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Einzelkommentar zu:
Patsy, Butler, Schwarzer: Raus aus der Binnenperspektive!


#1 JustusAnonym
  • 02.09.2017, 18:04h
  • Ich muss mich dem Buch und der darin vielfach geäußerten Kritik anschließen.

    Die Gender-Forschung und die Queer-Theorie haben ganz ohne Zweifel wichtiges geleistet!! Aber sie sind gerade dabei, dieses Geleistete wieder zu zerstören, indem sie sich selbst demontieren.

    Wie immer, wenn Menschen sich sehr intensiv mit nur einem Themengebiet beschäftigen, verlieren sie irgendwann den berühmten Blick über den Tellerrand und sind in einem akademischen Elfenbeinturm gefangen, der den Bezug zur Realität verloren hat.

    Nur mal ein Beispiel:
    es gibt ja immer wieder neue Vorschläge, eine angeblich diskriminierende Sprache durch Binnen-Is, Gender-Sternchen, etc. "gendergerecht" zu machen. Aber ob jemand Frauen, Homosexuelle, Transmenschen, etc. als gleichwertig ansieht oder nicht, zeigt sich (solange man keine Schimpfwörter benutzt) nicht daran, ob jemand Gendersternchen & Co benutzt, sondern daran, wie die Leute im Kopf denken.

    Was bringt es, wenn z.B. ein Unternehmen aufgrund einer political correctness in jedem Schriftstück Gendersternchen einsetzt, aber Frauen nach wie vor für dieselbe Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer oder irgendwo die glass ceiling in der Karriereleiter ist, die Frauen nicht weiter aufsteigen lässt?!

    Und der neuste Clou ist die Idee, dass man alle Wortendungen, die irgendwie auf ein Geschlecht hinweisen können, durch ein "X" ersetzt, also z.B. ist man nicht mehr Professorin oder Professor, sondern ProfX. Hier hat mal ein Linguist das schöne Beispiel gebracht, dass man dann z.B. auch nicht mehr "Meine neue Ärztin" oder "Mein neuer Arzt" sagen darf, sondern "MeinX neuX XrztX" (alle Endungen entfernt und auch das A oder Ä, das ja auch geschlechtsanzeigend ist).

    Wer soll so schreiben oder sprechen?

    Mit solchen lächerlichen Forderungen, die kein normal denkender Mensch je umsetzen wird, macht man dann berechtigte Forderungen genauso lächerlich. Denn wer ernsthaft sowas fordert, wird dann natürlich auch nicht mehr beachtet, wenn es um wirkliche echte Diskriminierungen geht wie z.B. ungleiche Bezahlung, verhinderte Karrierechancen, abgelehnte Bewerbungen, etc.

    Manchmal hat man das Gefühl, dass die Leute, die sowas fordern, absichtlich davon ablenken wollen, dass sie dort, wo es echte Diskriminierungen gibt, absolut untätig sind.

    Ja, es gibt viel zu viel Diskriminierung, aber die beseitigt man nicht mit einer Sprachpolizei, die völlig praxisfremde Ideen hat.
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