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Nach Trumps Anordnung

US-Verteidigungsminister: Trans-Verbot wird vorerst nicht umgesetzt

Eine Expertenkommission soll zuerst ein Konzept erstellen, wie das von Präsident Trump geforderte Trans-Verbot in den US-Streitkräften aussehen soll. Tausenden Soldatinnen und Soldaten droht dann die Entlassung.


Das Schicksal tausender transgeschlechtlicher Soldaten ist in der Hand von Verteidigungsminister Jim Mattis (Bild: Jim Mattis / flickr)

Der amerikanische Verteidigungsminister Jim Mattis hat am Dienstag bekannt gegeben, dass es keinen sofortigen Ausschluss von transgeschlechtlichen Soldatinnen und Soldaten aus den Streitkräften geben werde. Zunächst müsse eine Expertenkommission einen Plan erarbeiten, wie das von US-Präsident angeordnete Trans-Verbot umgesetzt werden könne.

Trump hatte am Freitag ein Memorandum offiziell an das Verteidiungsministerium gesendet, das die von der Obama-Regierung im letzten Sommer verkündete Aufhebung des bisherigen Verbots von Transpersonen in den Streitkräften rückgängig macht. Eine Zustimmung des US-Parlaments ist für diesen Schritt nicht notwendig.

In einer Stellungnahme des Pentagons erklärte Mattis, ein ehemaliger General des US Marine Corps, er werde die Anordnung des Staatschefs "wie angeordnet" umsetzen. Allerdings müsse erst eine Studie und ein Plan erarbeitet werden. Nach der Trump-Anordnung muss der Minister konkrete Richtlinien bis zum 21. Februar 2018 erlassen.

Mattis: Priorität ist "Sieg auf dem Schlachtfeld"

"Unser Schwerpunkt muss immer sein, was das beste für die Schlagkraft der Streitkräfte ist, um den Sieg auf dem Schlachtfeld zu erreichen", so Mattis. "Zu diesem Zweck werde ich eine Expertenkommission innerhalb des Verteidiungsministeriums und des Heimatschutzministeriums einrichten, um Empfehlungen zu erarbeiten, wie die Anordnung des Präsidenten umgesetzt werden kann."

Bis die Richtlinien erlassen werden, sollen Trans-Soldaten wie bisher weiterhin dienen dürfen. Nach Obamas Ankündigung hatten sich einige von ihnen öffentlich geoutet. Schätzungen zufolge gibt es 2.000 bis 15.000 Trans-Soldaten und -Reservisten. Bereits jetzt gilt ein Einstellungsstopp für Transpersonen.

Trump hatte das Trans-Verbot im Militär Ende Juli via Twitter angekündigt: "Nach Konsultationen mit meinen Generälen und Militärexperten weisen wir darauf hin, dass die US-Regierung weder akzeptieren noch zulassen wird, dass Transgender-Personen in irgendeiner Funktion in der US-Armee dienen", so Trump damals (queer.de berichtete).

Er begründete den Schritt mit "enormen medizinischen Kosten" und "Störungen" im Ablauf des Militärs, die die Transpersonen mit sich brächten. Die Streitkräfte müssten sich "auf den endgültigen und überwältigenden Sieg konzentrieren".


Die Trump-Tweets, die Ende Juni völlig überraschend das Trans-Verbot ankündigten

Das Trans-Verbot hatte zu erheblicher Kritik sogar aus Trumps republikanischer Partei geführt. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat und US-Senator John McCain bezeichnete es vor wenigen Tagen etwa als einen "Schritt in die falsche Richtung", Soldaten nur wegen ihrer geschlechtlichen Identität aus den Streikräften zu feuern.

Auch die Führungskräfte der Streitkräfte hatten sich im Juli von der Ankündigung Trumps überrascht gezeigt und in internen Anweisungen zunächst klar gestellt, dass noch keine Richtlinien vorliegen würden, man die derzeitige Praxis vorerst nicht ändere und alle Angestellten mit Respekt behandeln werde. Mehrere Soldaten haben bereits eine Klage eingereicht, weitere durch Bürgerrechts- und LGBTI-Organisationen sind angekündigt.

