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Wütende Proteste von Homo-Aktivisten in den USA: Nach seinem Coming-out wurde Zach (16) von seinen Eltern in ein Umerziehungslager geschickt.

Von Dennis Klein

"Ich wünschte, ich hätte es ihnen nie erzählt. Ich wünschte, ich hätte gegen diesen Impuls noch zwei Jahre ankämpfen können", schrieb Zach vor zwei Wochen in seinem Weblog. Sein Coming-out bei Vater und Mutter war gründlich schiefgegangen. Die Eltern des 16-Jährigen aus dem 40.000-Einwohner Städtchen Barlett in Tennessee waren geschockt. Wie viele evangelikale Christen im Bibelgürtel der Südstaaten betrachten sie Homosexualität als Tod-Sünde - und versuchen nun, ihren Sohn davor zu bewahren: Sie schickten ihn letzte Woche gegen seinen Willen in ein Umerziehungslager der Gruppe Love In Action. Die Organisation hat dafür in einer ländlichen Gegend nördlich von Memphis ein 16.000 Quadratmeter großes Anwesen erworben, in dem Minderjährige auf den richtigen Weg gebracht werden sollen. Love In Action ist Teil der amerikanischen "Ex-Gay"-Bewegung, die versucht, Schwule und Lesben durch die Vermittlung traditioneller Rollenbilder zu monogamen, heterosexuell handelnden Christen zu erziehen (siehe queer.de Artikel).

Wie viele vor ihm wäre Zach in der Einrichtung verschwunden, ohne dass jemand von seinem Schicksal erfahren hätte. Allerdings verbreitete sich sein Weblog im ganzen Land wie ein Lauffeuer. Schwul-lesbische Organisationen riefen zu Protesten auf, auch lokale Zeitungen und TV-Sender griffen die Geschichte auf. Inzwischen stehen täglich Dutzende Aktivisten von der Queer Action Coalition mit Transparenten vor dem Sitz der Gruppe in Memphis.

In seinem Weblog hat Zach auch die Regeln gepostet, die in dem Bootcamp gelten sollen. Er hat sie vom Computer seiner Eltern vor seinem Abtransport heruntergeladen. Daraus geht hervor, dass die Kinder nach der Ankunft den Status "sichere Verwahrung" (Safekeeping) erhalten, in dem nicht reden und nicht einmal mit anderen kommunizieren dürfen. Bei guter Führung können sie einen privilegierteren Status erhalten. Die Regeln schreiben eine straff organisierte Hierarchie vor - die Aufseher haben einen breiten Handlungsspielraum, über die Jugendlichen zu bestimmen. Die Jungs und Mädchen sollen in "Diskussionsrunden" von ihren Fortschritten berichten. Traditionelle Verhaltensweisen ("Männer sollten Frauen ihren Stuhl anbieten, wenn alle anderen besetzt sind") sollen zudem zu traditionell heterosexuellen Gedanken führen. Sämtliche Regeln sollen auch nach der Rückkehr des Jugendlichen in seine Familie gelten - ferner darf sich der Bekehrte von nun an nur noch in Stadtteilen aufhalten, die als moralisch einwandfrei von der Gruppe deklariert wurden.

Selbstmord besser als Schwulsein

Parodiert wird ein derartiges Umerziehungslager im 1999 gedrehten Film "But I'm A Cheerleader". Allerdings gibt es bei den echten Camps für die jungen Schwulen und Lesben meist kein Happyend. In den letzten Jahren gab es in den Medien wiederholt Berichte von Selbstmorden kurz nach der Rückkehr aus dem Lager. Für John Smid, den Anführer von Love In Action, ist der Freitod auch keinesfalls das Schlimmste, was den Kids passieren kann: "Mir wäre es lieber, wenn ihr Selbstmord begeht anstatt Love In Action zu verlassen und zu eurer homosexuelle Lebensführung zurückzukehren", so Smid zu Neuankömmlingen des Camps. "Bei eurem körperlichen Tod könnte eure Seele immer noch wiederauferstehen. Wenn ihr aber zur Homosexualität zurückkehrt, macht ihr Platz für einen seelischen Tod, von dem es keine Rettung gibt." Smid selbst gibt an, er habe sich 1984 von seiner Homosexualität befreien können, "nachdem ich Jesus Christus als meinen Retter angenommen habe."

