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Sänger starb an inneren Verletzungen

Staatsanwaltschaft: Jim Reeves aus Schwulenhass getötet

Zwei Männer müssen sich in Berlin vor Gericht verantworten, weil sie den bisexuellen "Sqeezer"-Sänger in einem Hostel in der Bundeshauptstadt grausam getötet haben sollen.


So werden ihn seine Fans in Einnerung behalten: Jim Reeves im "Sqeezer"-Video zum Song "Sweet Kisses"

Die Berliner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass zwei Männer aus Homophobie den bisexuellen Sänger Jim Reeves getötet haben. Das berichtet die "Berliner Zeitung". Der gebürtige Kölner war vor eineinhalb Jahren leblos in einem Berliner Hostel aufgefunden worden (queer.de berichtete).

Die mutmaßlichen Täter Pawel A. und Adam K. müssen sich dem Bericht zufolge ab dem 13. September wegen Mordes vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, den Musiker aus Homo-Hass misshandelt und getötet zu haben, so Gerichtssprecherin Lisa Jani: "Die Angeklagten sollen grausam und aus niedrigen Beweggründen gehandelt haben."

Grausame Vergewaltigung

Reeves habe laut den Ermittlungen seine späteren Mörder in einen Sechs-Bett-Zimmer eines Hostels am Stuttgarter Platz kennengelernt. Dort war der 47-Jährige eingezogen, nachdem er sich von seiner Freundin getrennt hatte. Die Männer hätten gegenüber den Beamten behauptet, sie hätten sich von einem angeblichen Flirtversuch des Sängers gestört gefühlt. Es stehe fest, dass sie ihr Opfer mit mehreren länglichen Gegenständen vergewaltigt hätten. Daraufhin sei Reeves qualvoll an inneren Verletzungen gestorben.

Die Ermittler der Mordkommission hätten den damals 23-jährigen Adam K. bereits knapp drei Wochen nach der Tat als Verdächtigen ermitteln können. Er sei daraufhin in der westpolnischen Gemeinde Brzezno festgenommen worden. Die Fahndung nach dem zweiten Angeklagten sei schwieriger verlaufen: Ein Jahr lang hätten deutsche, polnische und spanische Ermittler den Mann bei seiner Flucht durch Europa verfolgt. Der 29-Jährige konnte schließlich am 7. Februar in Lleida bei Barcelona festgenommen werden.

Reeves sang mit der Fußballnationalmannschaft

Jim Reeves war 1968 in Köln als Jim Nyasani geboren worden. Er wurde als Teenager 1984 bei einem Wettbewerb für eine bundesweite C&A-Werbekampagne entdeckt. Später modelte er für andere Firmen wie Sony, Swatch und Mövenpick. Anfang der Neunziger gründete er mit drei Geschwistern die Band "4 Reeves", mit der er mehrere Jahre durch Deutschland tourte. 1994 war die Gruppe zusammen mit der deutschen Fußballnationalmannschaft auf der Platte "Everybody's Going to the USA" zu hören. Ein Jahr später rief Jim Reeves die Eurodance-Formation Sqeezer ins Leben. Das erfolgreichste Lied der Band war "Without You", das es 1998 bis auf Rang zehn der deutschen Charts schaffte.

2009 saß Reeves an der Seite von Dschungelkönig Ross Antony und der Berliner Dragqueen Nina Queer auch in der Jury der Castingsendung "Village Boys – Die große Lips Casting Show", bei der eine schwule Boyband gesucht wurde. Die Sendung wurde im schwulen TV-Sender TIMM gezeigt.


Jim Reeves (re.) mit Nina Queer und Ross Antony in der Castingshow "Village Boys" (Bild: flickr / CHR!S / cc by 3.0)

Der Musiker arbeitete außerdem als Musikproduzent. Zuletzt unterstützte er den Schlagersänger Michael Wendler bei seinem Liveauftritten und arbeitete als sein Background-Sänger. Der Sänger fand auf dem Ostfriedhof in Köln seine letzte Ruhe. (cw)



#1 SebiAnonym
  • 31.08.2017, 14:23h
  • Hoffentlich werden die beiden Täter härtestmöglich bestraft.

    Das ist eindeutig brutalstmöglicher Mord mit vorhergehender Folter.
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#2 Homonklin44Profil
  • 31.08.2017, 14:32hTauroa Point
  • Grausig, wenn ein Mensch so qualvoll sterben muss, weil sich welche von seinen Worten vielleicht angemacht fühlten.

    Hoffentlich wird nicht wieder das eingespielte Repertoire des Täterhätschelns und der Leier von der Entschuldigung durch das harte Schicksal angewandt, und diese Typen kommen so schnell nicht wieder raus.
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#3 Steve2Anonym
  • 31.08.2017, 15:07h
  • Wer zu solch einer Tat fähig ist, stellt eine Gefahr und Bedrohung für alle anderen Menschen dar und sollte FÜR IMMER hinter verschlossenen Türen bleiben. Man muss andere Menschen vor solchen Monstern schützen.
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#4 FinnAnonym
#5 MarcAnonym
  • 31.08.2017, 17:08h
  • Unsäglich, dass die Tat mal wieder mit angeblichen Flirtversuchen des Opfers 'gerechtfertigt' werden soll!
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#6 OrthogonalfrontAnonym
  • 31.08.2017, 20:09h
  • Antwort auf #4 von Finn
  • Wenn die nicht vorbestraft sind, sind die in ein paar Jahren wieder draußen. Wenn der Richter homophob ist noch früher. Ich denke auch, für solche Monster darf es nichts anderes geben als wirklich (!) lebenslänglich!
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#7 schwarzerkater
  • 01.09.2017, 21:02h
  • "alter" schwuler macht sich an " jungen" heterosexuellen heran (ahnlich wie bei vergewaltigern: "sie wollte es doch auch") ... mal sehen wie weit die zwei mutmaßlichen mörder mit dieser version kommen werden.
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#8 WürdeAnonym
  • 01.09.2017, 21:15h
  • Antwort auf #7 von schwarzerkater
  • Geht es dir tatsächlich darum? Ist es für dich spannend zu wissen wie weit sie ihr Lügenkonstrukt strapazieren?

    Ich bin geschockt über ihre Tat und sie haben lebenslange Haft verdient. Es ist schnell nachzuweisen, dass sie die Täter sind. Da nutzt ein Lügenkonstrukt nichts.

    Und vor allem fehlt bei dir ein Wort an den Toten. Er musste grausame Schmerzen erleiden, an denen er gestorben ist. Ich kannte ihn nicht, ab sowas hat definitiv kein Mensch verdient.
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#9 RestInPeaceAnonym
  • 01.09.2017, 21:27h
  • Zu was Menschen fähig sein können, bestürzt mich immer wieder.
    Es tut mir leid für den Sänger für dieses Trauma.
    Wie können Menschen sich so in das Leben des Sängers einmischen, dass sie ihn dermaßen misshandeln, dass der Sänger stirbt? Unbegreiflich.
    Wie muss sich denn ein Bisexueller verhalten, dass er von Heterosexuellen nicht misshandelt und nicht getötet wird??
    Hätte der Sänger die beiden ignorieren sollen? Die Täter waren doch angeblich Nachbarn.
    Üblicherweise grüßen sich Nachbarn.
    Darf man das als LSBTTIQ nun nicht mehr, weil wir fürchten müssen, getötet zu werden?

    Diese Fragen stelle ich absichtlich.
    Damit deutlich wird, wie grausam diese Tat im Artikel war.

    R.I.P.
    ~~~~~~`,~~~@
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#10 RestInPeaceAnonym