ableger von MTV das anstehende Referendum zur Ehe-Öffnung in Australien.

Während auf der Webseite des Senders bereits dazu aufgerufen wird, sich bei der Wahlkommission zu registrieren oder seine hinterlegten Daten zu überprüfen, will der Sender zudem am Donnerstag zwischen sechs Uhr morgens und sechs Uhr abends kein Programm ausstrahlen, um die Botschaft unter das junge Volk zu bringen. Wer sich bis Donnerstag nicht angemeldet hat, kann an der Briefwahl nicht teilnehmen.

Andere Medien, darunter Vice oder das populäre FBi Radio, wollen zudem bereits am Mittwoch eine entsprechende Botschaft per Einblendung auf ihrer Webseite unter das Volk bringen – sie erscheint beim ersten Aufruf der Seite und muss weggeklickt werden. Auch die Webseite von MTV setzt eine entsprechende Vorschaltseite ein.


Auch MTV hat seiner Webseite einen Splashscreen vorgeschaltet, mit direkten Links zur Wahlkommission

"Als eine führende Marke im Bereich der Jugend-Unterhaltung, die Inklusion und gleiche Rechte für alle Australier unterstützt, möchte MTV junge Australier ermutigen, aktiv zu werden und ihren Teil dazu beizutragen, dass ihre Stimmen gehört werden", sagte Simon Bates, der Chef von MTV Asia Pacific, zu der Kampagne seines Senders.

Wirre Umfrage statt klarer Parlamentsabstimmung

Die Abstimmung zur Ehe für alle gilt dabei nicht nur wegen ihres Inhalts als umstritten: LGBT-Aktivisten hatten jahrelang die Regierung aufgefordert, direkt eine freie Abstimmung im Parlament zu ermöglichen – aktuell gäbe es dort ebenso eine klare Mehrheit wie in der Bevölkerung. Der konservative Premierminister Malcom Turnbull, selbst ein Unterstützer der Ehe für alle, wollte allerdings ein Referendum durchführen, um Gegner des Schrittes in den eigenen Reihen zu besänftigen.

Referenden werden in Australien selten durchgeführt, haben eine Teilnahmepflicht und verursachen hohe Kosten. LGBT-Aktivisten beklagten zudem, ein monatelanger Wahlkampf, bei dem sich die Regierung neutral verhält und Kampagnen pro und contra Ehe für alle finanziell unterstützt, würde zu unnötigen ausgrenzenden Äußerungen führen – in den letzten Tagen tauchten bereits extrem homofeindliche Plakate und Flyer in mehreren Städten des Landes auf (queer.de berichtete).

Umfragen zeigten, dass auch eine Mehrheit der Bevölkerung gegen ein Referendum ist. Dennoch legte die Regierung einen entsprechenden Gesetzentwurf vor, mit dem sie allerdings im Senat scheiterte, in dem sie keine Mehrheit hat. Turnbull setzte deswegen auf die noch umstrittenere Briefwahl, für die man nach Ansicht der Regierung keine Zustimmung des Parlaments brauche.

Direktlink | Für den Eintrag ins Wahlregister werben auch der der ehemalige Schwimm-Star Ian Thorpe und sein Partner, Model Ryan Channing. Der Spot entstand für die Equality Campaign.

Diese Wahl ist keine offizielle – sie wird etwa nicht von der Wahlkommission, sondern vom Statistikbüro durchgeführt und nennt sich "Survey", also Umfrage. Das Ergebnis ist ebenfalls für die Abgeordneten nicht bindend. Und das Ergebnis könnte kein klares Mandat ergeben: Eine Teilnahme ist nicht verpflichtend und die Statistikbehörde will neben den Rohdaten auch eine nach Bevölkerungsmerkmalen korrigierte Version veröffentlichten, wie man es von Erhebungen in der Marktforschung gewohnt ist. Der "Sydney Morning Herald" hält es für möglich, dass es so am Schluss sowohl ein Ja- als auch ein Nein-Wort aus der Bevölkerung geben könnte.

