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Vorbild für Deutschland

Sodomie und Sichtbarkeit: Die Briten machen LGBT-Geschichte mainstreamtauglich

Mit einer nie zuvor gesehenen Fülle an Ausstellungen, Theaterstücken und Büchern zelebriert die britische Kulturlandschaft die Abschaffung der Anti-Homosexuellen-Gesetze vor 50 Jahren.


Nur noch bis 1. Oktober in Tate Britain: Neben einem Porträt von Oscar Wilde hängt in der Ausstellung "Queer British Art" die Eisentür seiner Zuchthauszelle in Reading (Bild: Joe Humphrys / Tate Photography.)

Für viele ist es schon jetzt "das" Kulturereignis des Jahres – die noch bis 1. Oktober besuchbare Ausstellung "Queer British Art 1861-1967" in Londons Tate Britain. Gerade weil dieses altehrwürdige Museum neben den Houses of Parliament mit seiner legendären Sammlung britischer Kunst weltberühmt und ein Touristenmagnet allererster Güte ist, erregte die von Clare Barlow kuratierte Sonderschau viel Aufmerksamkeit. Und die in Marketing-Dingen deutlich fortschrittlicheren Briten haben die Ausstellung nicht nur mit Postern und Anzeigen überall extrem sichtbar platziert, sondern neben dem Katalog auch noch ein wunderbares kleines Buch mit dem Titel "A Queer Little History of Art" herausgegeben.

Beide Publikationen zusammen inspirierten wiederum diverse andere Verlage, ebenfalls Bücher zu queerem Leben in Großbritannien auf den Markt zu bringen, zum Beispiel Peter Ackroyds "Queer City: Gay London from the Romans to the Present Day". Dazu kam diesen Sommer eine vielbeachtete Produktion des Theaterstücks "Angels in America" am National Theatre auf der Südseite der Themse, die mit Stars wie Russel Tovey ("Looking"), Andrew Garfield ("Spiderman") und Nathan Lane ("The Producers") zum Super-Event wurde, bei dem alle Vorstellungen seit Monaten restlos ausverkauft sind. Es gab sogar eine Live-Kinoübertragung.


Berühren verboten: Gemälde aus der Ausstellung "Queer British Art" (Bild: Micha Schulze)

Nachdem dann auch noch das British Museum eine eigene queere Ausstellung mit dem Titel "Desire, Love, Identity: Exploring LGBTQ Histories" anbot und die British Library ihrerseits eine Ausstellung mit Titel "Gay UK: Love, Law and Liberty" eröffnete, kann man sagen: so viele LGBT-Großveranstaltungen gab es wohl noch nie in einer Stadt. So viel Sichtbarkeit und öffentliche Diskussion um LGBT-Geschichte auch nicht. Nirgendwo auf der Welt.

Und natürlich war bzw. ist jede einzelne Ausstellung für Zeitungen Anlass, groß darüber zu berichten. Denn: Auch wenn LGBT-Themen vielfach immer noch als "Nischenthema" gelten, so gibt der offizielle Stempel der entsprechenden Mainstream-Institutionen dieser "Nische" – aus Sicht von Mainstream-Medien – die Legitimation, die Themen aufzugreifen. Das taten nicht nur UK-Medien, sondern weltweit wurde über die Ausstellungen berichtet, besonders über die in der Tate Britain.

Man kann das vergleichen mit der Berichterstattung 2015 anlässlich der "Homosexualität_en"-Schau im Deutschen Historischen Museum, wo Zeitungen wie die "FAZ" oder die "Süddeutsche", die sonst nie etwas über vergleichbare Themen im kleinen Schwulen Museum* machen, sich plötzlich in seitenlangen Artikeln zu den exakt gleichen Punkten ausbreiteten, eben weil diese nun im respektablen DHM vorkamen. Es scheint, Journalisten brauchen solch einen offiziellen "Segen", um LGBT-Aspekte bei ihren Redaktionen durchzubekommen.

Nebenbei: Die BBC und Channel 4 sendeten im Sommer aus Anlass des Liberalisierungs-Jubiläums umfangreiche Gay-Themenreihen mit neu produzierten Dokumentationen, Kurzfilmen und Filmen, darunter den Zweiteiler "Man in an orange Shirt" nach einem Drehbuch von Patrick Gale.

