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Anklage erhoben

Ulm: 16-Jähriger soll Schwulen aus Homophobie ermordet haben

Ein Jugendlicher soll einen 64-jährigen Mann zunächst um einen Schlafplatz gebeten und dann in dessen eigener Wohnung brutal getötet haben.


Ein 16-Jähriger soll einen 64-Jährigen aus Hass auf dessen sexuelle Orientierung ermordet haben. (Bild: Markus Daams / flickr / by-sa 2.0)

In Ulm ist Anklage gegen einen 16-jährigen Jugendlichen erhoben worden, weil er aus Homophobie einen 64-jährigen Mann in dessen Wohnung erstochen haben soll. Das teilte die Staatsanwaltschaft der baden-württembergischen Großstadt am Mittwoch mit. Dem Jugendlichen wird Mord in Tateinheit mit Raub vorgeworfen. Dazu kommt der Vorwurf der schweren Brandstiftung. Bei unter 18-Jährigen sieht das deutsche Recht eine Maximalstrafe von zehn Jahren vor.

Die Tat ereignete sich am 23. Mai diesen Jahres. Der damals 15 Jahre alte Beschuldigte traf am selben Tag sein späteres Opfer zufällig in einer Kneipe in Bahnhofsnähe. Der Junge bat den 64 Jahre alten Mann laut Staatsanwaltschaft "um etwas zu trinken, zu rauchen und um einen Schlafplatz". In seiner Wohnung in einem Mietshaus in der Ulmer Schillerstraße soll der Mann den Jugendlichen "einmalig und ohne jeglichen Nachdruck" aufgefordert haben, ihm ins Schlafzimmer zu folgen, um dort miteinander Sex zu haben.

Opfer starb an Blutverlust

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft habe der Jugendliche aufgrund seiner Abneigung gegenüber Homosexuellen und weil er sein Opfer bestehlen wollte ein Messer aus der Küche geholt, sich ins Schlafzimmer begeben und dort auf sein argloses Opfer eingestochen. Als das Messer abgebrochen sei, habe er weiter sein Opfer traktiert, zwei weitere Messer geholt und erneut auf den 64-Jährigen eingestochen, bis dieser aufgrund des enormen Blutverlusts an Ort und Stelle verstarb.

Danach habe sich der mutmaßliche Täter gereinigt, die Wohnung nach Wertsachen durchsucht und neben etwas Bargeld eine Digitalkamera mitgenommen. Um seine Tatspuren zu vernichten, soll er in der Folge das Sofa und diverse Kleidungsstücke seines Opfers, die er zu einem Stapel zusammengehäuft habe, angezündet und die Wohnung verlassen haben. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch sechs weitere Menschen im Gebäude. Die gegen 21 Uhr hinzugerufene Feuerwehr konnte verhindern, dass sich das Feuer bzw. die Rauchgase auf das übrige Wohngebäude ausbreiteten und andere Personen zu Schaden kamen.

Der Beschuldigte habe die Tat weitgehend gestanden und auch zugegeben, dass er Homosexuelle verachte, so die Staatsanwaltschaft. Sie wertet das als niedrigen Beweggrund.

Um seine Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt besser beurteilen zu können, hat die Staatsanwaltschaft ein psychiatrisches Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. (cw)



#1 SchlüssigAnonym
  • 30.08.2017, 19:12h
  • Ich warte gerade auf den ersten Eintrag mit:

    "Selber Schuld, was muss der alte Bock auch den armen Jungen angraben..." !
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#2 marco10627Profil
#3 SchlüssigAnonym
#4 marco10627Profil
#5 schwarzerkater
  • 30.08.2017, 19:44h
  • bahnhofskneipe, schwulenhasser, raubabsichten, vertuschung von raub und anwesenheit beim ermordeten ... dagegen steht ein opfer, das sich vor gericht nicht mehr wehren kann.
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#6 saltgay_nlProfil
  • 30.08.2017, 20:45hZutphen
  • Ein ähnlich gelagerter Fall wurde mir als Warnung vor den gefährlichen Homosexuellen immer wieder erzählt. Diese Schwulen sind nur auf Sex aus und wollen junge Männer verführen. Wenn die sich schließlich wehren, ist das Notwehr und weil der Junge gerade klamm war hat er eben noch ein paar Sachen mitgehen lassen. Das kommt davon wenn man homosexuell ist oder sich mit Solchen einlässt.