Die Briefwahl, die rund 80 Millionen Euro kosten wird, soll am 12. September mit dem Versand der Unterlagen starten, das Ergebnis soll am 15. November verkündet werden. Ob es letztlich überhaupt dazu kommt, hängt noch vom Ausgang einer Regierungskrise ab – und von einer anstehenden Entscheidung des Obersten Gerichts, ob die "Survey" überhaupt zulässig ist. (nb)



#1 RobinAnonym
  • 23.08.2017, 11:52h
  • Das finde ich super!

    Vielen Dank MTV.

    Wieso sollen Medien nicht auch ganz klar Position beziehen und zu gesellschaftlichem und politischem Engagement aufrufen.

    Erst recht, wenn dort offenbar nicht jeder Bürger wahlberechtigt ist (wie es in einer Demokratie sein sollte), sondern man sich erst als Wähler registrieren muss.
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#2 LinusAnonym
  • 23.08.2017, 11:59h
  • Ich hoffe, dass sich genug Befürworter der Eheöffnung rechtzeitig registrieren lassen...

    Denn die Gegner sind oft sehr motiviert und sehr diszipliniert, wenn es um Wahlen und sowas geht, während Befürworter viel zu oft denken, dass es schon gut gehen werde.

    (Wie falsch diese Einschätzung sein kann, haben wir z.B. beim Brexit gesehen, wo auch viele nicht zur Wahl gegangen sind, weil sie dieses Ergebnis für unmöglich hielten.)

    Es kommt auf JEDE EINZELNE Stimme an!!
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#3 KotzAnonym
#4 FennekAnonym
  • 23.08.2017, 12:32h
  • Antwort auf #3 von Kotz
  • Ich fürchte auch, dass die Union wieder stärkste Kraft wird und Angela Merkel weitere 4 Jahre Kanzlerin wird.

    Mit allen negativen Folgen für Deutschland und Europa...

    Aber die meisten Deutschen sind halt ängstliche Wähler und wählen lieber weiteren Stillstand, als Angst zu haben, dass es noch schlimmer kommen konnte.

    Aber wenn die Union schon stärkste Kraft wird, muss sie zumindest so schwach wie möglich gehalten werden. Und vor allem muss Schwarz-Gelb verhindert werden. Und wirklich homofreundliche Parteien, die nur labern wie die FDP, sondern handeln, müssen so stark wie möglich gemacht werden.

    Dafür müssen wir ALLE wählen gehen!!

    Es wäre so wichtig, den Schwung der Eheöffnung für weitere Fortschritte zu nutzen.
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#5 MarcAnonym
  • 23.08.2017, 12:41h
  • Ich bin alt genug, um noch die "gute alte Zeit" von MTV zu kennen. Aber jung genug, um MTV zu vermissen.

    Ich weiß, dass heutzutage die Kids und jungen Erwachsenen eher Youtube & Co nutzen als Fernsehen. Aber ich erinnere mich gerne an meine damalige Studenten-Zeit, wo wir uns mehrmals pro Woche nach der Uni unter 4 Freunden trafen, zusammen abhingen, quatschten, Essen bestellten, etc. Und nebenher lief MTV.

    Als die irgendwann immer mehr von der Musik weggingen und immer mehr Dokusoaps, Comedy, Zeichentrick, etc. brachten, war das der Anfang vom Ende.

    Aber an die damaligen goldenen Jahre des Musikfernsehens werde ich dennoch immer mit großer Freude und den tollsten Erinnerungen zurückdenken... Wie sehr ich das vermisse...

    DANKE MTV.

    Für damals, aber auch für die jetzige Aktion in Australien.

    PS:
    Wenn MTV in Australien überleben kann und irgendwie eine Nische gefunden hat, wieso dann nicht auch hierzulande? Auch wenn das Internet viele Jugendlichen und junge Erwachsenen vom Fernsehen weggeholt hat, so glaube ich, dass ein Medienangebot für Junge und Junggebliebene durchaus eine Chance hätte. Vor allem als Kombination aus Fernsehsender und Website, wie in Australien.