Geschichte queeren Lebens von 1861 bis 1967


Den Katalog zur Ausstellung "Queer British Art" ziert ein Selbstporträt von Hannah Gluckstein alias Gluck

Der Katalog zu "Queer British Art" ist in Gestaltung und Narration konservativ im positiven Sinn. Herausgeberin Clare Barlow erzählt die Geschichte queeren Lebens von 1861 bis 1967 klar und linear. 1861 war das Jahr, in dem die Todesstrafe für Sodomie in Großbritannien abgeschafft wurde. Barlow und ihr Team greifen jeweils Einzelpunkte auf und beleuchten die gesellschaftliche und künstlerische Entwicklung: Wie konnte im jeweiligen Jahrzehnt Homoerotik dargestellt werden? Welche Symbole und Metaphern wurden verwendet, wie haben Kunstkritiker auf die Bilder reagiert?

Im Katalog sind die faszinierenden Objektbeschriftungen aus der Ausstellung noch ausführlicher wiedergegeben, allerdings wirken viele der Kunstwerke im Kleinformat nicht ganz so überwältigend wie live, etwa William Blake Richmonds XXL-Bild "The Bowlers" von 1870 mit nackten männlichen und weiblichen griechischen Göttern beim Bowling. Lady Frederick Cavendish schrieb 1871 in ihr Tagebuch über den 2,69-Meter-Ölschinken, sie könne die dort gezeigte Nacktheit "nicht wertschätzen". Egal ob's pseudo-griechische Antike sein soll oder nicht. Es galt als "unsittlich", Menschen so beim Spielen zu zeigen.

Toll ist, wie man mit den Beschreibungen der Kuratoren auf Aspekte der Bilder aufmerksam wird, die sich nicht sofort als queer erschließen. So wird beispielsweise in Bezug auf Evelyn Pickering De Morgans Bild "Aurora Triumphs" von 1877/78 erklärt, dass das Modell für die nackte erwachende Aurora die Krankenschwester Jane Hales war, die im Haus von De Morgan lebte und sich um deren Schwester kümmerte. Die Kuratoren spekulieren, ob Hales und De Morgan eine lesbische Beziehung gehabt haben könnten und weisen darauf hin, dass Hale neben Evelyn und ihrem Mann William begraben ist.

Blumenbilder als lesbische Liebeserklärung

Spannend ist auch der Hintergrund zu einem auf den ersten Blick vollkommen "unqueeren" Blumenbild von einer Künstlerin, die sich "Gluck" nannte. Gluck war liiert mit der Society-Blumendekorateurin Constance Spry und malte opulente Blumenstillleben, mit denen Zeitschriftenartikel von Spry illustriert werden konnten. Jede Blüte ist, sozusagen, eine Liebeserklärung und wurde von Eingeweihten in den Dreißigerjahren auch so verstanden. Alle anderen sahen einfach nur: Blüten.

Was im Katalog etwas anders wirkt als in der leibhaftigen Ausstellung sind die historischen Objekte, die bei einigen Kunstwerken einen Zeitkontext erstellen. Besonders eindrucksvoll war für mich eine Glasvitrine, in der die legendäre Visitenkarte des Marquess of Queensberry zu sehen ist, die er 1895 für Oscar Wilde in dessen Club abgab. Darauf steht: "For Oscar Wilde posing as somdomite [sic]." Das löste bekanntlich ein Gerichtsverfahren aus, das damit endete, dass Wilde wegen "Unzucht" zu zwei Jahren harter Zwangsarbeit verurteilt wurde.


Die Visitenkarte des Marquess of Queensberry

Viele sehen in diesem Prozess den Beginn der modernen Gay-Liberation-Bewegung. Die winzige Visitenkarte, mit der alles losging, leibhaftig zu sehen, hat etwas Überwältigendes. Direkt daneben hängt in der Tate Britain die Eisengefängnistür aus dem Zuchthaus in Reading. Die ist im Katalog auch abgebildet, aber auf dem kleinen Bild erkennt man schwerlich die Massivität der Tür. Es ist verblüffend, dass sie überhaupt aufbewahrt wurde und sich heute im National Justice Museum von Nottingham befindet. Ich würde mir wünschen, dass sie in einer Dauerausstellung zu LGBT-Geschichte – zusammen mit der Visitenkarte – irgendwo ausgestellt würde.

