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Pille zum Schutz von HIV

Studie: PrEP auch für schwule Jugendliche geeignet

Die vorbeugende Pille gegen HIV hilft auch 15- bis 17-Jährigen. Allerdings gibt es in dieser Gruppe Probleme mit der regelmäßigen Einnahme des Medikamentes.


Das PrEP-Mittel Truvada enthält die Wirkstoffe Tenofovir und Emtricitabin

Eine neue amerikanische Studie kommt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zu dem Ergebnis, dass die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) auch für minderjährige Bisexuelle und Schwule geeignet sei. Laut Studienautorin Sybil Hosek, einer klinischen Psychologin und HIV-Forscherin aus Chicago, werde die Pille zur Vorbeugung einer HIV-Infektion auch von Jugendlichen gut vertragen und biete bei richtiger Einnahme einen guten Schutz.

In ihrer Studie beobachtete Hosek 78 zum Studienbeginn HIV-negative Jungs im Alter von 15 bis 17 Jahren aus sechs amerikanischen Städten, die allesamt über risikoreichen Sex mit anderen Männern berichteten. Sie erhielten rund ein Jahr lang PrEP-Medikamente und Beratung. Gegen Ende der Studie hätten noch 47 Jugendliche daran teilgenommen.

Laut Hosek hätten die Jugendlichen wegen der Einnahme der Pille nicht risikoreicheren Sex gehabt, wie es von PrEP-Kritikern oft gemutmaßt wird. Es habe auch keine Klagen über Nebenwirkungen gegeben. Daher laute das Fazit der Forscherin: "Ich hoffe, dass Ärzte in Zukunft mehr Mut haben, die PrEP auch Heranwachsenden anzubieten."

Drei HIV-Fälle bei Teilnehmern

Während der Studie hätten sich drei Teilnehmer mit HIV angesteckt. Blutproben hätten aber gezeigt, dass dies daran liege, dass die Jugendlichen die Medikamente nicht wie vorgeschrieben täglich eingenommen hätten, sondern weniger als zwei Mal pro Woche. Hosek erklärte, sie sei sich sicher, dass sich ohne die PrEP-Einnahme weitere Teilnehmer mit HIV infiziert hätten.

Hosek erklärte weiter, die größte Gefahr für Jugendliche, die PrEP einnehmen würden, sei falsche oder zu seltene Einnahme des Medikaments. So hätte sie nach einem Test nach drei Wochen bei praktisch allen Teilnehmern den Wirkstoff in ausreichender Menge im Blut feststellen können; als sie nach knapp einem Jahr die Teilnehmer erneut testete, konnte die tägliche Einnahme nur bei einem Sechstel der Teilnehmer nachgewiesen werden. Daher sei es notwendig, die Jugendlichen regelmäßig persönlich zu betreuen, damit sie die Medikamente wie vorgeschrieben einnehmen.

In den USA ist die PrEP seit 2012 zugelassen worden, Europa folgte erst im Jahr 2016 (queer.de berichtete). Laut Studien senkt die regelmäßige Einnahme das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, praktisch auf Null (queer.de berichtete).

In der ganzen Welt gibt es teils heftige Debatten um die Pille, was auch mit den augenblicklich hohen Kosten zusammenhängt. Die Anwendung schlägt hierzulande mit derzeit rund 800 Euro pro Monat zu Buche, Krankenkassen übernehmen die Kosten bislang nicht. Mehrere Länder haben aber zuletzt angekündigt, die Pille über das nationale Gesundheitssystem an Menschen mit hohem Risiko einer HIV-Infektion kostenlos abzugeben, darunter etwa England, Belgien und Norwegen. (dk)



#1 SanottheProfil
  • 06.09.2017, 16:32hRhüffel-Ostend
  • Ich warte jetzt nur noch auf den Begriff "Frühsexualisierung" auch in diesem Zusammenhang. ;-)
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#2 FaktenAnonym
  • 06.09.2017, 16:55h
  • Inzwischen sind in Deutschland auch die bisher üblichen Kosten gefallen. Während eine 30er-Packung Truvada noch mindestens 780 Euro kostet, ist das Medikament als Generikum bereits für ca. 520 Euro zu bekommen (z.B. Hersteller Zentiva, betapharm).

    bit.ly/2gNppyT

    Von der Aussage, dass die Schwierigkeiten deshalb so hoch sind, weil das Medikament noch "800 Euro" kostet, können wir also langsam abkommen, auch wenn selbstverständlich weiter stark sinkende Preise im Generikabereich wünschenswert (aber auch zu erwarten) sind.