    Und wenn man das M für Music ernst nehmen würde und auch mal Zeitfenster für Klassiker aus verschiedenen Jahrzehnten hätte (die auch vielen Jugendlichen gefallen), könnte man sein Zielpublikum noch ausbauen.
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#6 Carsten ACAnonym
  • 23.08.2017, 13:34h
  • Antwort auf #5 von Marc
  • Ich habe auch tolle Erinnerungen an die MTV-Zeit (also vor allem die 1990er, als es noch das englischsprachige MTV Europe war, dann später MTV Germany war nicht mehr mein Fall).

    Nicht nur die tollen Musikvideos, sondern auch die Unplugged-Konzerte, womit MTV ja wirklich einen Trend losgetreten hat.

    Und dann die mehrmals täglich ausgestrahlten MTV-News mit dem Neuesten aus der Musikwelt und mit Moderatoren, deren Namen mir bis heute geläufig sind: Ray Cokes, Steve Blame, Pip Dann, Simone Angel und der süße Skandinavier Lars Madvig.

    Dann kam Viva und die hatten ja schon von Anfang an mehr auf Talk, Comedy, "Reality-TV", endlos labernde Moderatoren, etc. gesetzt, während MTV ja lange Zeit bis auf die MTV News (und die Werbeblöcke zweimal pro Stunde) nur Musik und in manchen Sendungen ein Minimum an Moderation brachten.

    Irgendwann ist dann auch MTV diesem Trend gefolgt und als dann auch noch MTV Germany kam mit deutschen Moderatoren wurde es richtig schlecht. Da war es echt nur noch wie das provinzielle Viva. Da haben das dann nur noch kleine Kiddies geguckt und nicht mehr wie vorher bei MTV Europe, die Zuschauer bis Anfang 30 hatten.

    Naja, jetzt sind beide mehr oder weniger Geschichte. Viva sendet ja nur noch stundenweise auf dem Sender Comedy Central und MTV ist mehr oder weniger nur noch Webangebot.

    Hätten die mal auf dieses ganze Gelaber, die Comedyschiene, die Datingshows und diesen ganzen Reality-TV-Mist verzichtet und sich vielleicht auch mal anderen Musikstilen geöffnet, hätten die vielleicht überleben können. Aber wenn ein Sender, der MTV (MUSIC Television) heißt, Musik zur Nebensache verkommen lässt, ist es kein Wunder, dass das nicht funktioniert.

    Aber ansonsten:
    auch mir bleiben viele schöne Erinnerungen an die damalige Zeit. Nicht nur an das Programm des Senders, sondern generell die damalige Zeit und was ich damals so alles erlebt habe...
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#7 MTV AustraliaAnonym
#8 GerritAnonym
  • 23.08.2017, 15:54h
  • Antwort auf #5 von Marc
  • Ja, heutzutage stehen die Jugendlichen eher auf Youtube, Facebook & Co als auf redaktionelle Angebote wie MTV.

    Das reduziert natürlich auch Vielfalt, weil man in seiner Filterblase lebt und nur neues kennenlernt, was auch den eigenen Interessen entspricht, aber nichts ganz abwegiges, was einem aber vielleicht auch gefällt.

    Und wir hatten damals noch Idole, die wirklich was geleistet haben: Musiker und Schauspieler. Da waren auch welche dabei, die nicht viel konnten, aber immerhin: besser als die ganzen Youtube-Stars, die zum Jugendidol und reich werden, weil sie sich beim Schminken, Rumalbern, etc. filmen, war das allemal.
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#9 GerritAnonym
#10 PinoAnonym
  • 23.08.2017, 16:44h
  • Antwort auf #9 von Gerrit
  • Das ist eine Entwicklung, die man schon länger beobachten kann: Meinungsumfragen werden immer ungenauer und unzuverlässiger, da die Zahl der Wechselwähler und die Zahl der Unentschlossenen immer weiter zunimmt.

    Es lohnt sich also für die Parteien, wirklich bis zur letzten Sekunde zu kämpfen.

    Und auf Seite der Wähler kommt es auf jede einzelne Stimme an.

    Wir können durchaus eine Unions-geführte Regierung verhindern und Angela Merkel aus dem Kanzleramt vertreiben... Wir müssen nur mal alle zusammenstehen und unseren Arsch hochkriegen.
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