In vielen anderen NATO-Ländern gibt es weniger Vorbehalte gegen transgeschlechtliche Soldaten. In der Bundeswehr ist Transsexualität etwa kein Ausschlussgrund: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stellte erst Anfang des Jahres bei einem LGBTI-Workshop fest, dass Vielfalt die Streitkräfte stark mache. "Deswegen werben wir ja mehr denn je um Talente. Und ob sie nun schwul, lesbisch, transsexuell oder heterosexuell sind, sie sind uns mit ihrem Können willkommen", so die Ministerin (queer.de berichtete). (dk)



#1 queergayProfil
  • 30.08.2017, 15:04hNürnberg
  • Dieser selbstherrliche, rassistische, narzisstische Trump-Trampel mit Ego-Wahn muß hoffentlich bald abtreten. Dann geht es der Welt und der gay-queer Community etwas besser.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FaktencheckAnonym
  • 30.08.2017, 15:25h
  • Antwort auf #1 von queergay
  • "Dieser selbstherrliche, rassistische, narzisstische Trump-Trampel mit Ego-Wahn muß hoffentlich bald abtreten. Dann geht es der Welt und der gay-queer Community etwas besser."

    Dann tritt sein Vize die Nachfolge an, ein homo- und transphober Fundi-Christ mit besten Beziehungen zu Evangelikalen-Lobby, die jetzt schon feuchte Träume über "ihren Mann" im Weißen Haus träumt.
    Ob das besser wird?
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#3 marco10627Profil
  • 30.08.2017, 19:28hBerlin
  • Antwort auf #2 von Faktencheck
  • Vielleicht lässt sich mit dem Vize aber ein bisschen ruhiger bis zur nächsten Wahl leben!? Mit Trump rechne ich jeden Morgen damit, dass er irgendeinen Blödsinn verzapft hat oder doch den Knop mit der Aufschrift "Bitte nicht drücken" gedrückt hat.
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#4 schwarzerkater
#5 Ith_Anonym
  • 30.08.2017, 20:18h
  • Antwort auf #4 von schwarzerkater
  • Wohl eher eine krachende Niederlage für Menschen, die bloß wegen der vorigen Ankündigung dumm genug gewesen sind, sich zu outen, die vielleicht vorher die Chance gehabt hätten, einfach stealth weiterzuleben, und die jetzt evtl. ihren Job verlieren aka entlassen werden, weil sie sich haben ermuntern lassen, dieses Risiko überhaupt einzugehen.
    Angesichts eines allgemeinen Trends gegen political correctness (hatten wir lange genug, muss auch irgendwann Schluss mit sein) sollte man sich gut überlegen, ob es taktisch so klug ist, sich ein Outing anzutun, wenn es nicht sein muss.

    Ich denke nicht, dass Trump die Spitze des Eisbergs ist. Dass jemand wie der Präsident werden konnte, ist mEn ein Indikator für einen allgemein zu verzeichnenden Trend, der alles und jeden, der/die/das "anders" ist, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch teuer zu stehen kommen kann.
    Solange die USA es nicht schaffen, einen Mann aus dieser Machtpostition zu entfernen, der seine mangelnde geistige Reife spätestens im Umgang mit Nordkorea deutlichst demonstriert hat (man gibt einem geistig 5-Jährigen einfach nicht den roten Knopf für A-Waffen in die Hand), sollte man sich mEn hüten, ihn als einen Clown abzutun.

    Unterschätzen darf man das gern wieder, wenn Deutschland in der nächsten Wahl demonstriert, dass es als Demokratie eine größere Reife aufweist als die Staaten. Aber ob das so ist, darauf würde ich vorerst lieber nicht wetten.
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#6 FaktencheckAnonym
#7 Hantewi
  • 31.08.2017, 00:44h
  • Antwort auf #5 von Ith_
  • "Wohl eher eine krachende Niederlage für Menschen, die bloß wegen der vorigen Ankündigung dumm genug gewesen sind, sich zu outen, die vielleicht vorher die Chance gehabt hätten, einfach stealth weiterzuleben, und die jetzt evtl. ihren Job verlieren aka entlassen werden, weil sie sich haben ermuntern lassen, dieses Risiko überhaupt einzugehen.
    Angesichts eines allgemeinen Trends gegen political correctness (hatten wir lange genug, muss auch irgendwann Schluss mit sein) sollte man sich gut überlegen, ob es taktisch so klug ist, sich ein Outing anzutun, wenn es nicht sein muss...."

    Was wäre das denn für eine Situation, in der "es sein muss"...-?

    Im Gegensatz zu Dir haben die Trans in den U.S. verstanden, dass man Dinge nur ändern kann, wenn man existiert und sichtbar ist. Visibility. Und jetzt haben sie Klage eingereicht.

    Unsichtbarkeit bedeutet Rechtlosigkeit.