Von Wünschen gesprochen: Wird es in Deutschland 2019 anlässlich des 50-jährigens Jubiläums der Entschärfung des Paragrafs 175 auch eine solche Fülle von LGBT-Events in Museen, im Fernsehen, in Theatern geben, mit einer entsprechenden Fülle von Büchern? (In London lagen in jedem Museumsshop u.a. auch Ausgaben des Buchs "Homintern: How Gay Culture Liberated the Modern World" von Gregory Woods aus, ebenso "Good As You: From Prejudice to Pride – 30 Years of Gay Britain" von Paul Flynn)

Desinteresse beim Deutschen Historischen Museum


Tate Britain mit Regenbogenfahne auf dem Dach (Bild: Micha Schulze)

Nach bisherigen Verlautbarungen aus der deutschen Kulturszene sieht es eher nicht danach aus, als ob wir so etwas erwarten können. Nicht mal einen Kleinkatalog wie "A Little Gay History: Desire and Diversity Across the World", den das British Museum bereits 2013 herausgebracht hat – als Guide durch die ohnehin in der Dauerausstellung präsentierten LGBT-Objekte. Solch einen Guide könnte das Deutsche Historische Museum oder jedes andere Geschichtsmuseum in Deutschland problemlos ebenfalls anbieten, um auf die queeren Aspekte in ihren Dauerausstellungen hinzuweisen. Sie müssten dafür nicht ein einziges Objekt umhängen, sondern einfach nur eine erweiterte Erzählebene aufmachen. Aber sie tun es nicht. Aus Angst vor sogenannten "wertkonservativen" Besuchern? Aus Desinteresse? Aus Homo- und Transphobie?

Wer dies stattdessen getan hat, war das Prado-Museum in Madrid. Anlässlich des WordPride 2017 in der Stadt hat die Institution Objekte ihrer weltberühmten Sammlung auf LGBT-Relevanz abgeklopft und zirka 30 Bilder und Skulpturen unter dem Titel "La mirada del otro. Escenarios para la diferencia" neu zusammengehängt. Dazu gibt es auch einen Katalog, allerdings nur auf Spanisch. Was vielleicht erklärt, wieso dieser nicht ganz so viel internationale Aufmerksamkeit bekam wie "Queer British Art". Die Tate-Britain-Ausstellung wurde übrigens in Madrid als Vorbild genannt.

LGBT-Kunstwerke gehören zum Mainstream

Man darf gespannt sein, ob die Überfülle von LGBT-Events in London 2017 eine Ausnahme bleibt, oder ob die Kulturverantwortlichen die extrem positive Resonanz – mit entsprechenden Besucherströmen – zu einem Dauerphänomen machen werden. Jedenfalls könnte sich die deutsche Kulturszene (inklusive Buch- und TV-Welt) von den Briten hier etwas abgucken, Brexit hin oder her. Denn wie der Direktor von Tate Britain, Alex Farquharson, in seinem Vorwort zum Katalog schreibt: diese LGBT-Kunstwerke gehören "zum Mainstream der britischen Kunstgeschichte", genau wie die entsprechenden Kunstwerke in Deutschland zum Mainstream der hiesigen (Kunst-)Geschichte gehören.

Und das direkt daneben abgedruckte Vorwort von Lord Browne of Madingley, Chairman des Tate-Museums, hat etwas Tiefbewegendes, denn es ist ein öffentliches Coming-out und die Geschichte eines Mannes, der erklärt, warum er trotz der Entkriminalisierung von Homosexualität im Jahr 1967 so lange sein Schwulsein geheim hielt. Er schließt mit den Worten: "Dass wir heute eine Sammlung von queerer britischer Kunst zusammenstellen können und dieses einst als Tabu angesehene Thema unserem Publikum zeigen können, zeigt was für Fortschritte wir in den letzten 50 Jahren gemacht haben. Aber die Tatsache, dass dies die erste Ausstellung ihrer Art ist, beweist auch, dass unsere Gesellschaft LGBTQ+-Kultur noch nicht völlig akzeptiert hat. Bis sie das tut, wird Tate den Weg weisen."