Die Kosten für ein zweiwöchiges Programm belaufen sich auf 2.000 US-Dollar (1.700 Euro), für sechs Wochen verlangt die Gruppe 4.500 Dollar (3.700 Euro). Man kann sich als Volljähriger sowohl selbst anmelden als auch minderjährige Kinder. Dazu muss man ein 22-seitiges Anmeldeformular ausfüllen und das Dokument inklusive eines persönlichen Lebenslaufs und eines Schecks in Höhe von 100 Dollar (Anmeldegebühr) an die Organisation senden. Eine Geld-zurück-Garantie bietet Love In Action nicht an.

16. Juni 2005



37 Kommentare

#1 MalteAnonym
  • 14.06.2005, 17:28h
  • Die Amis ticken immer mehr aus.

    Was ist das für ein perverses Land, wo der Tod empfohlen wird, nur weil jemand andere Menschen liebt, als es manchen Leuten passt.

    Wieso kann sich nicht jeder um sein eigenes Leben kümmern?! Ist doch egal, wen andere lieben, das beeinflusst doch niemand anderen in seinem Leben! Leben und Leben lassen!
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#2 dirkAnonym
  • 14.06.2005, 17:38h
  • Man sollte diese ganzen engstirnigen Hinterwälder und diese ganzen ultrakonservativen Religionsfanatikern, einschließlich des römischen Konzils und den Papst das Licht auslöschen. Die Leute meinen Sie predigten Nächstenliebe, aber dass krasse Gegenteil ist der Fall. Sie predigen nur eins, Hass, Verrat und Unterdrückung und verraten dadurch die Lehren der Profeten, sie beten nicht Gott an, sondern den Teufel. Leider ist unsere Gesellschaft dermassen verblödet und gleichgültig, dass differenzierte Kritik von der Gesellschaft ausbleibt, und wenn es wieder einen Hitler gäbe die Leute würden ihn wieder millionenfach anbeten. Ich sage nur Leute wacht endlich auf und werdet gegen diese asozialen Elemente aktiv, bekämpft sie wo es nur geht.
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#3 SvenAnonym
  • 14.06.2005, 17:45h
  • Aber Malte, das ist doch nichts Neues!
    Sowas gab es schon immer.
    Und das wirklich schlimme ist, dass es solche Lager noch immer gibt und sie auch noch legal sind!!
    Es gibt zum Glück nicht mehr viele, die ein KZ für jüdisch-gläubige Menschen oder Kommunisten wollen, aber glaub mir, gegen ein KZ für Homosexuelle, stehen nicht mal 90 % der Schwulen auf (siehe Hamburgs Senatoren).
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#4 PrinzesschenAnonym
  • 14.06.2005, 17:58h
  • Die Idee dieser Untergrundtruppe, die Junghomos aus solchen Camps befreit, fand ich damals beim Ansehen von "... but I'm a cheerleader!" einen der besten Einfälle des ganzen Films. Mir schwant beim Lesen dieser Meldung aber, dass es eine solche Gruppe vielleicht besser wirklich geben sollte...
    Himmel, ich muss sagen, dass mir diese Meldung wie das meiste, was so aus den USA kommt, den Hals zuschnürt, mehr noch als die Unterdrückung von Homos in Gesellschaften, deren unfreier Charakter offensichtlich ist. Denn dort, im arabischen Raum besonders, ist es klar, wo der Hase läuft und dass sich dringend etwas ändern muss. Wir wissen es auch aus Osteuropa, wie uns die Meldungen der letzten Tage wieder zeigen. Es muss sich was ändern, und es wird sich was ändern.
    Aber die USA? Die werden immer mehr zur Mogelpackung. Ich weiß, dass das Land groß genug ist für diese vernagelten Hinterwäldler in der Mitte und die liberaleren Großstädte an den Küsten; es war für jemanden wie mich, der vom Land stammt, sehr schön, ein paar Tage im Village von NY zu verbringen. Ich höre auch schon das Argument, das sei ja nur ein Einzelfall. Aber an der Spitze dieses Landes stehen Hinterwäldler, die das Hinterwäldlertum fördern, und die Rednecks haben - welche Ironie - intellektuell schwer aufgerüstet. Und Zach ist k e i n Einzelfall, sonst gäbe es diese Camps ja gar nicht. Sie sind legal (allein das ist schon ein mörderischer Witz), und die gut gerüsteten Superchristen werden dafür sorgen, dass bald noch ganz andere Sachen legal werden.