    Übrigens gehört auch Schweden zu den Ländern, die die PrEP nun weitgehend über "Kasse" finanzieren:

    www.queer.de/detail.php?article_id=29566
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#3 SchnarchAnonym
  • 06.09.2017, 18:03h
  • Bitte jetzt hier die üblichen faktenresistenten, moralinsauren, hundertfach gehörten und widerlegten Verurteilungen und Angstvorstellungen abwerfen.

    Die Kostenübernahme wird trotzdem nur eine Frage der Zeit sein. Und das ist gut so.
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#4 alkiberndAnonym
  • 06.09.2017, 19:03h
  • Antwort auf #3 von Schnarch
  • Jugendlichen einer Studie zu unterziehen, in dem "mal geschaut" wird , ob denn die Compliance bei PreP stimmt, obwohl jeder weiß, dass es selbst in der HIV-Therapie große Schwierigkeiten damit gibt , dass Menschen ihre Tabletten regelmäßig nehmen

    Dass die Probanden offenbar nicht über die Möglichkeiten von safer sex informiert wurden oder ihnen eine psychologische Begleitung zu Beginn ihrer sexuellen Karriere angeboten wurde, ist gelinde gesagt unethisch. 3 Infizierte junge Menschen sind der Kollateralschaden dieses ungeheuerlichen "Forschungsdesigns" . Schande !

    Ich hoffe, dass sich die einschlägigen berufsständischen Organisationen damit beschäftigen werden .

    Im übrigen zeigt das Ergebnis - sieht man von Zufallseinflüssen ab- dass die Quote der Neuinfektionen höher ist als bei der Safer Sex-Strategie. PreP ist als allgemeine Strategie zur Verhinderung von Infektionen ein falscher und gefährlicher Weg, gerade weil die fehlende Compliance angesichts der gravierenden Nebenwirkungen beachtet werden muss. Das heißt nicht, dass im Einzelfall bei genauer medizinischer Indikation und entsprechender Überwachung eine Abgabe erfolgen kann.
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#5 SanottheProfil
  • 06.09.2017, 20:21hRhüffel-Ostend
  • Antwort auf #4 von alkibernd
  • Zu Deinem wunderbaren Argument "Im übrigen zeigt das Ergebnis [...] dass die Quote der Neuinfektionen höher ist als bei der Safer Sex-Strategie.":

    "Während der Studie hätten sich drei Teilnehmer mit HIV angesteckt. Blutproben hätten aber gezeigt, dass dies daran liege, dass die Jugendlichen die Medikamente nicht wie vorgeschrieben täglich eingenommen hätten"

    Bei mangelnder Compliance ist JEDE Strategie insuffizient. Das ist kein Argument gegen die PrEP.

    Außerdem:
    Safer-Sex-Strategien sind GLEICHERMASSEN:
    1) Anwendung von Kondomen
    2) Anwendung der PrEP
    3) Anwendung regelmäßiger Medikation bei Infizierten

    Ich wiederhole das Wort "Anwendung" extra, weil auch bei Kondomen erst deren tatsächliche ANWENDUNG eine Safer-Sex-Strategie darstellt, und NICHT die bloße Aussage "Jaja, ich nehm' dann schon ein Kondom, wenn ich dich ficke" (um es dann im Eifer des Gefechts schlicht doch zu "vergessen").

    Die Gegenüberstellung PrEP versus Safer-Sex-Strategie ist ein konstruierter Schein-Gegensatz.

    Wofür ALLE vernünftigen PrEP-Befürworter eintreten, ist SELBSTVERSTÄNDLICH eine regelmäßige medizinische Überwachung und Betreuung. Epidemiologisch gesehen, immer noch das wesentlich kleinere Risiko, wenn Infektionen dadurch wesentlich früher entdeckt werden, eine Dauermedikation ggf. frühzeitig eingesetzt werden und somit verhindert werden kann, dass junge Leute jahrelang unwissend ihre Viren weiter verteilen. Insofern also, epidemiologisch gesehen, KEINESFALLS nur eine Einzelfalllösung. Und genau deshalb soll, muss und wird diese insgesamt hoch effiziente neue Möglichkeit letztlich auch von den Kassen bezahlt werden, wie es ja auch schon in einigen Ländern sehr erfolgreich der Fall ist.

    Das alles wurde an sich schon 1000x gesagt. Gähn. Insofern danke vielmals für den Kommentar #3 von "Schnarch".
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#6 TheDadProfil
  • 06.09.2017, 21:02hHannover
  • Antwort auf #4 von alkibernd
  • ""Dass die Probanden offenbar nicht über die Möglichkeiten von safer sex informiert wurden""..

