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Eine Hälfte von "Fantasy"

Seit fünf Jahren verpartnert: Schlagerstar Fredi Malinowski outet sich

Ein Paukenschlag in der deutschen Schlagerszene: Fredi Malinkowski vom Duo "Fantasy" erzählt in einem neuen Buch, dass er auf Männer steht.


Fredi Malinowski, der seit zwei Jahrzehnten die Schlagerszene aufmischt, spricht erstmals über seine sexuelle Orientierung

Pünktlich zum 20-jährigen Bühnenjubiläum seiner Band "Fantasy" outet sich Schlagerstar Fredi Malinowski. In der Band-Autobiografie "Fantasy: Keine Lügen – Für unseren Traum riskierten wir (fast) alles", die am Donnerstag erscheint, spricht er erstmals über seinen ersten Sex mit einem Mann. Außerdem berichtet er über seinen Liebsten, mit dem er bereits seit fünf Jahren in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zusammenlebt.

Der 46-Jährige erzählt in dem Buch offen davon, wie er sich 2006 nach 15 Jahren Ehe von seiner Frau Silke getrennt hat – die beiden hatten drei gemeinsame Kinder, die inzwischen erwachsen sind. Einer von ihnen, Sandro, ist inzwischen ebenfalls ein erfolgreicher Schlagersänger, der sich mit seinem ersten Album bereits in den deutschen Top-Ten platzieren konnte.

"Ich hatte Angst vor sexuellen Praktiken und Panik, mich mit Aids anzustecken"

Ein Jahr nach der Trennung von seiner Frau habe er erstmals sexuelle Erfahrungen mit einem Mann gesammelt, berichtet Malinkowski. "Dieser Mann berührte meine Seele. Irgendwann wollte er mich auf den Mund küssen – und ich ließ es zu. Ich fühlte mich ganz sonderbar, nachdem ich mein Leben lang nur Frauen geküsst hatte", so der Schlagerstar. "Wir machten Petting, fassten uns überall an. Aber so richtig Sex hatten wir nie. Ich hatte Angst vor sexuellen Praktiken und Panik, mich mit Aids anzustecken. Anderthalb Jahre lief das so."


Fredi Malinowski (li.), hier in einem "Fantasy"-Pressefoto mit seinem Gesangspartner Martin Hein, versteckt sich nicht mehr (Bild: Andreas Richter)

Im Jahr 2008 habe er schließlich seine große Liebe Dean getroffen – an einem Strand in seinem Geburtsland Kroatien. Sein neuer Partner sei wie er ebenfalls zuvor mit einer Frau verheiratet gewesen – er habe zwei inzwischen erwachsene Kinder.

"Der erste Sex mit Dean war unbeschreiblich"

Auch sexuell habe es gefunkt; immerhin sei Dean sein erstes Mal mit einem Mann gewesen: "Der erste Sex mit Dean war unbeschreiblich. Ich kannte Männer-Sex ja bislang nur aus Pornofilmen, aber alles geschah wie von selbst. Wir sind selbstverständlich miteinander umgegangen, ohne Hemmungen, ohne Scheu", so Malinkowski.

2010 hätten sich dann beide Männer von ihren Ehefrauen scheiden lassen, 2012 seien sie in Deutschland eine Lebenspartnerschaft eingegangen. "Ich fand es total lustig, da es für mich natürlich ungewohnt war, mit einem Mann den Bund fürs Leben einzugehen. Wir trugen weiße Anzüge und sahen aus wie zwei Chefkellner auf dem ZDF-Traumschiff", erinnert sich der Schlagersänger.

"Fantasy" brachte erst im April das neueste Album "Bonnie & Clyde" heraus (queer.de berichtete). Das Duo, dem neben Malinkowski auch der gelernte Konstruktionsmechaniker Martin Hein angehört, verkaufte im Lauf seiner Karriere mehr als eine Million Tonträger. Die Studioalben "Eine Nacht im Paradies" und "Freudensprünge" erreichten jeweils Platz eins der deutschen und der österreichischen Charts. In Florian Silbereisens Sendung "Feste der Volksmusik" erhielten die beiden dieses Jahr als "Duo des Jahres" den Preis "Die Eins der Besten". (dk)

Direktlink | In diesem Jahr veröffentlichte "Fantasy" den Hit "Bonnie und Clyde"



#1 schwarzerkater
  • 04.09.2017, 20:41h
  • warum paukenschlag in der deutschen schlagerszene? patrick lindner ist doch auch längst geoutet. ach ja, sein buch ist erschienen und bisschen werbung schadet nie.
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#2 hugo1970Profil
#3 Patroklos
  • 04.09.2017, 23:04h
  • Glückwunsch zum Coming-Out und ich bin sicher, daß es in der Schlager- und Volksmusikszene noch einige schwule und bisexuelle Künstler gibt, welche sich noch im Schrank befinden und nun endlich mal den Mumm haben sollten, es Fredi Malinowski, der mit gutem Beispiel vorangegangen ist, gleichzutun.
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#4 JohannbAnonym
#5 ArachibutyrophobistAnonym
  • 05.09.2017, 09:02h
  • Antwort auf #3 von Patroklos
  • Ich find' es treffender, wenn sich Heteros "in der Schlager- und Volksmusikszene" outen. ;-) Und nicht nur da. Mag es im künstlerischen Bereich (Theater, Film, Showbusiness, bildende Kunst und was weiß ich noch wo...) sicher mehr Schwule und Lesben geben als in anderen Bereichen. Definitiv wird ein Outing von Künstlern anders akzeptiert als das eines Arztes, Büroangestellten und vielleicht auch Fußballers.
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#6 MarkHBAnonym
#7 ArachibutyrophobistAnonym
  • 05.09.2017, 11:12h
  • Antwort auf #6 von MarkHB
  • Ich hab' den "Paukenschlag" auch nicht gehört. ;-) Will sagen: Mir persönlich ist es egal. Aber typisch Medien: Ständig übertreiben.

    Wie in einem anderen Artikel (Todesfall von Pornostars) schon erwähnt, berührt mich ein Outing Prominenter auch nur mehr oder weniger. Und mit ein bisschen gesundem Menschenverstand und offenen Augen "weiß" man schon wer queer einzuordnen ist. Ganz gleich ob prominent oder nicht.
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#8 hugo1970Profil
#9 hugo1970Profil
#10 wiking77
  • 09.09.2017, 16:59h
  • ich kann damit überhaupt nichts anfangen... Aber Geschmäcker sind nun mal wie Ohrfeigen ... verschieden.

    Der gute Patrick Lindner hatte ja schon ziemlich lange sein Outing. Daran ist nix neues. Irgendwann wird auch Helene Fischers heißes Silbereisen seine confessio machen.
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