    OHOH SAY CAN'T YOU SEEEEEE...
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#5 madridEUAnonym
  • 14.06.2005, 18:05h
  • @prinzesschen: Du hast mit Deinem Kommentar vorweggenommen, was wir wohl alle in dieser oder jener Form kommentieren würden. Da es mir wegen dieser Ungeheuerlichkeit ebenso den Hals zuschnürt, kann ich überhaupt gar nichts mehr sagen oder schreiben...!!
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#6 SSJ3 VegotenksAnonym
  • 14.06.2005, 18:32h
  • ich glaub mein schwein pfeift o________________________________O

    gegen was ham die amis vor etwas mehr als 60 jahren bitteschön gekämpft? richtig, gegen nazis, ss-leute, hitler, kz-aufseher, durchgeknallte wissenschaftler... warum? weil sie die freiheit damals wirklich bedrohten. das ergebnis konnte sich eigentlich sehen lassen, denn es war ein teurer DENKZETTEL allererster güte, der allen nachfolgenden generationen zeigen sollte was rassenwahn, übertriebener konservatismus sowie streben nach idealform so alles anrichten kann. der preis betrug über 50 millionen menschenleben....

    und jetzt? ALLES vergessen? so nach dem motto: "aus den augen aus dem sinn"? das was da beschrieben wird sind KZ's !!! oder gulags! oder sonst ne form von straflagern, suchts euch aus... und wofür sind damals soviele menschen gestorben? für nichts und wieder nichts? die amerikanische verfassung soll die älteste bestehende demokratische der welt sein. ok, der fakt stimmt. das demokratisch allerdings kannst du getrost umwandeln in oligarchisch -.- die verstossen laufend gegen ihre eigene verfassung... rassentrennung in den 50igern/60igern, der homohass heute, das killen der indianer... alles massenmorde/rassenwahn in seiner besten form, hitler hätte seine freude an den amis gehabt, würd der jetzt noch leben :|

    dabei kann man dem durchschnittsami leider so gut wie keinen vorwurf machen, der steckt doch in genau der gleichen lage, wie die deutschen damals unter hitler: die medien sind kontrolliert, ständig kriegen die irgendwelche parolen auf den unterschiedlichsten wegen eingepflanzt, informationen werden zensiert, in der justiz und den behörden herrscht willkür, irgendwelche fanatiker besetzen wichtige stellen im land... bravo, da drüben entsteht grad n zweites nazi-deutschland. wers nich glauben mag: die weimarer republik sah bis 1933 von aussen her noch recht gut aus, nur im innernen war die bereits seit 1930 verfault wie aas. amiland sieht atm genau so aus....

    cya v3g0
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#7 Ihr perversen Schweine!Anonym
  • 14.06.2005, 20:44h
  • Dieser Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht. Homophobe Hetze wird nicht geduldet.
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#8 PerroCGNAnonym
  • 14.06.2005, 20:46h
  • "Mir wäre es lieber, wenn ihr Selbstmord begeht anstatt Love In Action zu verlassen und zu eurer homosexuelle Lebensführung zurückzukehren" - der gehört lebenslänglich hinter Gitter - wegen Anstiftung zum (Selbst)Mord !!!
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#9 ricAnonym
  • 14.06.2005, 20:56h
  • an den über mir... ich frage mich was ihr ungebildeten möchtegern apostel auf homo seiten sucht!? gehst du heimlich deinem schwulsein nach und befriedigst dein gewissen damit, das du uns beschipfst? such dir nen doktor... und besuche in zukunft seiten die deinem niveau entsprechen...

    noch ein zitat am ende von einem ami:

    Man hat mir eine Medaille verliehen, weil ich einen Mann tötete, und mich ausgemustert, weil ich einen liebte.
    Leonard Matlovich

    irgendwie geht dieser spruch nahe...
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#10 ricAnonym
  • 14.06.2005, 20:59h
  • sorry war zu langsam meine natürlich den schreiber von "ihr preversen bla bla bla mit seinen geistig zurückgebliebenen ergüssen...
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