Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?29608

Polizeibericht

Berlin: Mann im Tiergarten gefesselt und homophob beleidigt

Der 31-Jährige konnte sich erst nach 90 Minuten befreien und die Polizei rufen.


Die Berliner Polizei verzeichnet in ihren Berichten penibel mögliche homo- oder transphobe Motivationen von Taten. Viele andere Städte tun dies nicht oder nicht in diesem Ausmaß. (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

In Berlin ist am Sonntagabend gegen 23.30 Uhr ein Mann von zwei Unbekannten im Großen Tiergarten gefesselt, geschlagen und homophob beleidigt worden. Wie die Polizei berichtet, sei der 31-Jährige unter dem Vorwand eines Treffens mit Cousins in den Bereich des Großen Tiergartens gelockt worden.

Der Mann zeigte den Beamten später an, dass er von zwei Männern geknebelt und anschließend an einen Baum gefesselt worden sein soll. Die Täter hätten ihn dann beleidigt, gegen die Schulter geschlagen und getreten. Anschließend soll das Duo ihn an dem Baum gefesselt zurückgelassen und sich in Richtung Straße des 17. Juni entfernt haben.

Erst nach anderthalb Stunden habe der 31-Jährige sich von den Fesseln befreien und nach Hilfe rufen können. Er kam mit Verletzungen an Schulter und Oberschenkel zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus.

LKA ermittelt

Wie in Fällen möglicher Hasskriminalität in Berlin üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Die Polizei und Staatsanwaltschaft besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Berlin gehört zu wenigen Städten, in denen die Polizei mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt in ihren Berichten erwähnt. Laut ihrer vorläufigen Statistik wurden 2016 insgesamt 162 Delikte im Bereich "sexuelle Orientierung" gemeldet, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). In der Gesamtschau sei kein besonderer Grund für den Anstieg im letzten Jahr auszumachen, so die Polizei, auch eine gestiegene Anzeigebereitschaft spiele in die Statistik mit herein. Bundesweit hatte es ebenfalls einen Anstieg von gemeldeten Fällen homophob motivierter Taten gegeben, die Zahlen besitzen aber u.a. aufgrund unterschiedlicher Rückmeldungen der einzelnen Bundesländer nur bedingt eine Aussagekraft (queer.de berichtete).



#1 Patroklos
  • 04.09.2017, 11:05h
  • In Berlin häufen sich also mal wieder homophobe Übergriffe, nachdem einige Zeit Ruhe war.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDadProfil
  • 04.09.2017, 11:13hHannover
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • "" nachdem einige Zeit Ruhe war.""..

    Um es Dir noch einmal klar und deutlich zu schreiben :
    Es darf bezweifelt werden das ""einige Zeit Ruhe"" herrschte, bloß weil es zwischenzeitlich nicht zu Anzeigen kam !
  • Antworten » | Direktlink »
#3 schwarzerkater
  • 04.09.2017, 11:45h
  • die "männer" waren zwischen 16 und 80 jahren alt, eindeutig bekleidet, etwa 155cm bis 215cm groß, hatten glatzen bis schulterlanges haar, die haarfarbe ungefähr von weizenblond bis zu kohlrabenschwarz.
    wer kennt diese beiden "männer"?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 burgerbergProfil
#5 Sven100Anonym
  • 04.09.2017, 17:30h
  • Antwort auf #4 von burgerberg
  • "Es habe sich möglicherweise um entfernte Familienangehörige gehandelt, die seine Homosexualität ablehnen."

    Was sind das für Familien, die einen Familienangehörigen wegen seiner Homosexualität foltern und misshandeln?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 burgerbergProfil
  • 04.09.2017, 18:20hberlin
  • Antwort auf #5 von Sven100
  • Was soll ich zu dieser Frage sagen? - In muslimischen Familien sind schwule Söhne eine Katastrophe/Schande - bzw. die Familie wird geächtet und verliert ihr Ansehen! Die Familienbande ist aber so ausgeprägt, dass die weitere Verwandtschaft sich um die Abwendung der Schande kümmert!

    Es gibt nicht nur den Ehrenmord bei muslimischen Frauen, sondern auch bei Männern! Allerdings ist dies in westlichen Ländern nicht so oft zu beobachten, da die Homosexuellen sich aus dem Familienverband lösen können und in unserer freiheitlich-demokratischen finden diese Menschen einen Anschluss zu anderen Homosexuellen! Für die Familie ist dieser Sohn dann gestorben!

    Ein Artikel über den Spießrutenlauf eines homosexuellen Jungen in einer libanesischen Familie!

    www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/entfuehrung-des-sc
    hwulen-sohnes-geldstrafen-fuer-vater-und-onkel-im-nasser-pro
    zess/11493900.html
  • Antworten » | Direktlink »
#7 schwarzerkater
  • 04.09.2017, 20:52h
  • Antwort auf #5 von Sven100
  • "Was sind das für Familien, die einen Familienangehörigen wegen seiner Homosexualität foltern und misshandeln?"
    in moldawien, 98% orthodoxe laut wikipedia, und vielen anderen ländern auf dem balkan, gilt homosexualität eher als makel und schande.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 ThorinAnonym
#10 Wie lange nochAnonym
  • 05.09.2017, 11:05h
  • Was muss noch alles passieren, ehe die Politik endlich aufwacht und etwas unternimmt?!

    Es muss nach der Eheöffnung endlich die volle rechtliche Gleichstellung inkl. lückenlosem Diskriminierungsschutz, Reform des Transsexuellengesetzes, Verbot von Konversionstherapien, etc. geben.

    Und vor allem muss es auch endlich mehr Aufklärung und Förderung von Vielfalt an Schulen geben.
  • Antworten » | Direktlink »