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Richter: Herabwürdigende Hetze

Betreiber von "kreuz.net"-Klon verurteilt

Ein homophober Burschenschaftler erhielt vom Wiener Landesgericht eine Bewährungsstrafe.


Verurteilungen wegen Hetze gegen Homosexuelle sind in deutschsprachigen Ländern eher selten (Bild: Montage aus Screenshot, Bild Hans Splinter / flickr)

Eine inoffizielle Nachfolgeseite des rechtskatholischen Hetzmagazins kreuz.net hat am Dienstag zu einer Haftstrafe auf Bewährung geführt: Das Wiener Landgericht verurteilte den Betreiber in erster Instanz und noch nicht rechtskräftig zu einer viermonatigen ausgesetzten Haftstrafe mit einer Bewährungsfrist von drei Jahren.

Der Burschenschatler musste sich wegen Volksverhetzung verantworten, nachdem er ein in Optik und Stil an kreuz.net erinnerndes Portal unter den Adressen kreuz-net.at und kreuz-net.info betrieben hatte. Konrekt ging es um einen Text, in dem ein Autor Schwule als "Homo-Unzüchtler" bezeichnet hatte. Außerdem habe er angeführt, dass Syphilis eine "Strafe Gottes" sei.

Ob der Angeklagte die Texte selbst verfasste, wollte er vor Gericht nicht angeben. Medienberichten zufolge betonte sein Anwalt, die Aussagen seien pointiert, aber nicht strafbar. So sei "Gottes Strafe" gemäß katholischer Moraltheologie die Konsequenz für schwere Sünden. Und im "katholischem Zusammenhang" sei Unzucht "ein theologischer Begriff, der ein schweres sündhaftes Verhalten bedeutet, nämlich Geschlechtsverkehr außerhalb des Sakraments der Ehe". "Homo" sei dem Begriff "nur um zu präzisieren" vorangestellt worden, ergänzte der Angeklagte.

Richter beklagt Herabwürdigung

Laut kurier.at sah Richter Gerald Wagner in dem Text hingegen ein "entwürdigendes Herabmachen von homosexuellen Männern". Zum Angeklagten meinte er: "Wenn Sie das nicht sehen, dass das herabwürdigend ist, und wenn Sie nicht verstehen, dass der Staat diese Gruppe davor schützen muss, bleibt nichts anderes übrig, als Sie zu verurteilten."

Zum Start der Seite Anfang 2013 war in inzwischen nicht mehr verfügbaren Texten u.a. von "Schwuchtelmessen" in London, von "Aids-Schleudern" oder einer "Gaystapo" die Rede (queer.de berichtete). Die Seite war nach wenigen Tagen wieder offline (queer.de berichtete) und regte das Interesse vom österreichischen und deutschen Verfassungsschutz, ist seit einigen Monaten aber teilweise mit anderen Inhalten wieder online.

Seite ging kurz nach kreuz.net-Abschaltung vom Netz

Die Vorbildseite kreuz.net war zwischen 2004 und 2012 von Unbekannten betrieben worden und hetzte jahrelang gegen Homosexuelle, aber auch gegen Juden, Frauen und Christen, die nach Ansicht der Autoren zu weltlich waren. Die Website mit Überschriften wie "Onanie grenzt an Homo-Perversion" und "Die Homo-Sturmabteilung marschiert" wurde durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Deutschland indiziert. Im Jahr 2012 wurden schließlich auch Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen die anonymen Betreiber aufgenommen.


kreuz.net hatte es mit seiner Hetze zu weit getrieben

Im Dezember 2012 wurde kreuz.net schließlich abgeschaltet, nachdem ein Artikel zum Tod von Dirk Bach zu erheblicher Empörung und eine Initiative des Bruno-Gmünder-Verlags zur Identifizierung der Hintermänner geführt hatte (queer.de berichtete). Im Zuge der verstärkten Ermittlungen kam es u.a. zu Hausdurchsuchungen in Österreich bei zwei Priestern, die auch für das Portal gloria.tv arbeiteten. Derzeit scheinen Autoren der früheren Hetzseite u.a. beim Portal katholisches.info involviert zu sein. (nb)



#1 Patroklos
  • 05.09.2017, 21:34h
  • Das ist ein beschämendes Urteil! Hier wäre auf alle Fälle eine Haftstrafe OHNE Bewährung gerechter und glaubwürdiger gewesen!
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#2 GeorgFalkenhagenProfil
  • 05.09.2017, 21:48hBremen
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • Da bin ich anderer Meinung, Euer Ehren. Weil ich auch als Schwuler strammer Humanist bin.

    Außerdem bin ich der Meinung, dass man einen Klon als "Clown" gut ertragen kann, wenn dem Verursacher der Hetze durch einen weltlichen Richter zunächst die "gelbe Karte" gezeigt wird.

    Falls Religioten sich dann nicht "bewähren" bzw. besinnen, kriegen die dann schon noch rechtzeitig vom Schiri die ROTE KARTE gezeigt! Wetten?
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#3 Patroklos
  • 05.09.2017, 21:53h
  • Antwort auf #2 von GeorgFalkenhagen
  • Apropos Humanist: bei den Bundestagswahlen tritt in diesem Jahr die Partei "Die Humanisten" an, die sich für LGBTI-Rechte einsetzen und werde diese - auch wenn es sich um eine der "kleinen Parteien" handelt - voraussichtlich am 24. September 2017 meine Stimme geben.
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#4 Tommy0607Profil
  • 05.09.2017, 22:52hEtzbach
  • Gute Entscheidung!
    Manchmal muss man sich als Christ für solche "Christen " sich schämen .
    Ein Mensch der nicht menschlich denkt , ist nicht gläubig .
    Egal welche Religion man hat .
    So ein Mensch ist eine Schande für die Spezies Mensch !
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#5 Homonklin44Profil
  • 05.09.2017, 23:45hTauroa Point
  • Wenn der Knilchendiener jetzt 3 Jahre lang untätig bleiben muss, wird das digitale Goschn halten zum Geduldsspiel für ihn. Wahrscheinlich wird er seinen hetzerischen Arm verlängern, und sich einige "Ghouls" abrichten, um seinen hasserfüllten Dreck aus einer anderen Richtung neu abzusondern.
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#6 schwarzerkater
  • 06.09.2017, 07:14h
  • Was ist wohl alles im Leben dieses "Burschenschaftlers" schief gelaufen, damit er so eine Seite erstellt und betreibt? Das ist nicht direkt ein "Hobby", welches Freunde und Zufriedenheit ins eigene Privatleben bringt.
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#7 MarekAnonym
  • 06.09.2017, 09:49h
  • Solche Hetzer kann man gar nicht hart genug bestrafen.

    Aber man muss auch dafür sorgen, solche Hetzseiten in Zukunft sperren / löschen zu können. Es kann nicht sein, dass online Dinge erlaubt sind, die offline verboten sind.
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#8 mascheAnonym
  • 06.09.2017, 22:50h
  • Ich hätte da noch so einen Kandidaten:

    175stgb.wordpress.com/

    Leider hat sich wordpress.com nicht zuständig gefühlt, da sie ihre Nutzungsbestimmungen nicht verletzt sehen. Zumindest ist hier seit zwei Tagen keine neue Hetze hinzugekommen.
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