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Gaga-Wahlkampf

Bushido und Beatrix von Storch: Zwei Homo-Hasser im Dialog

Geradezu bizarr war ein halbstündiger Youtube-Talk zwischen Bushido und AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Beide beteuerten, gar nichts gegen Schwule und Lesben zu haben.


Bushido und Beatrix von Storch: Verschieden und doch so ähnlich… (Bild: Hyperbole)

In der Youtube-Serie "Straßenwahl" des Kanals "Hyperbole" treffen Rapper auf Politiker – in der am Freitag veröffentlichten Folge drei kam die wohl ungewöhnlichste Konstellation zustande: Es treffen sich zwei Personen, die sich eigentlich auf ihre Abneigung gegenüber Homosexuellen verständigen könnten. Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch hat es sich praktisch zur Lebensaufgabe gemacht, LGBTI-Rechte zu bekämpfen – etwa früher als Organisatorin der "Demo für alle" (queer.de berichtete). Bushido machte sich mit Sprechgesang wie "Du Schwuchtel wirst gefoltert" einen Namen.

In dem 35-minütigen Gespräch – das sich ein Satiriker an vielen Stellen nicht besser hätte ausdenken können – wollen sich beide aber offiziell nicht als Homo-Hasser zu erkennen geben. Beatrix von Storch benutzt das Thema Homosexualität sogar, um dem Muslim Bushido wegen seiner Religion anzugreifen – auch das ist eine beliebte AfD-Taktik.

Das gesamte Gespräch, moderiert von Niko Hüls vom Magazin "Backspin", kann man hier anschauen:

Das erste Mal erwähnen die beiden Kontrahenten Homosexualität in der 7. Minute – Storch startet den Angriff:

Beatrix von Storch: [Im Islam] sind sehr viele Werte drin, die mit unseren nicht vereinbar sind.

Bushido: Was sind denn Ihre Werte?

Storch: Dass man zum Beispiel… Steinigungen bei Ehe-Bruch, Ablehnung der Homosexualität…

Bushido: Stopp.

Storch: …keine Religionsfreiheit…

Bushido: Einen Augenblick! Sind Sie nicht auch… Ist Ihre Partei denn nicht auch gegen die Gleichstellung der Geschlechter? Beziehungsweise dass Sie auch etwas gegen… also, das Anerkennen der Transsexualität, […] gleichgeschlechtliche Ehe und so weiter und so fort… Das ist doch auch…

Storch: Wir können ja einmal das Thema Islam… Da sind wir gerade davon weggesprungen.

Storch spielt sich später zur Verteidigerin von Dragqueens auf, wenn Sie "dem Islam" eines auswischen will. In der 28. Minute sagt sie:

Storch: Die Travestiekünstler [macht große Handgeste] und alles, was irgendwie ein bisschen hip und bunt und wild und ungeregelt ist, diese Kultur – das ist eine freiheitliche Kultur. Das mag der eine, und der andere mag das nicht, aber gibt es das in muslimischen Ländern?

Bushido: Was?

Storch: Sowas. Also so ein Christopher Street Day, diese Travestie-, äh, -Typen, die irgendwie in komischen Kostümen durch die Gegend toben und so weiter. Weil das ihr Stil ist, ist nicht meiner, ist ihrer, ist okay. Aber haben wir das in muslimisch geprägten Ländern, ist das dort erlaubt? Ist das dort möglich? Haben wir unter dem Einfluss des Islam diese… Haben die Raum für diese Kultur? Wir kriegen jetzt auch aus homosexuellen Kreisen, natürlich nicht ganz offiziell, aber so, dass viele sagen: Unsere Art zu leben, also deren Art zu leben, die braucht die Unterstützung von unserer Seite. Denn der Einfluss des Islam drängt das zurück. Der Einfluss des Islam ist für die gefährlich und sie werden Probleme kriegen mit ihrer Lebensart, der freiheitlichen Lebensart.

Daraufhin erfährt Bushido sogar, dass es auch in der AfD "jemand Schwules" gibt – nämlich Spitzenkandidatin Alice Weidel:

Bushido: Ich verspreche Ihnen, dass es keinen einzigen schwulen AfD-Wähler gibt. Es gibt keinen einzigen transsexuellen…

Storch: Wir haben im Vorstand – äh…

Bushido: Wer denn? Wer ist denn schwul bei Ihnen?

Storch: Wir haben zwei Spitzenkandidaten – und eine davon ist homosexuell.

Bushido: Wer denn?

Storch: Frau Alice Weidel.

Bushido (guckt verwirrt)

Storch: Ups. Und dann haben wir im Landesvorstand…

Bushido: Kenn ich nicht.

Storch: ja, das ändert ja an der Tatsache nichts.

Bushido (richtig verwirrt): Die gibt's wirklich?

Storch: Ja, die gibt's in echt.

Bushido: Und die hat sich auch geoutet? Oder sind Sie jetzt die erste gewesen, die jetzt sozusagen…

Storch: Nein, das ist für sie kein Thema. Das ist für sie kein Thema.

Bushido: Moment. Kein Thema? Äh… (stottert herum)

Storch: Sie macht daraus kein politisches Thema…

Bushido: Wissen's denn die AfD-Leute?

