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Polizeibericht

Berlin: Mann an Tankstelle homophob beleidigt und verletzt

Nach einem vorausgegangenen Streit fuhr ein Unbekannter einen 48-Jährigen mit der Stoßstange an.


Anders als die Kollegen in vielen anderen Städten geht die Berliner Polizei in ihren Berichten penibel auf mögliche homo- und transphobe Hintergründe einer Tat ein (Bild: flickr / Maik Meid / by 2.0)

Auf einer Tankstelle in Berlin-Neukölln ist es am Donnerstagmittag zu einem Streit zwischen zwei Männern gekommen, bei der ein Mann homophob beleidigt und am Bein verletzt wurde. Wie der Polizeibericht vermerkt, gab der Angegriffene später gegenüber den Beamten an, dass er gegen 13.20 Uhr mit dem Fahrer eines silberfarbenen BMW auf dem Tankstellengelände in der Grenzallee in Streit geriet.

Grund sei eine kurz zuvor begangene Verkehrsbehinderung des Unbekannten gewesen. Dieser habe den 48-jährigen Mann bei dem Streit homophob beleidigt und sei mit seinem Fahrzeug auf ihn zugerollt. Hierbei sei er im weiteren Verlauf mit der Stoßstange gegen das Bein des Mannes gestoßen und habe sich anschließend mit seinem BMW entfernt.

Der 48-Jährige erlitt eine leichte Beinverletzung, die am Tatort zunächst nicht behandelt werden musste. Wie in Fällen möglicher Hasskriminalität üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen und führt die Suche nach dem Täter.

44 Gewalttaten im letzten Jahr

Berlin gehört zu den wenigen Städten, die mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt und durchgehend in ihren Berichten erwähnen und die Taten publik machen. Die Staatsanwaltschaft besitzt eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Laut der vorläufigen Statistik der Berliner Polizei wurden 2016 insgesamt 162 Delikte im Bereich "sexuelle Orientierung" gemeldet, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). Für den Anstieg im letzten Jahr gebe es keine besonders zu benennenden Ursachen, so die Polizei, auch eine gestiegene Anzeigebereitschaft durch Opfer und Zeugen spiele hier eine Rolle. Auch bundesweit hatte es einen Anstieg von gemeldeten Fällen homophob motivierter Taten gegeben, die Zahlen besitzen aber u.a. aufgrund unterschiedlicher Rückmeldungen der einzelnen Bundesländer nur bedingt eine Aussagekraft (queer.de berichtete). (cw)



#1 Patroklos
  • 31.08.2017, 21:17h
  • Berlin fällt wieder in sein altes Verhaltensmuster zurück und macht seinem Namen als Hauptstadt des Verbrechens wieder alle Ehre, nach dem Motto "Jeden Tag eine homophobe Tat"!
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#2 MarekAnonym
  • 01.09.2017, 09:48h
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • Anderswo gibt es auch nicht weniger Homohass. Nur in Berlin wird das halt dankenswerterweise von der Polizei statistisch erfasst.

    Letztlich kann man das auf ganz Deutschland hochrechnen. Und dann weiß man, wie wichtig es wäre, dass die Politik endlich etwas dagegen unternimmt.

    Am wichtigsten wäre jetzt:
    1. besserer Diskriminierungsschutz (solange Diskriminierung erlaubt ist, wird sie auch stattfinden)
    2. mehr Aufklärung und Förderung von Vielfalt an Schulen (denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr)
    3. Reform des Transsexuellengesetzes
    4. Verbot von Konversionstherapien (das ist homophobe Gehirnwäsche, die schwerste psychische Schäden hinterlässt und bis zum Tod führen kann)

    An diesen Maßnahmen werden sich alle kommenden Bundes- und Landes-Regierungen messen lassen müssen.
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#3 TheDadProfil
  • 01.09.2017, 12:17hHannover
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • ""Berlin fällt wieder in sein altes Verhaltensmuster zurück""..

    Weil Leute wie Du "denken", wenn dann mal nichts berichtet wird, dann sei auch wohl nichts passiert ?

    Was dann auch noch zu der Idee führt, dort wo gar nichts berichtet wird, ist dann auch gar nichts passiert ?

    Diese selten dumme Formulierung des
    "in sein altes Verhaltensmuster zurück-fallens" läßt derlei jedenfalls vermuten, denn kein vernunftbegabter Mensch würde wohl annehmen, das Berlin diesen zweifelhaften Titel der ""Hauptstadt des Verbrechens"", den Berlin von Deiner Postille bei der Du Abonnent bist erhalten hat, zwischenzeitlich verlustig gegangen sein soll..

    Auch dein Halbsatz am Schluß, der nach Deiner Auffassung dann wohl wieder so etwas sein soll wie "Ironie", von der Du allerdings so viel verstehst wie ein Hahn von Eier-legen, macht dem ganzem Kommentar selbst keine Ehre..
    Er zeigt nur auf wie sehr Dir doch daran gelegen ist zu jedem Artikel und jedem Bildchen hier einen Kommentar zu verfassen, um heimlicher Weltmeister im Kommentieren zu bleiben..
    Völlig egal wie inhaltslos es dann ist..
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#4 AchsoAnonym
  • 01.09.2017, 13:34h
  • Hach, wie schön, dass es in diesem Land keinen Rollback gibt.

    Und ich bin sicher, wenn Paulus46 nochmal betont, welche "prominenten CDU-Abgeordneten" ganz alleine die Ehe geöffnet haben und dass grün-linke Aktivisten endlich nichts mehr zu sagen haben, dann verschwinden auch diese "bedauerlichen Einzelfälle" von homo- oder transphober Gewalt. Voraussetzung ist aber, dass die community weiterhin brav stillhält und keine Forderungen formuliert.
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#5 andreAnonym
  • 01.09.2017, 16:17h
  • Das sind aber nur die Zahlen, die der Polizei bekannt und gemeldet, bzw angezeigt wurden. Die Dunkelziffer, nämlich der ungemeldeten Fälle dürfte bedeutend höher liegen. Auch MANEO dürfte viel höhere Zahlen haben.
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#6 Patroklos
#7 TheDadProfil