    Ich war 7 Jahre alt, als ich damit zum ersten Mal konfrontiert wurde. Die Geschichte wurde immer wieder aufgebrüht und sobald Eduard Zimmermann wiederum Homosexualität als verbrechensfördernd in "Aktenzeichen XY" brandmarkte, hieß es: "Siehste, da haste es wieder." Mit 9 Jahren wusste ich, dass für mich nur Jungen und Männer als Sexpartner in Frage kommen und verliebte mich in sie. Gleichzeitig wurde mir diese Drohung stetig vermittelt. Es gehört schon viel Standfestigkeit zu einem Jungen um sich nicht durch diese Horrorgeschichten von seinem inneren Gefühl abbringen zu lassen. Es war furchtbar.

    Das habe ich meiner Mutter und meinem älteren Bruder niemals verziehen. Dadurch entstand eine innere Barriere, die nicht mehr überbrückt wurde. Viele Jahre später berichtete mein erster fester Freund, dass er zu Hause dasselbe erlebt hatte.

    Das Verbrechen ist dem Bericht folgend ein Mord und man darf gespannt sein, wie das Gericht urteilen wird.

    Eines darf aber nicht geschehen, dass diese Straftat instrumentalisiert wird um politische Ziele durchzusetzen. Dabei ist es gleich, in welche Richtung die politische Meinung zeigt. Ausnahmsweise sei dies hier gefordert.
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#7 Patroklos
  • 30.08.2017, 21:08h
  • Eine menschenverachtende und bestialische Tat, die mit aller Härte bestraft werden muß!
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#8 AdessAnonym
  • 30.08.2017, 21:34h
  • Ich verurteile diese Tat sehr. Und es ist wirklich grauenhaft was dort passiert ist.

    Das Verhalten des Opfers vor der Tat war aus meiner Sicht trotzdem nicht O.K. (was jedoch die Tat auf GAR KEINEN FALL RECHTFERTIGT).
    Trotzdem sollte man das Verhalten des Opfers nicht unbeleuchtet lassen. Zum einen war der Junge Minderjährig, zum anderen war er wohl in einer Notsituation und es bestand zudem noch ein Abhängigkeitsverhältnis. Auch wenn in solchen Situationen ein Kind nicht zum Sex gezwungen wird, kann eine einfache Aufforderung schon ausreichen damit ein Kind dies gegen seinen eigenen Willen macht (wegen der Abhängigkeit von Essen, Schlafplatz etc.).
    Dieses Verhalten ist aus meiner Sicht nicht O.K. und strafbar. Trotzdem ist es wie gesagt keinerlei Rechtfertigung für diese Tat.
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#9 TheDadProfil
  • 30.08.2017, 21:55hHannover
  • Antwort auf #8 von Adess
  • ""Zum einen war der Junge Minderjährig, zum anderen war er wohl in einer Notsituation und es bestand zudem noch ein Abhängigkeitsverhältnis.""..

    ""Minderjährig""..

    Uninteressant..

    ""Notsituation""..

    Völlig egal für das Opfer..
    Denn das hat ja sogar Hilfe angeboten..

    Was dann hier den Täter betrifft..
    In jedem Ort gibt es Polizei..
    Die schaltet dann auch das Jugendamt ein, was für diese "Notsituationen" der richtige Ansprechpartner ist..

    Wie man hier jetzt ein "Abhängigkeitsverhältnis" konstruieren will, da bin ich ja mal echt gespannt..

    Die Parameter nach denen ein solches "Abhängigkeitsverhältnis" als strafbewehrter Sachverhalt formuliert ist, stehen im StGB..

    Durchlesen, und dann noch einmal von vorne versuchen !
  • Antworten » | Direktlink »
#10 SchlüssigAnonym