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Plus 78 Prozent

Großbritannien: Starker Anstieg bei Hassdelikten gegen LGBT

Jeder fünfte Brite, der einer sexuellen oder geschlechtlichen Minderheit angehört, ist in den letzten zwölf Monaten Opfer eines homo- oder transphoben Übergriffs geworden.


Die meisten Übergriffe werden der Polizei nicht gemeldet (Bild: Matty Ring / flickr)

Die englische LGBTI-Organisation Stonewall schlägt Alarm: In dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht "LGBT in Großbritannien: Hassdelikte und Diskriminierung" (PDF) beklagen die Aktivisten einen starken Anstieg der Übergriffe auf Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transpersonen.

In diesem Jahr sei die Zahl der Hassdelikte aus Homophobie im Vergleich zu 2013 um 78 Prozent gestiegen, so Stonewall. Die Zahlen stammen aus einer YouGov-Befragung von 5.000 Menschen aus der LGBTI-Community. Insgesamt sei in den letzten zwölf Monaten einer von fünf LGBT verbal oder körperlich angegriffen worden. Unter Schwulen, Lesben und Bisexuellen berichteten 16 Prozent von Übergriffen aus Homo-Hass, unter Transpersonen beklagten sogar 41 Prozent einen transphoben Vorfall in den vergangenen zwölf Monaten.

Der Polizei vertrauen dabei nur wenige Opfer trans- oder homophober Übergriffe: 81 Prozent von ihnen gaben an, den Vorfall nicht den Behörden gemeldet zu haben.

Jeder zweite Schwule hat Angst, mit dem Partner Händchen zu halten

Die Angst vor Homo- oder Transphobie hat auch Auswirkungen auf das Leben im öffentlichen Raum. So erklärten drei von zehn Personen aus der LGBTI-Community, sie würden bestimmte Straßen meiden, weil sie sich als sexuelle oder geschlechtliche Minderheit dort nicht sicher fühlten. Mehr als ein Drittel der befragten Homosexuellen gaben an, sie fühlten sich nicht wohl dabei, mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin Hand in Hand durch die Straße zu laufen – bei Schwulen waren es sogar die Hälfte.

Viele LGBT berichteten auch von Diskriminierungserfahrungen: So erklärten zehn Prozent von Homo- und Transsexuellen, sie seien bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität diskriminiert worden. Unter Personen, die eine Kirche oder ein anderes Gotteshaus besuchten, hätten 28 Prozent Diskriminierung von Gläubigen erfahren; zudem berichtete jeder Zehnte, schon einmal beim Besuch einer Sporveranstaltung diskriminiert worden zu sein.

Stonewall sprach einige Empfehlungen aus, wie die Lage verbessert werden könne. So solle die Polizei ihre Beamten mit Kursen für die Themenbereiche Homo- und Transphobie sensibilisieren. Außerdem sollten die Opfer eines homo- oder transfeindlichen Übergriffs besser betreut werden. Die Regierung wurde aufgefordert, aus Homo- oder Transphobie begangene Hassdelikte härter zu bestrafen – sie sollten mit aus Rassismus begangenen Hassverbrechen auf eine Stufe gestellt werden.

Auch in Deutschland meldete das Bundesinnenministerium vergangenen Monat einen Anstieg LGBTI-feindlicher Straftaten (queer.de berichtete). Diese Statistik gemeldeter Vorfälle hat allerdings nur bedingte Aussagekraft, da die Polizei je nach Bundesland die Taten unterschiedlich behandelt – und teilweise so gut wie gar nicht erfasst. Der Lesben- und Schwulenverband geht daher von einer Dunkelziffer von 80 Prozent aus. (dk)



#1 TimonAnonym
  • 07.09.2017, 16:59h
  • "Die Regierung wurde aufgefordert, aus Homo- oder Transphobie begangene Hassdelikte härter zu bestrafen sie sollten mit aus Rassismus begangenen Hassverbrechen auf eine Stufe gestellt werden."

    Volle Zustimmung.

    Faschismus muss immer gleich und generell viel härter bestraft werden. Egal, ob er sich als Rassismus oder Homohass oder Transhass äußert.

    Und wir brauchen mehr Aufklärung an Schulen.

    Und das alles gilt genauso für Deutschland und ganz Europa.
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#2 SebiAnonym
  • 08.09.2017, 10:12h
  • Das ist dieser Rechtsruck, den man in ganz Europa und den USA beobachten kann.

    Und der entsteht auch durch zunehmende Globalisierung, Diktatur der Konzerne und die mit diesen Dingen zusammenhängende wachsende soziale Ungerechtigkeit.

    Unzufriedenheit, Ungerechtigkeit, Armut, Angst, etc. waren immer schon der perfekte Nährboden für rechte Gesinnung.

    Wir brauchen endlich wieder echte demokratische Strukturen, wo die Politik zum Wohl aller Bürger handelt und nicht nur zum Wohle weniger Konzernbosse und Superreicher.
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#3 AchsoAnonym
  • 08.09.2017, 13:30h
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • Und wen wird Deutschland am 24.9. wählen?

    Schwarz-gelb, damit noch ein paar tausend mehr obdachlos werden und die Steuern für Leistungsträger endlich gesenkt werden können. Dazu werden die Casinos mal wieder geöffnet.

    Und die Abgehängten lassen ihren Frust wie gewünscht an Minderheiten raus.

    Aber die community wählt brav schwarz-gelb mit und baut darauf, dass Jens Spahn den Abgehängten schon klar machen wird, dass Minderheiten nur Ausländer sind.
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#4 MarekAnonym
  • 08.09.2017, 15:02h
  • "Jeder zweite Schwule hat Angst, mit dem Partner Händchen zu halten"

    Ein Armutszeugnis für jede Gesellschaft.
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#5 Patroklos
#6 TheDadProfil
  • 09.09.2017, 11:30hHannover
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • ""Unsinn, der Großteil der Community wählt Linke, Grüne oder SPD!""..

    Dieser Einschätzung stehen der Umfrage nach 29,8 % der abgegebenen Stimmen entgegen :

    www.queer.de/abstimmen_ergebnis.php?wahl=752

    Und dort sind nicht nur die 5,6 % für die "AFD" besorgniserregend, sondern die 11,7 % für die FDP und die 7,8 % für die UNION ebenso !

    Fast ein Drittel Deppen, die nicht begriffen haben was eine solche Wahl dann anrichtet..
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#7 TimonAnonym
  • 09.09.2017, 13:44h
  • "Jeder zweite Schwule hat Angst, mit dem Partner Händchen zu halten"

    Das bedeutet, dass noch mehr Schwule und Lesben Hand in Hand oder Arm in Arm rumlaufen sollten, so dass das noch alltäglicher und selbstverständlicher wird.
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