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#1 ursus
  • 03.09.2017, 13:33h
  • wie schön, mit einem so optimistischen, kenntnisreichen und engagierten artikel in den sonntagnachmittag zu starten. danke dafür!

    das erwähnte büchlein "A Little Gay History: Desire and Diversity Across the World" des british museum kann ich übrigens warm empfehlen (und es kostet auch nicht die welt).
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#2 SanottheProfil
  • 03.09.2017, 13:41hRhüffel-Ostend
  • "Wird es in Deutschland 2019 anlässlich des 50-jährigens Jubiläums der Entschärfung des Paragrafs 175 auch eine solche Fülle von LGBT-Events in Museen, im Fernsehen, in Theatern geben, mit einer entsprechenden Fülle von Büchern? [...]
    Nach bisherigen Verlautbarungen aus der deutschen Kulturszene sieht es eher nicht danach aus"

    Ist doch klar. Deutschland wartet schließlich bis 2044 (50jähriges Jubiläum der ABSCHAFFUNG des Paragrafs 175).

    Wenn überhaupt.
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#3 TimonAnonym
  • 03.09.2017, 14:06h
  • Vorbildlich, wie andere Staaten ihre Geschichte immer wieder thematisieren und in den Blickpunkt rücken.

    Da könnte sich Deutschland mal eine Scheibe von abschneiden.

    Aber wenn man hier so was anregt, kommen gleich die üblichen Bedenkenträger und Homohasser und faseln was von angeblicher Kindesgefährdung und "Verletzung religiöser Gefühle". Also wenn sich Anhänger von Religionen von Liebe und der Aufarbeitung historischer Fakten verletzt fühlen, sollte man eher fragen, was an Religion schief läuft, statt andere zu zwingen, auf so was Rücksicht zu nehmen.
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#4 HoltzmannProfil
  • 03.09.2017, 14:11hBerlin
  • Deutschland hat ein Bildungsproblem, irgendwo herrscht eine Angst, sich mit Elementen der Hochkultur zu umgeben, und das gilt auch für die deutsche Lesben- und Schwulenbewegung.

    Alltagskultur ist nicht museumstauglich. Oder nur sehr begrenzt.

    Es gibt einiges in der Hochkultur, das man vorweisen kann: Platon, Josef Winkler, Thomas Mann, Jean Genet, und so weiter. Da kann man seitenlange Listen erstellen und sie einem schwulen jungen Mann in die Hand drücken.

    Das wurde aber nicht getan, sondern jahrzehntelang verlacht und als Feierabendbeschäftigung von "Homophilen" verachtet.

    Man wird sich also etwas umorientieren müssen, wenn man solche Ausstellungen, Publikationen und Events auch in Deutschland haben möchte.

    Und man sollte auch im Blick behalten wie man solche Dinge für Heterosexuelle interessant und spannend darstellen kann, denn das ist durchaus möglich. Es lesen ja nicht nur Schwule Platon und Jean Genet.

    Schöner Artikel jedenfalls. Besten Dank dafür.
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#5 SanottheProfil
  • 03.09.2017, 14:40hRhüffel-Ostend
  • Antwort auf #4 von Holtzmann
  • Dass Du als in Deutschland lebender Schweizer nichts von Deutschland hältst, haben wir inzwischen reichlich um die Ohren gehauen bekommen. Trotzdem scheint es ja irgendeinen Grund dafür zu geben, dass Du in Deutschland lebst.

    Was Du von Dir selbst hältst, durften wir eindrucksvoll hier nachlesen:

    www.queer.de/detail.php?article_id=29580&antwort_zeigen=
    ja#cc471634


    Offenbar bist Du super muskulös und super intelligent. Herzlichen Glückwunsch.

    Hier nur zwei kurze Entgegnungen zu Deinem aktuellen Kommentar:

    "Alltagskultur ist nicht museumstauglich. Oder nur sehr begrenzt."

    Das dürften sehr viele Museumskenner_innen durchaus anders sehen.

    "Deutschland hat ein Bildungsproblem, irgendwo herrscht eine Angst, sich mit Elementen der Hochkultur zu umgeben, [...]
    Es gibt einiges in der Hochkultur, das man vorweisen kann: Platon, [...], Jean Genet, und so weiter."

    Dass Du eine ganz besondere Vorliebe für Platon zu haben scheinst, wissen wir ja nun. Interessant wäre für mich, zu erfahren, inwieweit er und Jean Genet nun ausgerechnet zur spezifisch "deutschen Hochkultur" zählen würden.

    Aber vielleicht habe ich Dummchen Dich da ja einfach nur völlig falsch verstanden.

    Was mir jedenfalls unglaublich aufstößt, ist Deine mega-elitäre Attitüde, die in Deinen bisherigen Kommentaren stets darin gipfelt, dass in Deutschland ja alles Scheisse ist.

