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Vergabe in Warschau

Heiko Maas erhält Tolerantia-Preis 2017

Der Bundesjustizminister wird für sein Engagement für die Rehabilitierung von schwulen Justizopfern in Deutschland mit der europäische Toleranz-Auszeichnung geehrt.


Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kann den Preis im kommenden Monat in Warschau entgegennehmen (Bild: Wiki Commons / Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0)

Bundesjustiziminister Heiko Maas wird dieses Jahr mit dem deutschen Tolerantia-Preis ausgezeichnet. Das hat die Berliner LGBTI-Organisation Maneo am Montag bekannt gegeben. Maas wird geehrt, weil er die in diesem Jahr beschlossene Rehabilitierung und Entschädigung von Opfern des Antischwulenparagrafen 175 auf den Weg gebracht hatte (queer.de berichtete). Der Preis wird am 20. Oktober in Warschau verliehen.

"Heiko Maas hat 2014 als erster deutscher Bundesjustizminister eine klare Sprache gefunden, als er erklärte, der deutsche Staat habe mit dem erst vor zwanzig Jahren ersatzlos gestrichenen Paragrafen 175 StGB 'große Schuld auf sich geladen'", heißt es in der Begründung für die Auszeichnung. Der saarländische Sozialdemokrat habe sich nicht gescheut einzugestehen, dass auch ein Rechtsstaat im Unrecht sein könne. Diese "klare Haltung" habe die Juroren beeindruckt.

Im vergangenen Jahr waren die Evangelischen Landeskirchen von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, von Hessen und Nassau sowie des Rheinlandes mit dem deutschen Preis ausgezeichnet worden (queer.de berichtete). Damit hatte Maneo den "mutigen und beispielhaften Weg" der Landeskirchen zur Beendigung der Diskriminierung von Schwulen und Lesben geehrt.

Mit den seit 2006 regelmäßig vergebenen Tolerantia-Preisen wird das Engagement für demokratische Prinzipien wie Gleichberechtigung, Solidarität, gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz sowie gegen Homophobie, Rassismus und gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im eigenen Land, in Europa und darüber hinaus gewürdigt. Neben Maneo beteiligen sich SOS Homophobie (Frankreich), Lambda-Warszawa und Kampania Przeciw Homofobii (Polen), The Rainbow Project (Nordirland) und erstmals Pink Cross (Schweiz) an der Vergabe des Preises.

Fünf weitere Personen erhalten den Tolerantia Award

Neben Maas wurden am Montag auch Preisträger aus den anderen beteiligten Ländern verkündet: Den französischen Preis erhalten Stéphane Corbin, Sänger und Komponist, sowie die Sängerin, Komikerin und Schauspielerin Océane Rosemarie. Beide hätten sich in ihrer Arbeit gegen LGBTI-Feindlichkeit engagiert.

Mit dem polnischen Preis wird Elżbieta Szczęsna geehrt, die Gründerin und Ehrenvorsitzende der Vereinigung von Familien und Freunden von LGBT "Akceptacja" (Akzeptanz). Szczęsna war bereits 2013 mit dem Berliner Respektpreis ausgezeichnet worden (queer.de berichtete).

In Nordirland wird Pfarrer Chris Hudson von der "All Souls Non-Subscribing Presbyterian Church" aus Süd-Belfast geehrt. Er setze sich seit 15 Jahren für die Sichtbarkeit von LGBTI ein.

Außerdem erhält Alan David Sangines den schweizerischen Preis. Der 30-jährige Zürcher Stadtrat engagiere sich vorbildlich in der Flüchtlingsarbeit. "Häufig waren hitzige Debatten und Gegenreaktionen die Folge, die er furchtlos zu überwinden bewies", erklärte Pink Cross. (dk)



#2 la_passanteAnonym
#3 Patroklos
#4 OrthogonalfrontAnonym
#5 Homonklin44Profil
  • 06.09.2017, 02:10hTauroa Point
  • Herzlichen Glückwunsch!

    Vielleicht als Nächstes noch mal die "Verjährungsfristen" bei sex. Missbrauch unter den Hammer bringen. Der Dank etlicher Betroffener, die erst nach Jahrzehnten imstande sind, zu einer genügend gefestigten Selbstsituation zu finden, um sich über Erfahrenes erst äußern zu können, wäre Ihnen gewiss.

    Gibt noch viel Arbeit.
    -Selbstbestimmung intersexuell geborener Kinder
    -Zwangsbeschneidungen im "Urlaub" kriminalisieren
    -Gleichwürdigkeit bei Trans*Relevanz
    - Entpathologisierung bei Trans*Relevanz.
    LGBTIQ-Flüchtlinge aus Staaten mit "Reisewarnung" nicht abschiebbar auszeichnen (da kontradikte Aktion)
    -Entschädigung der durch Pathologisierung/Psychiatrisierung oder Kriminalisierung aufgrund ihrer Wesensmerkmale betroffenen Trans*- als auch jener interesexueller Personen.
    -Entpathologisierung der "harmlosen" Fetischsexualität.
    Liste fortführbar.
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