    "Stealth"...schon wieder so ein "Konzept zu trans" - nicht wahr. (lol) Eines, dass den eigenen Tellerrand nicht überschreitet. Purer Egoismus.

    Denkst Du eigentlich an Deine jüngeren Schwestern und Brüder? An ihre Zukunft?
    It' your duty to take care of your younger sisters and brothers!

    Gespenster - wie in Deutschland - erreichen nichts. Mit Gespenstern befasst sich auch niemand. Gespenster reden auch nicht für sich - sie schweigen. Man ignoriert sie.

    #4 schwarzerkater:
    wieder eine krachende niederlage für trump :-D

    ...hier hat gerade jemand U.S. amerikanische Verhältnisse viel besser verstanden. Es ist nur ein weiterer Schritt zur Niederlage von Trump.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Hantewi
  • 31.08.2017, 01:44h
  • Antwort auf #5 von Ith_
  • ...Du müßtest ja nur in Deinem eigenen Land lesen. Auch in Deutschland verstehen andere mehr als Du. Im ersten Abschnitt wird die Niederlage von Trump angekündigt. Ich unterstelle dabei mal, dass Du genug Lesekompetenz hast, um den Inhalt von Texten zu erfassen...

    www.sueddeutsche.de/politik/transgender-bann-symbol-der-verl
    ogenheit-1.3646115


    ...war übrigens hier auf queer.de verlinkt. Gleich nebenan. Hättest nur lesen müssen...aber das grenzt ja schon an schwere körperliche Arbeit, nicht wahr?

    Darf ich Dich um etwas bitten? Höre auf, Deine "persönlichen Befindlichkeiten" als allgemeingültig zu ventilieren, wenn es um Wichtiges geht. Z.B. Bürgerrechte von Trans. Alles ist wichtiger, als Deine "persönlichen Befindlichkeiten".
  • Antworten » | Direktlink »
#9 AchsoAnonym
#10 Hantewi
  • 31.08.2017, 14:00h
  • Antwort auf #9 von Achso
  • #Ith_:
    "...krachende Niederlage für Menschen, die bloß wegen der vorigen Ankündigung dumm genug gewesen sind, sich zu outen..."

    Die Namen dieser "dummen Menschen" lauten:
    Petty Officer First Class Brock Stone, Staff Sergeant Kate Cole, Senior Airmen John Doe, Technical Sergeant Tommie Parker, Airman First Class Seven Ero George, and Petty Officer First Class Teagan Gilbert.

    transgenderuniverse.com/2017/08/28/civil-rights-groups-sue-t
    rump-over-transgender-military-ban/


    Diese "dummen Menschen", die "dumm genug" gewesen sind "sich zu outen", haben Klage gegen den Transgender Ban eingereicht, werden Bürgerrechte durchsetzen und damit auch noch erfolgreich sein.

    Was für "dumme Menschen".

    #Ith_:
    "...die vielleicht vorher die Chance gehabt hätten, einfach stealth weiterzuleben...sollte man sich gut überlegen, ob es taktisch so klug ist, sich ein Outing anzutun, wenn es nicht sein muss..."

    "Mit Gespenstern befasst sich niemand. "

    Nein - tut niemand. Zum Gespenst wird man, wenn man der Aufforderung einer Gesellschaft folgt und seine eigene Existenz leugnet.

    #Achso:
    "...Deine jahrelangen Beschimpfungen und Beleidigungen sagen etwas anderes."

    Ich habe magische Augen - ich kann sie sehen. Kann nicht jede*r.

    Bei uns in den U.S. und anderswo auf der Welt läuft das anders. Wir existieren, sind sichtbar und haben eine Geschichte. Die lassen wir uns nicht nehmen - wir sind stolz auf unsere Geschichte!

    Die Geschichte der U.S. Transfrauen. Ein crashkurs für Anfänger, erzählt von Laverne Cox. Bitte Video anklicken:

    transgenderuniverse.com/2017/08/18/a-trans-history-narrated-
    by-laverne-cox/


    "...But trans people have always existed, and our lives have always mattered. And though we have and continue to face rampant discrimination, so too have we built beautiful communities and movements of resistance and love...Without accurate information about trans people, our lives and our rich histories, the impulse to push us out of public life will continue. But we continue to tell our vivid, vibrant and critical story of trans resistance. Time marches forward, and so do we."

    Trans Visibility! Trans Pride!

    Wo ist die notwendige Sichtbarkeit der deutschen Trans? Erzähl mir ihre Geschichte.
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