    Das ginge auch anders, wenn man mal vom hohen Ross der vermeintlichen totalen eigenen Überlegenheit herabstiege.
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#6 Holtzmann FanAnonym
  • 03.09.2017, 14:54h
  • Antwort auf #4 von Holtzmann
  • Ich finden Beitrag super! Mehr davon, bitte!

    Laß Dich bloß nicht von den miesespetrigen Deutschen hier unterkriegen! Die können es nicht ertragen, wenn man ihnen als Ausländer mal den Spiegel vorhält, das habe ich schon oft genug am eigenen Leib erfahren! Da kommen bei denen dann sofort die "Beissreflexe".

    Egal ob in Mexiko oder in Portugal, überall auf der Welt laufen Leute mit Kant, Nietzsche und Schiller unter dem Arm herum. Nur in Deutschland selber ist das Pfui und man muss so tun, als ob man es gerade mal schafft, einen Krimi zu lesen oder so. Arme schwule Welt!
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#7 SanottheProfil
  • 03.09.2017, 15:12hRhüffel-Ostend
  • Antwort auf #6 von Holtzmann Fan
  • Konstruktive Kritik sieht anders aus.

    Zum Beispiel möchte der feine Herr schlichtweg nicht, dass das Mannschaft-Magazin eine Deutschland-Ausgabe gründet.

    Das ist wohl doch zu viel Hochkultur für Deutschland - zumal, wenn die Schweiz ihre solche mit Deutschland teilen soll - die Deutschen sollen gefälligst ihren eigenen Dreck machen - oder wie darf ich diesen Kommentar sonst übersetzen?

    www.queer.de/detail.php?article_id=29580&antwort_zeigen=
    ja#cc471453


    Ja, was jetzt? Soll sich Deutschland jetzt mit Hochkultur wie Platon und der Schweizer (!) Ausgabe des Mannschaft Magazins auseinandersetzen, oder doch nicht?

    Bisher gesammelter Eindruck der Attitüde:
    Ihr seid Scheisse - wir sind toll. Aber Ihr bekommt nichts ab. Ätsch!

    Unglaublich erwachsen, das.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Kevin98Anonym
#9 SanottheProfil
  • 03.09.2017, 15:50hRhüffel-Ostend
  • Antwort auf #8 von Kevin98
  • Es gibt in der Tat ein paar wenige User_innen hier, die bedachte Kommentare von sich geben. Welche mit Tiefgang. Diese Menschen zeichnen sich vor allem durch eigene Zurückhaltung und Bescheidenheit aus.

    Die Kommentare unseres neuen Freundes hier strotzen jedoch derart vor Selbstgefälligkeit, dass ihm da auch mal jemand querschießen muss, bevor das hier zur neuen Regel wird.

    Da kann er noch so muskulös sein... selbstherrlich bleibt selbstherrlich. Auf mich wirkt das jedenfalls extrem abstoßend.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 AightgenosseAnonym
  • 03.09.2017, 15:55h
  • Antwort auf #4 von Holtzmann
  • Heinrich Hössli war einer der ersten, wenn nicht der erste Kämpfer für Schwulerechte im deutschsprachigen Raum.

    de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_H%C3%B6ssli

    Aber: Hössli war kein Deutscher. Nanu? Was war der denn dann? Österreicher? Nein. Belgier? No. Däne vielleicht? Njet.

    Er war: Eidgenosse.

    Und sein Buch, wie hiess das noch gleich? "Die besten TV-Romanzen"? Oder vielleicht "Trash 2000"? Oder war es "Die schönsten Hits von Mireille Mathieu"? Nein.

    Es hiess: Eros. Die Männerliebe der Griechen.

    So lebt der Geist der Antike in der Schweiz! Und so wurde die Schweizerische Eidgenossenschaft auch die Geburtsstätte für die Schwulenbewegung!

    "In seinem Werk versuchte Hössli den Beweis zu erbringen, dass der Eros zwischen Personen des gleichen Geschlechts eine reine, unwandelbare, sittlich hochstehende und göttliche Naturerscheinung ist."

    de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_H%C3%B6ssli#Der_Eros

    Und das ist nicht als Witz gemeint, oder als rhetorischer Kniff, oder als "Theorie".

    Das ist wirklich todernst so gemeint wie es da steht.
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