    Spekulativ !

    Im Artikel steht :

    ""Laut Hosek hätten die Jugendlichen wegen der Einnahme der Pille nicht risikoreicheren Sex gehabt, wie es von PrEP-Kritikern oft gemutmaßt wird. Es habe auch keine Klagen über Nebenwirkungen gegeben.""..

    ""oder ihnen eine psychologische Begleitung zu Beginn ihrer sexuellen Karriere angeboten wurde,""..

    Im Artikel steht :

    ""Laut Studienautorin Sybil Hosek, einer klinischen Psychologin und HIV-Forscherin aus Chicago""..

    "Unethisch" ist es vor allem den Artiekl nicht zu lesen, und dann entgegen des Inhaltes spekulative Behauptungen aufzustellen..

    ""3 Infizierte junge Menschen sind der Kollateralschaden dieses ungeheuerlichen "Forschungsdesigns".""

    Im Artikel steht :

    ""Während der Studie hätten sich drei Teilnehmer mit HIV angesteckt. Blutproben hätten aber gezeigt, dass dies daran liege, dass die Jugendlichen die Medikamente nicht wie vorgeschrieben täglich eingenommen hätten, sondern weniger als zwei Mal pro Woche.""..

    Einnahme-Fehler der Studie anzulasten ist blanker Unsinn..

    ""Ich hoffe, dass sich die einschlägigen berufsständischen Organisationen damit beschäftigen werden .""..

    Wer beschäftigt sich eigentlich so mit Dir ?

    Und was bedeutet im Zusammenhang mit ""berufsständischen Organisationen"" eigentlich "einschlägig" ?
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#7 GlaubwürdigkeitAnonym
#8 alkiberndAnonym
  • 06.09.2017, 21:44h
  • Antwort auf #7 von Glaubwürdigkeit
  • Es geht doch darum, dass völlig gesunde Jugendliche hier mit Medikamenten versehen werden, deren Nebenwirkungen laut Beipackzettel in Einzelfällen tödlich sein können, was alleine schon bedenklich ist. Dazu wird offensichtlich auf andere Formen einer Intervention verzichtet, die Probanden dazu hätte bringen können, ihr "riskantes Sexualverhalten" ohne Beeinträchtigung ihrer Gesundheit zu verändern. Anders hätte man ja wohl auch den Effekt der Studie (in wessen Auftrag, wer hat das finanziert?) nicht "belegen" können.

    Und wie lautet das weltbewegende Ergebnis dieser "Studie ", bei der man mit der Gesundheit von jungen Menschen spielt?

    Das nenne ich einen Menschenversuch - so etwas würde hier von keiner Ethikkommission gebilligt werden.

    Und die Bareback-Lobby jubelt hier unreflektiert über Versuche an jungen Schwulen
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#9 GlaubwürdigkeitAnonym
  • 06.09.2017, 21:50h
  • Antwort auf #8 von alkibernd
  • "Dazu wird offensichtlich auf andere Formen einer Intervention verzichtet, die Probanden dazu hätte bringen können, ihr "riskantes Sexualverhalten" ohne Beeinträchtigung ihrer Gesundheit zu verändern."

    Ich wiederhole: Das kann man aus dem Artikel so keineswegs ableiten. Hast du uns unbekannte Quellen?
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#10 alkiberndAnonym
  • 06.09.2017, 22:30h
  • Antwort auf #9 von Glaubwürdigkeit
  • Die Studie von Hosek ist in den einschlägigen Fachzeitschriften (noch) nicht veröffentlicht, was an sich schon ein Qualitätsmangel ist, wenn man diese "Ergebnisse" in die Presse rausposaunt , die aufgrund des immensen Schwunds ihrer ohnehin kleinen Panels zudem höchst fraglich sind.
    .
    Allerdings gibt es Berichte zu ähnlichen Versuchen mit etwas älteren (18 - 22) Probanden; die Dame verteilt munter und ständig Pillen, und zwar nicht aus therapeutischer Indikation , sondern zu "wissenschaftlichen" Zwecken. Das ist nicht ganz billig, wäre mal interessant, wer das finanziert.

    Kuckst Du:

    journals.lww.com/jaids/Abstract/2017/01010/An_HIV_Preexposur
    e_Prophylaxis_Demonstration.7.aspx


    Es geht hier um das Setting. Wer an gesunde Menschen Medikamente mit gefährlichen Nebenwirkungen ausgibt, um "Studienergebnisse" zu produzieren, handelt per se unethisch, auch wenn er es vielleicht gut meint,.
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