Storch: Es ist gar kein Geheimnis…

Bushido: Ja, das ist Augenwischerei, genauso wie Sie…

Storch: (lacht)

Bushido: Nein…

Storch: Sie haben gerade gesagt, es gibt keinen schwulen AfD-Wähler. Ich hab Ihnen grade gesagt…

Bushido: Jetzt haben Sie mich überzeugt. Es gibt… Sie haben jemand Schwules in Ihrer Partei. Okay, super, alles klar, gar kein Problem… Es sollte genauso selbstverständlich sein… Also, verstehen Sie, wie ich meine… Alles sollte selbstverständlich sein…

Storch: Ist es auch. Sie haben grad ein Thema draus gemacht. Nicht ich…

Bushido: Ja, aber Ihre Wählerschaft ist ja nun wirklich mal mit ein bisschen Vorsicht zu genießen.

Später gibt Bushido noch zu Protokoll, dass er "noch nie was gegen Homosexuelle" gehabt habe. Er wisse auch gar nicht, warum ihm das denn immer wieder vorgeworfen werde. Immerhin gibt er auf Nachfrage zu, dass er gerne das Wort "schwul" als Schimpfwort benutzt – was Storch zu einem selbstgerechten "Das tun wir nicht" verführt.

Wie schwer es ist, mit jemanden wie Bushido oder Beatrix von Storch über das Thema zu reden, zeigt eine Ausführung des Rappers, in dem er seine homophobe Sprache kritisiert, aber gleichzeitig verteidigt:

Bushido: Wir haben im Rap das Benutzen des Wortes 'schwul' in einem negativen Kontext genommen. Was nicht okay ist. Was Leute sozusagen beleidigt und auch diskriminiert. Bin ich völlig an Ihrer Seite. Ich mache es trotzdem.

Die Stimme von Bushido bei der Bundestagswahl konnte Beatrix von Storch übrigens nicht für die AfD erobern. Er gehe erst gar nicht zur Wahl, so der Rapper. Seine tiefgründige Begründung: "Interessiert mich nicht."



#1 goddamn liberalAnonym
  • 08.09.2017, 18:31h
  • "Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch hat es sich praktisch zur Lebensaufgabe gemacht, LGBTI-Rechte zu bekämpfen etwa früher als Organisatorin der "Demo für alle" (queer.de berichtete). Bushido machte sich mit Sprechgesang wie "Du Schwuchtel wirst gefoltert" einen Namen."

    Passt doch wunderbar, der Opa der 'Herzogin' war 12 Jahre Finanzminister in dem Terrorstaat, der uns in die KZs warf und folterte. Heute organisiert sie Demos gegen die bürgerliche Gleichstellung einer NS-Opfergruppe.

    Bushidos Vater ist Araber und wegen der Arabien-Connection der Nazis (NICHT aufgrund des Korans!) war der Islam die einzige Religion, die Geistliche bei der Waffen-SS hatte.

    Tradition und Leben im Land des rosa Winkels.
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#2 goddamn liberalAnonym
#3 WürdelosAnonym
  • 08.09.2017, 19:40h
  • Irgendwie scheint der Homo-Hass eine Mode zu sein, oder gar eine Tugend, in bestimmten Kreisen!
    Je wüster die Aussage, desto größer die Aufmerksamkeit? Hallo? Geht's noch?

    So wenig wie der Antisemitismus gewollt ist, sowenig sollte der Homo-Hass gewollt sein!
    Es geht um Menschen.
    Also bitte, die Gesetze erweitern und der Hetze und der Diskriminierung ein Ende setzen.

    Jetzt!
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#4 schwarzerkater
  • 08.09.2017, 21:15h
  • Mushido ist ein unerträglicher Fatzke: öffentlich stellte er die internen Regeln seines (kriminellen) Familienclans über die des Grundgesetzes. Mehr muss man über ihn nicht wissen.
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#5 Patroklos
  • 08.09.2017, 22:57h
  • Das Gespräch ist in der wiedergegeben textlichen Form einfach unerträglich! Da haben sich echt zwei gefunden!
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#6 LächerlichAnonym
#7 stromboliProfil
#8 stromboliProfil
  • 09.09.2017, 11:48hberlin
  • Antwort auf #7 von stromboli
  • guckst du alter..
    beim zweiten blick erstaunliches.. rapper bullshit lässt sich von rapperIn storch den katechismus erklären und tritt augenscheinlich zum christlichen glauben über ..
    Man beachte gefaltete hände (!) , noch in übungshaltung, deshalb nicht geschlossen.
    Oder er übt die raute von angelika = engelhaft.. ; ein weiteres , untrügliches indiz!

    Der dritte blick offenbart die geschickten integrationbemühungen der störchIn!
    Deutsche gartenkultur, tischtuch und modernisierter jägerzaun in gepflegter atmosphäre ...
    Wie kann da ein muslim widerstehen
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#9 wiking77
  • 09.09.2017, 16:57h
  • also: Dass Leute ins Gespräch kommen ist grundsätzlich mal gut, was dabei herauskommt kann man durchaus erneut bewerten. Egal was man vom äußerlich doch recht geilen Bushido sonst hält und von der von Storch... eins zeigt's auch: Dass sie keine ideologischen Betonköpfe sind. Sonst hätten sie sich nicht gegenseitig in ein Gespräch eingelassen.

    Bei Bushido kann ich mir durchaus vorstellen, dass in seiner Brust eine zarte schwule Seele sitzt. Oft sind es die übelsten Schwulenhasser, die wenn man sie richtig packt, sich als Mitmenschen erweisen, die dem eigenen Geschlecht nicht abgeneigt sind.

    Fazit: Es ist eben europäisch im besten Sinne, wenn Meinungsgegner sich treffen und in einer guten Umgebung einen empathischen zivilisierten Diskurs machen und seinen die meinungen auch Welten von einander entfernt. So manche, die sich auf der Seite der "Guten" wähnen könnte das durchaus als Vorbild dienen.
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#10 OrthogonalfrontAnonym